„Babystar“: Wenn Kindheit zum Content wird – mit Filmemacher Joscha Bongard
Shownotes
Die Kamera läuft, das Leben streamt, doch wer zahlt den Preis für den digitalen Ruhm? In dieser Folge von “Was soll das alles?” tauchen wir tief in das Spielfilmdebüt „Babystar“ ein. Zu Gast ist Filmemacher Joscha Bongard, der nach seinem Dokumentarfilm „Pornfluencer“ nun eine Influencer-Familie als Kammerspiel inszeniert. „Babystar“ ist mehr als nur ein Familiendrama, es ist eine beklemmende und zugleich einfühlsame Analyse unserer Zeit. Ich spreche mit Joscha über die feine Linie zwischen elterlicher Fürsorge und digitaler Vermarktung und wir gehen der Frage nach: Was passiert mit einem Kind, dessen Kindheit zum Content wird?
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Die Folge wurde am 26. April 2026 aufgezeichnet.
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Was soll das alles? Philip Dulle spricht im Podcast mit Künstlerinnen, Musikern und Filmemacherinnen. Die dritte Staffel von “Was soll das alles?” erscheint jeden Freitag auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
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Vielen Dank an den Kärntner Musiker Cherry Toast für das wunderbare Intro und Outro. “Slowly Moving Forward” könnt ihr auf Spotify und auf YouTube in voller Länge hören.
Transkript anzeigen
00:00:00: Das zahlt wieder an dieses klaustrophobische Gefühl ein und auch in so eine Isolation, die ich irgendwie interessant finde.
00:00:08: Weil ich das immer meine zu beobachten bei Influencerinnen, dass sich eigentlich ein starker Rückzug ins private stattfindet und man aus dem Privaten aber dauerhaft sendet.
00:00:19: Genau sehr einsam oder zurückgezogen wenig Freunde vieles passiert in diesem familiären Hausumfeld.
00:00:25: Das sind alles Dinge, die man kontrollieren kann Und ich finde das ist auch was, was wir allgemein gerade wieder sehen.
00:00:30: Es gibt wieder sehr viel... Dadurch dass es viele Krisen gibt zieht man sich sehr viel ins Private zurück und versucht sich so ein bisschen von der Welt abzukapseln statt in die Welt zu gehen.
00:00:40: also auch so.
00:00:42: Ich glaube der Mut bei Jugendlichen, sich einfach mal in die welt zu werfen Ist grade nicht so stark da weil es halt so viele krisen gibt.
00:01:11: Danke für deine Zeit.
00:01:12: Hey herzlichen Dank, dass ich da sein darf
00:01:14: Freut mich voll.
00:01:14: Du hast jetzt gerade früher gesagt, du bist auf Kinotour?
00:01:17: Stimmt das mit deinen neuen Filmen?
00:01:18: Ich
00:01:18: bin jetzt quasi am Ende der Kinotoure
00:01:20: und
00:01:21: genau ich habe jetzt eine relativ lange Kinotur in Deutschland hinter mir Und heute ist die Österreich-Premiere in Wien Die V-Primierer.
00:01:30: Dann darf ich danach noch eine kleine Tour in den USA machen Unter die Goethe Institute abklappern In New York Boston Montreal und Los Angeles Natürlich total schönes.
00:01:41: Das ist toll!
00:01:42: Ja,
00:01:42: da freue ich mich sehr drauf.
00:01:44: Wie fühlt sich das an so mit dem eigenen Film unterwegs zu sein?
00:01:47: für dich?
00:01:49: Es ist ein großes Privileg dass man das machen darf Dass man einen Film macht der dann auch noch ins Kino kommt... ...das ist ja irgendwie nicht immer so für junge Filme schaffende.
00:02:00: deswegen bin ich da super happy darüber.
00:02:03: und vor allem arbeitet man ja auch einfach fünf Jahre in einem Film und weiß nicht wo es hingeht Und das gibt natürlich jetzt so ein bisschen auch eine Zukunftsperspektive, dass man noch einen zweiten Film machen darf hoffentlich.
00:02:18: Genau und es ist natürlich schön nachdem man so lange daran arbeitet, dass mit Menschen ins Gespräch kommen kann.
00:02:24: Also du warst in Deutschland schon unterwegs?
00:02:27: Deinem Film.
00:02:27: was war denn so das Feedback?
00:02:29: Ist das unterschiedlich oder gibt's so einen Tenor quasi der sich irgendwie durchzieht?
00:02:34: also ich glaube die Menschen die man trifft in den Kinos da kommen ja meistens dann eher die Menschen auf einen zu dienen, der Film gefallen hat.
00:02:42: Das heißt man bekommt die schlechten Reviews dann eher im Internet genau.
00:02:48: aber ich glaube so generell ist der Film glaub ich einfach niemandem egal und es ist natürlich auch ein Film der glaube ich bisschen kontrovers angeschaut werden kann weil er schon auch herausfordert.
00:03:04: Aber weil du gemeint hast, die schlechten Reviews liest man im Netz.
00:03:08: Was ja dann auch bei dem Film wo so meine Influencer-Familie geht...
00:03:12: Alles meta!
00:03:14: Schon eine gewisse Skorrilität hat.
00:03:16: aber trifft dich das dann auch wenn du quasi so im Netz dann irgendwie?
00:03:22: Was man auf jeden Fall beobachtet ist, dass die schlechten Reviews länger im Kopf bleiben als die guten und dass man sehr schnell vergisst wenn einem etwas Positives entgegen gebracht wird.
00:03:35: Ich glaube das ist was ziemlich Menschliches, dass man sich über etwas was einem wehtut, länger daran erinnert an etwas was schön war oder so.
00:03:48: deswegen ich glaube Man hört dann auch einfach irgendwann aufzulesen.
00:03:53: Am Anfang klar, wenn ein Film neu rauskommt findet man es total spannend und ich habe da aber auch irgendwann gemerkt Ich will die echten Konversation nicht durch einen schlechten Internetkommentar vergessen.
00:04:08: Deswegen hab' ich dann aufgehört zu lesen.
00:04:11: Du hast früher gesagt, man arbeitet ja so an die fünf Jahre in so einem Projekt.
00:04:15: Weißt du noch genau wann das war?
00:04:17: Wo du gedacht hast okay dass könnte ein wirklicher Spiel filmen werden.
00:04:21: Ich weiß wenn ich an welchem Tag ich die Notiz aufgeschrieben habe weil die notiz hatte noch das Datum drauf in meinem Handy und so konnte ich dann über Bilder nachvollziehen was ich da gemacht hab.
00:04:33: Ich saß da gerade mit meinem Freund Wolfgang Purghauser Editor im Schnitt von meinem Dokumentarfilm Pornfluencer.
00:04:42: Genau und so konnte ich dann nachvollziehen, wann die Idee kamen, die damals noch hieß ein Kind verklagt seinen Eltern weil es auf Social Media gezeigt wurde.
00:04:52: Und da waren wir gerade deep down drin den Film davor zu schneiden.
00:04:57: Ich gehe dann meistens sofort wenn ich neue Projekte entwickle dass ich in die Notizen gucke Häufig entweder kleine Gedanken, kleine Ideen auf oder auch Dinge die ich beobachte im Alltag.
00:05:11: Und dann versuche ich sie so ein bisschen zu sortieren und als neue Inspirationsquelle wenn ich wieder ins Schreiben gehe anzuschauen.
00:05:19: War da für dich gleich klar dass das ein Spielfilm wird?
00:05:22: Oder hast du gedacht es könnte vielleicht auch eine Doku werden?
00:05:26: Die Doku gab's schon, als ich angefangen habe das zu schreiben gleichzeitig Girlgang raus, kam von Sumeris was auch ein echt toller Film war.
00:05:38: Ich habe eher noch überlegt andere Stoffe zu machen aber ich hatte schon das Ziel einen Spielfilm zu machen.
00:05:42: deswegen hatte ich aber auch schon das Gefühl dass das eigentlich in dem Bereich gut aufgehoben ist und dass das eine Idee ist die spannend es hat.
00:05:52: mal einem Workshop an der Filmakademie wo ich studiert hab hat ein Regisseur, der mittlerweile aber auch das Animationsinstitut dort leitet.
00:06:03: Jan Pinker war heißt er uns über Ideen Pitchings erzählt und der ist der Ideengeber von Ratatouille relativ bekannter Film genau und Er meinte eigentlich wenn du den film in einem Satz unterbrechen kannst dann ist er gut oder dann ist es eine gute Idee.
00:06:27: Ich habe schon auch...
00:06:28: Das ist dieser Küchenzugruf, sagt man glaube ich oder?
00:06:31: In Österreich zumindest.
00:06:32: Das kann gut sein!
00:06:33: Ja ja.
00:06:34: Also für Geschichten wenn man jetzt journalistisch arbeitet quasi so in einem Satz muss die Geschichte trotzdem irgendwie funktionieren.
00:06:42: und ich glaube wenn man dann merkt dass man was hat was spannend ist und anfängt dafür zu brennen Da war ich dann schon relativ glücklich, als ich auch gemerkt habe okay da kommt viel Resonanz zurück.
00:06:57: Alle Menschen haben irgendwelche Assoziationen Ideen sonst was dazu und dann hat es aber trotzdem sehr lange gedauert bis diese Geschichte sich entwickelt hat.
00:07:06: also wir haben zwei Jahre eigentlich in der Treatmentsphase gesessen und geguckt wo in welche Richtung geht das jetzt wirklich?
00:07:13: weil man natürlich extrem viele Möglichkeiten hat und sich dann immer weiter runterkristallisieren muss eigentlich auf das, was man erzählen möchte.
00:07:21: Ich glaube, dass war mit die schwerste Arbeit bei diesem ganzen Film da die Story immer weiter zu verdichten und zu finden.
00:07:30: Weil das ganze Social-Media-Ding so ausrufend auch ist mittlerweile?
00:07:34: Ja
00:07:35: weil es erstens sehr viele Möglichkeiten und Ansätze... Ansätze gibt natürlich Genres auch.
00:07:41: Dann muss man irgendwie herausfinden, will man ein Gerichtsfilm machen mit der Klage oder nicht?
00:07:45: Möchte man in Jugendämtern sitzen und über die rechtlichen Dinge sich auseinandersetzen oder nicht?
00:07:50: geht es um die familiären Dynamiken.
00:07:53: Die ganzen Fragen stellen sich dann und dann muss man das immer weiter zuspitzen.
00:07:56: ich habe das Buch ja auch gemeinsam mit Nicole Rüters geschrieben wie er bei uns an der Firma Academy studiert hat Und Nicole und ich haben wirklich einfach lange gesucht oder lange Suchbewegungen in alle möglichen Richtungen gemacht, bis wir dann zum Schluss da gelandet sind.
00:08:11: Ich glaube das ist immer diese anfängliche Ideenfase die richtige Form für das jeweilige Thema zu finden.
00:08:19: Das finde ich eigentlich mit die schwierigste oder die Königsaufgabe irgendwie.
00:08:23: Weißt du noch wie?
00:08:24: dieser eine Satz war quasi diesen?
00:08:26: Der war ein Kind verklagt seine Eltern weil sie
00:08:29: so
00:08:30: groß gezogen haben
00:08:33: Und das hat sich dann natürlich noch weiter gedreht.
00:08:34: Das
00:08:34: hat sich weiterentwickelt, genau und jetzt könnte man den Film wahrscheinlich auch immer noch in einem Satz zusammenfassen aber der wäre ein bisschen länger und verschachtelt.
00:08:44: Es geht ja um eine Familie und da triffst du natürlich auch so den Kern denn irgendwie jeden betrifft weil jeder Mensch hat auf irgendeine Art Familie ob sie jetzt anwesend ist oder abwesender ist.
00:08:58: Auch habe ich mir gedacht, jeder Mensch hat natürlich auch mit Social Media zu tun.
00:09:01: Auch wenn man selber nicht nutzt, hat man trotzdem damit zu tun weil vielleicht sind es die eigenen Kinder... ...die drinnen feststecken!
00:09:09: oder die Eltern, die eigenen Eltern gestecken darin fest.
00:09:13: Also man ist irgendwie immer damit...
00:09:15: In der
00:09:17: WhatsApp-Story?
00:09:17: Genau das gibt es ja auch noch!
00:09:20: Es trifft so zwei Kerne irgendwo, wo jeder Mensch was dazu zu sagen hat wahrscheinlich auf die eine oder andere Art und Weise.
00:09:28: Ja total also ich glaube wie du gesagt hast wir wachsen alle in Familien auf nehmen diese Familien als normal war und entdecken dann im sich abgrenzen von der Familie und im Erwachsen werden, die Dinge, die einen gut oder vielleicht schlecht geformt haben.
00:09:46: Man hinterfragt, wer ist man selbst?
00:09:47: Was sind die Einflüsse von den Eltern?
00:09:49: Welche möchte man mitnehmen?
00:09:50: Welchen vielleicht hinter sich lassen?
00:09:53: Und das sind auch Sachen, die mich persönlich total interessieren und ich glaube, die man auch unbedingt machen sollte bevor man selbst Familien gründet.
00:10:03: Genau, und das hat mich total fasziniert.
00:10:06: Und klar auch in diesem sozialen Medienbereich wir kommen nicht mehr umher.
00:10:10: dieses Experiment was wir da erschaffen haben, dass wir jetzt noch mit AI garnieren im Endeffekt wird sich entwickeln oder wir sehen natürlich ja schon da Folgen von und wir werden halt einfach in vierzig Jahren irgendwie dann sehen, wo sich alles hin entwickelt hat durch den Einfluss von sozialen Medien und generell nach Digitalisierung.
00:10:39: Es ist ja auch total spannend.
00:10:40: oder weil man irgendwie schon so mittendrin steckt und wahrscheinlich aber trotzdem sind wir erst am Anfang allein mit KI gedacht?
00:10:48: Wir können uns glaube ich gar nicht vorstellen wie ein Leben aussieht in einem... paar Jahrzehnten.
00:10:52: Es kann natürlich, also klar in den Achtingern haben sich Leute vorgestellt dass wir jetzt in Fliegen in Autos sitzen.
00:10:58: das ist auch nicht eingetroffen.
00:11:00: aber ich glaube die Veränderungen durch die Digitalisierung sind halt ein bisschen subtiler und werden sich halt auf die eine oder andere Art auswirken.
00:11:09: Ich bin generell überhaupt nicht Technik-Pissimist sondern ich glaube dass ich dadurch ganz viele gute Sachen schaffen lassen.
00:11:16: Es braucht halt nur einen gesellschaftlichen Aushandlungsprozess und den machen wir meiner Meinung nach zu wenig, weil auch so eine Diskussion ob man Social Media jetzt für junge Menschen verbieten sollte ist ne Scheindiskussion.
00:11:28: Das ist einfach nicht praktikabel.
00:11:30: Wir können Kindern vielleicht in den Schulen und das sollte man vielleicht auch die Handys abnehmen morgens und den Nachmittag sie wieder zurückgeben.
00:11:37: Das finde ich ganz spannend als Modell.
00:11:39: aber wie werden diese Kinder nicht von sozialen Medien oder Jugendlichen auch nicht mehr von sozialem Medien runter kriegen?
00:11:46: Und wir müssen denen das ja auch irgendwie beibringen.
00:11:48: Sonst fangen die das mit sechzehn an, sieht man ja wo das mit Alkohol dann landet wenn mal ein Kinder...
00:11:57: Ja und es ist ja auch da oder?
00:11:59: Es verschwindet ja nicht Genau.
00:12:01: also wir werden definitiv einfach damit weiterleben.
00:12:03: Das wird sich natürlich auch weiterentwickeln.
00:12:05: Ich
00:12:06: bin gespannt wie wichtig Plattform noch sein werden Ob sich das weiter auflöst ob's andere Formen geben wird Ob es die eine App für alles geben wird, was Elon Musk mit ex zum Beispiel anstrebt.
00:12:21: Dass man da Zahlungsdienstleister, soziales Netzwerk Essen bestellen, alles drin hat so wie das WeChat in China macht.
00:12:34: Aber ich glaube wenn man das als wenn man's wirklich gesellschaftlich angeht und darüber diskutiert auch politische und rechtliche Lösungen findet, dann kann das natürlich auch sehr vorteilhaft sein.
00:12:47: Genauso das gleiche bei künstlicher Intelligenz.
00:12:49: Ich glaube da müsste man sich auch viel mehr einmischen und trotzdem ermöglichen dass diese Entwicklungen passieren weil sonst ist man zum Schluss als Deutschland oder Österreich wieder komplett abgehängt und wieder nur abhängig von USA und China.
00:13:04: und wer da gerade noch so alles mitmischt?
00:13:07: War es schwierig jetzt auch so in den letzten Jahren.
00:13:10: oder du hast gesagt, ihr habt es auch zu zwei Jahre nur mal quasi an dem Stoff gearbeitet und das immer wieder verändert.
00:13:17: Natürlich... verändert sich das alles so schnell auch, dann quasi zu sagen okay wir nehmen einen Status quo mal raus und zeigen den quasi.
00:13:27: Also man sieht eine Art von Instagram glaube ich in deinem Film eine Art Tiktok und dann geht es quasi noch weiter in die KI.
00:13:37: aber war das auch schwierig das so einzufangen an einem gewissen Punkt?
00:13:43: Ja man wurde vor allem immer wieder überholt.
00:13:47: Dieser Avatar, mit dem Luca ja selber spricht.
00:13:50: Also ein Chatbot der sie selbst ist und sie dann mit dem interagieren kann war eine Idee auf Basis von Replica-Auf-Basis-Riplika-Avatar-Aktien-Konze, also Textnachrichten.
00:14:05: Das wurde irgendwann zu Sprachnachrichten und mittlerweile sind die auch Bild gesteuert so dass man wirklich jemanden sieht und mit dem sprechen kann und das Mimik macht.
00:14:16: Aber da haben wir natürlich in die Zukunft projiziert und wurden dann aber jetzt auch wieder eingerohlt.
00:14:20: Und im Jahr ist es in den Jahren, dass sich auch noch niemand vorstellen könnte, dass wir mit Chatchi Pity über unsere tiefsten Emotionen sprechen.
00:14:29: Chatchipiti kam Ende November zweiundzwanzig und hat dann innerhalb von vier Jahren fast extreme Entwicklungen hingelegt zum Beispiel und andere KI Chatbots, die da jetzt dazugekommen sind.
00:14:46: Würdest du den Film jetzt schon wo er quasi in den Kinos ist oder auch jetzt in Österreich ins Kino startet?
00:14:53: Würdest Du jetzt den Filmen schon anders drehen oder schon eine gewisse Sachen anders machen?
00:14:59: Nein ich glaube der Kern von dem ist natürlich immer noch der gleiche und der wird sich auch nicht so schnell verändern.
00:15:08: wir haben Also natürlich hat man so Trends, die halt irgendwie damals auf Instagram waren.
00:15:16: Die haben wir in dem Moment genommen und wussten okay diesen nennt zwei Jahre halb zwei Jahre alt.
00:15:20: das ist halt so bei schnellibigen
00:15:23: Dingen.
00:15:25: Das würde ich vielleicht natürlich irgendwie anpassen und die Trends von heute nehmen oder auch wie die Plattform wie du gerade gesagt hast aussieht es wahrscheinlich jetzt auch irgendwie einen Rechteck gegen das Kästchen vielleicht rund geworden, das würde man dann auch anfassen.
00:15:41: Aber so generell ist es natürlich immer so... Man macht ja einen Film in einem gewissen Mindset an einem gewisse Erfahrungspunkt von auch einem selber und natürlich habe ich jetzt durch den Filmen des Drehens Dinge neu gelernt oder auch in Auseinandersetzung mit dem Publikum Dinge gemerkt oder anderen Stelle noch mutiger, würde er noch mehr ins Extreme gehen.
00:16:09: Aber es ist manchmal auch gut dass Filme einfach dann fertig sind.
00:16:13: Wichtig!
00:16:15: Ich fand das schon sehr mutig auf eine Art und Weise, dass du mit sehr langen Einstellungen zum Beispiel arbeitest.
00:16:21: ich schätze mal... Also es wirkt schon so als hättest du das bewusst gemacht.
00:16:26: also du bleibst lange auf einem Punkt ... wo wahrscheinlich für Menschen, die sehr viel im Internet unterwegs sind,... ... dass ja Ewigkeiten oft aufziehen.
00:16:37: Also das war ja schon dann eine mutige Entscheidung da... ...dass man auch die Zuseher rinnen irgendwie zwingt dran zu bleiben auf einer Art
00:16:44: und Weise?
00:16:44: Ja total!
00:16:45: Das war aber auch die bewusste Antithese zu dem schnell ewigen Schnellen,... ...schnell geschnittenen Dingen Aufmerksamkeitsspannen.
00:16:53: Aber der ist natürlich auf eine Art mit Zumutung und das muss man dann auch also... oder das sind ja Arthausfilme häufig, da muss man sich aktiv für Entscheidende zu schauen und dann wenn man sich darauf einlässt können sie total toll werden.
00:17:11: Und ich glaube gerade mit diesen langen Einstellungen wollten wir halt auch genau dieses unangenehme klaustrophobische Gefühl erzwingen auf eine Art um auch Lukas Leben nach vollziehbar zu machen die Zuschauerinnen immer wieder selber daran zu erinnern, dass sie die Konsumenten sind.
00:17:31: Dass sie die WojuristInnen sind.
00:17:33: Das Sie diejenigen sind, die wegen denen überhaupt diese Social Media funktioniert weil sie ja, weil sie es konsumieren und weil sie's anschauen.
00:17:42: Luca, die du jetzt erwähnt hast ist ja die Tochter quasi dieser Influencer-Familie Die richtige Tochter auch.
00:17:49: also das ist jetzt keine keine gekastete Familie, die man da in deinem Film sieht.
00:17:57: Und das Ganze funktioniert eigentlich ganz gut für diese dreiköpfige Familie.
00:18:01: also die Leben anscheinend ganz gut.
00:18:03: davon haben wir tolles Haus dass sich auch irgendwie bewundert hat und das ganze fängt dann zum Bröckeln an natürlich wahrscheinlich auch weil sie irgendwie in die Pubertät kommt oder halt irgendwie dieses Alter kommt wo man Sachen hinterfragen anfängt auch die eigenen die eigene Sozialisierung in der eigenen Familie.
00:18:23: Aber die Eltern wünschen sich noch ein zusätzliches Kind, was halt auch irgendwie ein Verwertungsmaterial für die Eltern
00:18:31: ist.".
00:18:31: Ja, sie suchen natürlich nach der Fortführung der Legacy auf eine Art und das ist scheinbar der naheliegendste Gedanke, auf den Sie kommen.
00:18:41: und da sie Luca relativ früh bekommen haben in ihrem Leben, ist da auch noch Platz und Zeit für ein zweites Kind wird es natürlich nicht mehr, also wird ja ein eigenständiger Mensch und würde nicht immer für diesen Content zur Verfügung bleiben.
00:18:58: Es sei dann sie bleibt halt zu Hause aber dann ist sie immerhin weiter kein Kind und Kinder-Content funktioniert halt schon gut auf sozialen
00:19:04: Medien.
00:19:06: Also man könnte quasi diese Verwertungslogik zumindest mal fünfzehn Jahre circa weiterführen mit dem nächsten Kind.
00:19:14: Und ich fand es aber auch so interessant, weil natürlich ... Weil du gemeint hast, so klaustrophobisch und so.
00:19:20: Und das wirkt ja.
00:19:21: manchmal gibt's so Szene wo man denkt okay jetzt kippt das Ganze wirklich in einen, fast in einem Horrorstreifen gleich.
00:19:27: am Anfang gab's eine Szene, wo immer gedacht hab ich jetzt gibts gleich komplett Aber du schaffst dann immer noch den Dreh ins Kurile und ist auch lustig, witzige Hoffentlich.
00:19:37: Ja
00:19:40: Ich fand das auch so spannend, weil die Eltern sind relativ jung in dem Film.
00:19:45: Also Mutter und Tochter wirken jetzt gar nicht so, als wären sie jetzt wahnsinnig auseinander.
00:19:50: Und trotzdem merkt man natürlich okay, Sie erwähnen ja auch immer, Sie waren recht arm oder Sie haben wenig Geld gehabt und jetzt können Sie es alles leisten... Und Luca darf ja auch nicht vergessen, wer quasi dieses schöne Haus bezahlt.
00:20:03: Also sie ist Teil dieser Maschinerie und auf der anderen Seite sind sie ja total liebevolle Eltern auch.
00:20:09: Sie sehen jetzt auch nicht diese Monster die man da vielleicht sehnen könnte.
00:20:14: Nee ich glaube zum Schluss sind Menschen halt oder es ist der inerente Antrieb von den meisten Menschen eigentlich immer was Positives.
00:20:23: also wir wollen etwas erschaffen, damit es uns gut geht.
00:20:27: Und dann tun wir halt Dinge die vielleicht nicht unbedingt immer gut sind aber die tun das schon auch aus Liebe für Luca viel und natürlich auch für sich selbst und damit Luca nicht das gleiche Leben was sie vielleicht davor hatten leben müssen.
00:20:41: ich glaube dass ist auch etwas wirklich sehr menschliches dass man als Eltern Paar immer versucht das bestmöglichste für das Kind zu finden.
00:20:53: Ja und natürlich ist es aber auch auf der anderen Seite so, dass dadurch das wir schon sehr kapitalistisch geprägt sind in unserer gesamten Erziehung.
00:21:00: Und gerade auch die Generationen ihrer Eltern, die ja so um die thirty-sechs, sieben, dreißig, achten, treißig sind.
00:21:08: Die sind halt im größten, in der größten Prosperität, die's in Deutschland gab oder wahrscheinlich auch in Österreich so, ne?
00:21:15: In den nachtziger Jahren, nach dem Jahrzehnte jahr hier geboren.
00:21:19: Dann fiel die Mauer in Deutschland, es gab wenig Probleme Und dadurch hat, glaube ich schon auch so eine Werteverschiebung stattgefunden und man hat sich sehr daran gewöhnt dass wenn mein Geld hat man sich ein gutes Leben leisten kann.
00:21:33: Ich glaube diese Verwertungslogik von allen Menschen die viel Geld haben und alle Menschen die viele Aufmerksamkeit haben sind gute Menschen oder sind wertvolle Menschen.
00:21:43: das finde ich ziemlich problematisch weil wir glaube ich weiterhin davon ausgehen sollten, dass jeder Mensch gleich viel wert ist.
00:21:56: Ich habe schon ein extremes Problem gerade damit, dass so viele reiche Menschen und sehrreiche Menschen entstehen die eine unglaubliche Macht haben gegenüber anderen.
00:22:06: also diese neuen Kings und erstens vor allem Kings nicht Queens extrem viel Geld haben und unsere Welt stark lenken.
00:22:21: Und denen auch diese Plattformen
00:22:25: gehören.
00:22:26: Du hast ja dann, war das bewusst auch dass du dieser Kern der Familie die zu dritt sind?
00:22:33: Und es gibt noch ein paar Nebencharaktere sag ich mal.
00:22:37: aber war das auch bewusst so gewählt dass du das auf einem fast kammerartigen Spiel instiniert hast?
00:22:45: Ja, das zahlt wieder an dieses klaustrophobische Gefühl ein und auch in so eine Isolation die ich irgendwie interessant finde weil ich das immer meine zu beobachten bei Influencerinnen.
00:23:01: Dass sich eigentlich ein starker Rückzug ins private stattfindet und man aus dem privaten aber dauerhaft sendet.
00:23:09: Die sind mit vier Millionen Menschen, glaube ich verbunden über Instagram oder so.
00:23:13: Aber sie
00:23:13: sind sehr einsam dann auch?
00:23:15: Genau!
00:23:15: Sehr einsam oder zurückgezogen wenig Freunde vieles passiert in diesem familiären Hausumfeld.
00:23:22: das sind alles Dinge die man kontrollieren kann und Ich finde es ist auch was wir allgemein gerade wieder sehen.
00:23:27: Es gibt wieder sehr viel.
00:23:28: dadurch dass es viele Krisen gibt zieht man sich sehr viel ins private zurück Versucht sich so ein bisschen von der Welt abzukapseln, statt in die Welt zu gehen.
00:23:38: Also auch so... Ich glaube den Mut bei Jugendlichen, sich einfach mal in die Welten zu werfen ist gerade nicht so stark da weil es halt so viele Krisen
00:23:46: gibt.
00:23:46: Wie hast du diese Familie eigentlich gekastet oder gefunden?
00:23:51: Haben sie schon mal zusammengespielt auch?
00:23:53: Die kann
00:23:53: sich alle noch nicht.
00:23:55: Und wir haben erstmal angefangen Luca zu suchen, weil das natürlich das Wichtigste war um die Hauptperson alles drum zu bauen Und haben sehr viele tolle Live-Castings gehabt mit vielen verschiedenen Schauspielerinnen in dem Alter.
00:24:10: Eine wirklich tolle Generation, die da gerade kommt und haben dann Maya gefunden.
00:24:17: Sie wurde uns von unseren Castingdirektoren ganz warm ans Herz gelegt natürlich.
00:24:24: Es hat sich dann relativ schnell rauskristallisiert als wir Maya, die relativ spät im Prozess kamen gesehen haben dass sie das sehr wahrscheinlich ist.
00:24:33: Und dann haben wir Liljom, Leewald und Bea Prox quasi noch dazu gefunden.
00:24:41: Das hat sich denn vor allem in Konstellations-Castings herausgestellt.
00:24:45: Wer da am besten zu wem passt?
00:24:47: Wie lange hat das so gedauert bis die sich irgendwie gefunden haben?
00:24:51: auch oder ging es relativ schnell
00:24:53: im Spiel her?
00:24:53: Ja, das war toll weil ich glaube drei Tage mit den oben gehabt.
00:24:59: Also ich habe nur eine Woche... mit verschiedensten Personen geprobt.
00:25:05: Und am Anfang haben wir diese Familie halt aufgestellt und ich habe halt versucht durch Improvisation aus der Vergangenheit, Szenen die nicht im Buch waren
00:25:16: usw.,
00:25:17: Mit denen gemeinsam diese Familie zu finden und denen auch gewisse Erfahrungen oder Erinnerung von früher mitzugeben.
00:25:28: Und dann hatte ich einfach auch das Glück, dass die einfach gepasst haben wie Arsch auf einmal.
00:25:33: Muss man einfach sagen und sich einfach sehr gut verstanden haben und so eine richtige Einheit geworden sind am Set.
00:25:40: Das war wirklich schön!
00:25:43: Ich war immer der OP.
00:25:44: Ich durfte quasi als OP der Familie dazugehören.
00:25:48: Und was so schön ist ja auch, dass dieses Haus ja auch fast zu einem eigenen Charakter hat oder das spielt er irgendwie bei dem Ganzen mit.
00:25:56: Man sieht dann auch so Einstellungen von Überwachungskameras.
00:26:02: Da wird man auch zum Wojör und beobachtet diese Familie zwischen ... wo es ja nicht so dieses Private gibt, weil irgendwie ist sehr so ... Sie sind verschmolzen mit dem Handy und mit Kameras.
00:26:14: Aber das Haus ist besonders.
00:26:17: Wo kam dieses Haus her?
00:26:19: Das Haus ist eine sehr lustige Geschichte, weil wir herausgefunden haben oder wir wussten, dass Roland Emmerich in Sindelfingen aufgewachsen ist.
00:26:31: Wo ist das?
00:26:32: Das ist in der Nähe von Stuttgart und Rudern-Württemberg, genau.
00:26:35: Und Rudern Emery ist ja ein sehr erfolgreicher deutscher Regisseur mittlerweile in den USA.
00:26:40: Der hat Independence Day usw.
00:26:42: gemacht und dann habe ich einfach mal gegoogelt und da kam raus dass dieses Haus gerade zum Verkauf steht.
00:26:50: Dann hat Lotta Schmelzer, einer der beiden Produzenten Kontakt aufgenommen zu dem Makler und er hat uns dann netterweise an den neuen Besitzer, der der Nachbar des Hauses ist vermittelt.
00:27:02: Und dann durften wir in diesem wundervollen Haus drehen.
00:27:05: Das Haus bringt natürlich ganz viel eigenes mit aber unsere beiden Zehnbildnerinnen haben da auch noch mal ganz viel Magie gemacht und diesen neuartigen Touch dieses sechziger-sebziger Gebäude reingebracht Und wir hatten lustigerweise immer so einen Bungalow, so einen alten Kopf dafür.
00:27:24: Ich hatte auch noch ein Kassel wo ich eigentlich herkommen und aufgewachsen bin.
00:27:28: Da stand auch ein Haus wo ich das super gerne drehen wollte Aber das ging dann nicht, weil die Förderung nicht gekommen ist aus dem Bundesland beziehungsweise erst später.
00:27:37: Deswegen war es ein bisschen Glück und Unglück dass wir in diesem Haus gelandet sind Und mir war schon bewusst, dass das Haus eine wichtige Rolle spielen würde.
00:27:45: aber das ist so wichtig wird... Das hatte ich nicht auf den Schirm glaube ich.
00:27:50: Das hat sich vielleicht auch so entwickelt oder bei das Haushalt irgendwie?
00:27:53: Es hat doch irgendwie sowas amerikanisches fast an sich, oder?
00:27:55: Ja ja
00:27:56: das ergibt irgendwie auch glaube ich Sinn Weil die Familie wahrscheinlich schon früh oder die Familie Emmerich weiß ich nicht, aber gefühlt vielleicht hatten sie schon immer so eine Amerika-Faszination.
00:28:08: Also er hat es auf jeden Fall.
00:28:11: Weil du früher gesagt hast auch dieses voyeuristische natürlich und als Zuseher, Zusehrin wird man ja Teil... Man ist ja nicht unbeteilig der Kinogänger jetzt bei deinem Film sondern man schwankt ja zwischen einem Kinofilm und irgendwie doch auch dieser... man beobacht diese Inszenierung Es wird so von kalt und warm.
00:28:33: Man weiß nicht genau, dass jetzt eine familiäre Situation wo die Kameras aus sind oder ist es dann doch irgendwie wieder für das Publikum bestimmt?
00:28:42: Dann gibt es quasi noch das andere Publikums in dem man selber sitzt was faszinierend ist.
00:28:47: Was glaubst du was so faszinernd ist daran anderen Familien oder Menschen so beim Leben zuzusehen Die eigentlich nix wahnsinnig besondere Sätze machen außer halt ihren Alltag zugestalten?
00:29:02: ziemlich spannende und sehr berechtigte
00:29:04: Frage.
00:29:05: Oder hast du eine Antwort darauf gefunden?
00:29:07: Nee, aber was mich zum Beispiel auch fasziniert hat ist dass viele Kinder Family Accounts anschauen also das junge Menschen diesen Content konsumieren.
00:29:18: Und da würde ich mich wahnsinnig interessieren was da die Motivationen sind.
00:29:23: Also ist es sich in einer anderen Familie wünschen
00:29:27: Vielleicht, oder?
00:29:27: Ein
00:29:28: Korrektiv.
00:29:28: Oder irgendwie was Vergleichendes zu finden.
00:29:32: Es ist Voyeurismus.
00:29:34: Man sieht Gleichaltrige und findet die cool so wie man damals halt Kinder- und Jugendserien geguckt hat.
00:29:41: Diese sitcoms aus dem einzigen
00:29:46: quasi... Es
00:29:49: gab ja damals eine Schwämme auch an diesen Family-Sitcoms, so in den Neunzigern.
00:29:55: Stimmt
00:29:55: auch!
00:29:56: Die wahnsinnig beliebt waren und wo eigentlich schöne happy men ... also durchwegs glückliche Menschen in schönen Häusern in so US-amerikanischen Vorstätten gelebt haben.
00:30:10: Das hat man sich schon gerne angeschaut, das gibt es vielleicht dann...
00:30:13: Ja, vielleicht ist das.
00:30:14: also ich glaube was auf jeden Fall eine Motivation auch sein kann ist halt mal.. Es gibt ja so Picture Perfect Families quasi wo dann wirklich alles ganz tolles und ganz ästhetisch und so.
00:30:25: Ich glaube dass ist ein eskapistischer Moment, dass man sich da reinflüchten kann und irgendwie eine Ruhe finden kann wenn der eigene Alltag sehr chaotisch ist oder darin Inspiration finden kann kann glaube ich aber auch auf der anderen Seite dazu führen, dass man sich damit vergleicht und denkt warum bin ich nur so schlecht?
00:30:42: Warum schaffe ich das nicht?
00:30:43: Warum sieht es bei mir so nicht aus.
00:30:47: Das kann wahrscheinlich eine Motivation sein sicherlich auch bei manchen Familien sich über die erheben und zu gucken.
00:30:57: da bin ich ja viel besser als die oder sowas gibt's Sicherlich
00:31:01: auch.
00:31:02: Also in dem Fall ich fand sie ja auch so entlarvend, weil dann gibt es quasi diese Diskussion darüber ob's quasi diesen KI-Avatar von Luca geben soll der dann auch entwickelt wird und irgendwie die Verena Altenberger in einer kleineren Rolle tritt hier auf als Ich glaube in den Credits als KI-CEO, kurz bedient.
00:31:29: Keine Namen ausdenken einfach nur Berufsbezeichnung.
00:31:33: In dem Fall braucht es eigentlich gar keine Namen!
00:31:36: Und ich glaube, sie sagt das dann irgendwie so in einem Nebensatz.
00:31:38: Ja alle Menschen oder alle Jugendlichen wünschen sich eine Freundin wie Luca und Luca ist dieser einsamste Jugendliche den man sich nur irgendwie vorstellen kann was irgendwie so eine traurige Komponente natürlich hat.
00:31:52: Aber das ist auch etwas was natürlich gerade auch ein riesiges Thema ist Einsamkeit bei Jugendlichen.
00:31:57: Da sind so viele Menschen oder jungen Erwachsenen die durch Corona extrem gelitten haben Die vieles von ihrer Jugend eingebüßt haben die wenig Orte haben, wo sie sich treffen können.
00:32:07: Die auch vielleicht viele soziale Skills irgendwie nicht so richtig ausbilden können.
00:32:13: und ich glaube diese Einsamkeit... Also es gibt Studien in den Prozent aller Jugendlichen schreiben mit oder benutzen Chatbots.
00:32:23: Davon sicherlich auch einige um in Themen zu besprechen.
00:32:28: Es gibt Suizid Solizide von Jugendlichen, die von der KI oder mit der KI in den Tod sich treiben.
00:32:37: Das sind jetzt natürlich die extremen Beispiele.
00:32:40: Die KI hat wie gesagt auch ganz viele tolle und wichtige Seiten.
00:32:45: Ich finde sogar gar nicht uninteressant zu sagen ist es nicht besser wenn eine Oma in einem Altersheim mit einer KI sprechen kann anstatt wenn sie mit niemandem sprechen können.
00:32:56: Es traurig dass die Gesellschaft so ist aber sie ist nun mal so Genau, aber das als kleine Exkursion in dieser Einsamkeit.
00:33:06: Hast du so jetzt auf deiner Kinotour auch von Jugendlichen schon irgendwie Feedback bekommen oder gab es da schon spezielle Screenings vielleicht?
00:33:15: Wir machen ganz viele Schulscreenings und ich glaube jetzt auch in Österreich werden ein paar Schulscreening kommen und wir sind der Schulkinowoche auch an Deutschland mit dabei Und da wird der Film viel gesehen.
00:33:30: Ich habe mit den Jugendlichen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, die konnten alle relativ viele damit anfangen und natürlich ist es auch für die eine Herausforderung einen langsamen Film zu gucken aber das finde ich auch ganz spannend diese herauszufordern.
00:33:46: Gerade gab's auch ne kleine Studie dass die Gen Z wieder mehr ins Kino geht was ich irgendwie ganz interessant finde also dass da Leute diesen Ort Kino neu für sich entdecken Und natürlich da auch so einen Raum und so ein Gemeinschaftsgefühl erleben können, was sich an Kino sehr wichtig und toll finde.
00:34:04: Dass das halt passieren kann.
00:34:06: Genau!
00:34:08: Ich habe zum Beispiel eine Frage bekommen zu diesem Thema Einsamkeit und ob das viel mit Corona zu tun hatte weil es für mich gar nicht hatte aber fand ich total spannend dass das aus einer jugendlichen Perspektive so gelesen wurde
00:34:24: Also während Corona eigentlich angefangen oder daran zu arbeiten?
00:34:31: Im zweiten Lockdown habe ich geschnitten und da ist die Idee dann gekommen, als wieder das gesellschaftliche Leben mehr wurde.
00:34:40: Aber natürlich auch unser Prozess hat sich durch Corona total verändert, weil wir dann auch sehr häufig einfach in unterschiedlichen Städten miteinander gearbeitet haben über Zoom.
00:34:51: Genau!
00:34:53: Hat der Film auch auf dich persönlich irgendwie abgefärbt?
00:34:57: Ja also ich habe auf jeden Fall... Ich würde sagen, ich war straight up auch Social Media süchtig so und hab auch so.
00:35:06: Doomscrolling und sowas kenne ich sehr gut Und ich weiß auch schon seit langem, dass es keine guten Effekte meistens auf mich hat irgendwo zu sitzen und einfach nur zu scrollen.
00:35:19: Deswegen arbeite ich auf jeden Fall auch aktiv daran mir so Apps dann wegzublocken wenn ich arbeiten will oder wenn ich irgendwie einen schönen Tag haben will und dann gucke ich versuche einfach deutlich weniger soziale Netzwerke zu benutzen.
00:35:34: Man kann sie einfach löschen und dann, wenn man sie braucht wieder instellieren.
00:35:37: Das geht auch... Ich mach es
00:35:39: immer wieder!
00:35:39: Ja das hat bei mir nicht mehr geholfen.
00:35:41: deswegen habe ich eine App die mir das dann wegblockt aktiv.
00:35:48: Genau und auf der anderen Seite ist natürlich halt auch ein sehr am übernendendes Verhältnis weil ich's auf der andern Seite auch brauche als Werbeplattform für mich an die Filme und so weiter.
00:35:57: Deswegen finde ichs auch immer ein bisschen schade weil ich so das Gefühl hab künstlerische Generationen aktuell geht es sehr harmlos mit diesen Plattformen und Social Media um.
00:36:08: Und wir benutzen sie nur, und wir beschwerden uns nicht genug darüber, um kritisieren – nicht genug!
00:36:14: Sondern das sind ja auch einfach Maschinen die extrem viel Aufmerksamkeit abziehen von Zwischenmenschlichkeit, von Kultur, von Familien im Endeffekt.
00:36:26: Es ist soviel Zeit was da gefressen wird, die man so viel besser... aktiver in dieser Welt benutzen könnte.
00:36:36: Man hat immer beim Fernsehen schon von der Verdummungsmaschine gesprochen und soziale Medien falsch genutzt sind auch Verdummungsmaschinen.
00:36:45: Du bist Anfang Dreißig jetzt oder kann man das so?
00:36:47: Ja,
00:36:47: ja ich bin so ein Dreißiger.
00:36:50: Das heißt du bist noch quasi gerade ohne
00:36:54: aufgewachsen.
00:36:55: Ich habe, ich kann... also im Jahr war es das erste iPhone.
00:36:59: Da war ich dreizehn.
00:37:00: Das heißt, ich habe noch ohne Smartphones eine Jugend und Kindheit gehabt.
00:37:06: Und als ich dann dabei genau so ein bisschen älter wurde und dann jugendlich war, kam halt die soziale Netzwerke.
00:37:13: Es hat mit Schülaufordzeit und Facebook angefangen.
00:37:17: Und das hat ... das war natürlich auch total cool weil man dann ganz anders mit Menschen in Kontakt bleiben konnte und sich ausprobieren konnte.
00:37:25: Und ich habe total viel fotografiert, das war auch schön die Arbeit präsentiert zu können genau und sich dadurch irgendwie auch zu entwickeln und Inspirationen zu finden, Menschen zu finden ,die ähnliche Interessen haben.
00:37:40: Ja und ich glaube natürlich hat es aber auch so meine Art und Weise wie man Menschen kennenlernt.
00:37:45: Das hat dann auch Datings sich verändert.
00:37:50: wenn man nicht irgendwie erst mal irgendwo hingegangen ist und jemanden kennengelernt hat, sondern vielleicht hat man jemanden online kennengelernet.
00:37:56: Und dann irgendwie geguckt trifft man sich mal oder so.
00:37:58: Es ist schon interessant wie das ja so viele oder eigentlich fast alle Lebensbereiche stark verändert hat.
00:38:07: Magst du diese Plattform die Du als Filmemacher auch hast?
00:38:10: Irgendwie auch Nutzen quasi um so Themen anzusprechen?
00:38:14: also...
00:38:14: Ja voll!
00:38:15: Also ich glaube Also ich will immer auch Filme machen, die eine gesellschaftliche Relevanz haben und eine politische Relevance.
00:38:24: Und auch so ein bisschen versuchen, die Zeit in der wir leben einzufangen und zu konservieren oder auch Dinge verhaltensweise in gesellschaftlichen Kontexten zu hinterfragen und zu challenging und zu sagen wollen wir uns mal darüber unterhalten vielleicht sollen wir das wollen wir das so machen als Gesellschaft?
00:38:46: Es wäre dann interessant zu wissen, wie quasi dein Film in zwanzig-dreißig Jahren wirklich auf
00:38:53: Menschen wirkt.
00:38:53: Total!
00:38:53: Ich finde das wird spannend.
00:38:58: Ist es dir leicht gefallen den Filmen irgendwann zu sagen, okay, Schluss jetzt reicht's mit dem Editieren?
00:39:03: Jetzt gehört einmal abgeschlossen oder gab es dann eh eine Deadline?
00:39:09: Ja ich glaube, dass ist mir vor allem im Drehbuch schwergefallen, dann irgendwann zu sein, das ist es jetzt und... Dann hat man aber Gott sei Dank beim Filme machen einfach auch immer Deadlines, wo wir sagen, okay, wir drehen jetzt gleich.
00:39:21: Wir brauchen es jetzt.
00:39:22: Das muss jetzt fertig sein und dann versucht man nochmal alles so hin zu tweaken wie man das möchte.
00:39:28: Und im Schnitt kann man natürlich auch zwei Jahre verbringen.
00:39:32: Aber es kommt glaube ich einfach oder stellt sich irgendwann der Punkt ein, wo man sagt Okay, dass ist es jetzt und das ist das Maximum und wir haben alles ausprobiert.
00:39:40: Und das ist natürlich nie perfekt.
00:39:43: ist irgendwie der Film, der es in dem Moment sein soll und auch kann.
00:39:51: Ich glaube ich hatte dieses Gefühl dann relativ stark von Der Ist Jetzt Geht So und wir haben ihn da nochmal liegen gelassen, haben ihn ein paar Wochen später angeguckt.
00:40:05: ich mag sehr gerne Sachen fertig machen.
00:40:07: Ich find das super, also auch dann man schneidet ja und dann kommt ja noch die ganze Postproduktion danach, also Farben, Töne Musik Und genau, es gibt mir immer eine hohe Befriedigung wenn zum Schluss das Produkt so fertig ist und man weiß okay jetzt ist alles getan an dem Pfeil und jetzt kann man es exportieren.
00:40:32: Kann man sich hinaus in die Welt geben?
00:40:36: Genau voll, ja.
00:40:37: Wie bist du als junger Mensch überhaupt zum Film gekommen?
00:40:42: oder was war dein Antrieb?
00:40:44: Ja ich habe eigentlich mit Fotografie angefangen also ich hab irgendwie schon als Kind haben mich Kameras immer fasziniert.
00:40:51: Ich hatte dann auch so weiß noch wirklich mit Filmen meine ersten kleinen wo man noch so Filter mit so Herzchen davor schieben konnte, vor das Objektiv.
00:41:02: Und das fand ich schon toll.
00:41:03: und dann habe ich mich in dieses Hobby Fotografie da irgendwie reinbegeben und hab ganz viel ausprobiert, mich auch sehr häufig selber fotografiert in irgendwelchen lustigen Bildern... ...und hab dann aber auch eine Liebe zum Text entwickelt Gedichte geschrieben, Geschichten geschrieben und dann hat sich das irgendwie so alles zusammengeführt.
00:41:29: Und ich habe dann für mein Abitur meinen ersten Kursfilm gedreht, weil mir das eine Prüfung erspart hat.
00:41:36: Das ist praktisch!
00:41:37: Ja es ist natürlich eigentlich viel mehr Aufwand gewesen, weil ich ein Jahr lang an diesem Drehbuch-Film, Filmfertigstellung und Dokumentation davon gearbeitet hab.
00:41:45: Aber es war total schön und sehr lehrreich.
00:41:49: Ich bin vor allem über Mein guter Freund Jan David Günther, der mittlerweile Kameramann ist.
00:41:54: Der früher auch Fotograf war eigentlich dann in den Film reingerutscht weil er mich da so mit rein gezogen hat auf eine Art und
00:42:02: ja... Aber diese Liebe zum Fotografieren, zum Schreiben und quasi dieses Künstlerische ist das auch irgendwie aus deiner Familie vielleicht?
00:42:11: Überhaupt
00:42:11: nicht tatsächlich!
00:42:12: Also ich kann was... Mein Papa ist gelernter Industrie Das muss ich richtig hinkriegen.
00:42:22: Der ist Maschinenbauer gelernt und ist dann über viele Wege im Personalmanagement zum Schluss gelernet, meine Mama ist Kinderkrankenschwester-Gelernte also ich komme eigentlich aus einem Haushalt wo... Also meine Mutter ist schon sehr kunstinteressiert aber ich komme auch aus keinem kreativen Haushalt in den Sinne dass meine Eltern beide schon Künstler waren.
00:42:43: Ist das quasi dein Ausbrechen?
00:42:46: Ja, ich glaube
00:42:49: es wäre auf jeden Fall eine sehr dumme Rebellion gewesen.
00:42:52: Aber ich glaube ich habe mich dadurch... Ich durfte mich trauen Kunst zu machen weil ich aus einem Haushalt kam wo auch ein gewisser Background da war wo man nicht tief fällt sondern erst mal mit aufgefangen werden kann wenn etwas nicht funktioniert.
00:43:11: Oder aufgeschlossen?
00:43:12: Ja genau total ja.
00:43:13: also mir waren immer alle Wege offen und die hätten jede Entscheidung mitgetragen, solange ich mich an demokratische Grundwerte halte.
00:43:25: Das ist ja schon mal gut!
00:43:27: Ja
00:43:27: das ist total schön.
00:43:28: aber auf der anderen Seite war es für mich auch für viele meiner Freunde ... dieser Moment so, ... ... im Jahr zwei Tausend Fünfzehn mit der Schule fertig zu sein und zu wissen.
00:43:39: Man kann alles machen hat auch was sehr lehmendes.
00:43:43: Das sind diese klassischen Millennial-Probleme weil eigentlich ist die Welt einigermaßen in Ordnung so... Und du kannst dich in jede Richtung entscheiden und es war irgendwie auch so ein bisschen diese Qual der Wahl.
00:43:54: Zu
00:43:54: viele Möglichkeiten?
00:43:55: Ja genau!
00:43:56: Es ist eigentlich furchtbar dass man sich da vor zehn Jahren noch drüber geärgert hat das man so viel Möglichkeit
00:44:01: hat.
00:44:01: Man ist halt das Ketten seiner Zeit.
00:44:03: Ja definitiv,
00:44:04: also ich glaube wenn ich jetzt noch mal zwanzig wäre würde ich mich für einen sicheren Job entscheiden weil die Welt einfach so unsicher ist.
00:44:12: Aber du bereust es hoffentlich nicht?
00:44:13: Nein ich bereue es nicht.
00:44:14: aber ich glaube also ich glaub es ist halt einfach gerade keine Aufbruchstimmung in der Branche da und viele Leute struggling sehr hart und ich glaube der Einstieg ist immer schwieriger für die meisten Und ich habe zwischenzeitlich schon hinterfragt, ob es vielleicht nicht auch etwas Angewandtes braucht.
00:44:36: Gerade was wo man irgendwie nützlicher sein könnte obwohl ich Kultur für sehr wichtig und nützlig halte.
00:44:43: Aber hast du ein Gefühl wo sich vielleicht auch deine Art Filme zu machen, weil du hast diesen einen Dokumentarfilm von dir schon.
00:44:51: Das war glaube ich auch die Abschlussarbeit
00:44:53: oder?
00:44:54: Nee das war noch ein drittjahres Film genau und Babystar ist jetzt der Abschluss vom Studium.
00:44:58: Ach so das ist ja jetzt
00:44:59: ja Abschluss!
00:45:00: Aber hast du so ein Gefühl wo jetzt quasi sich auch das Filme machen dann vielleicht auch hin entwickeln könnte quasi?
00:45:10: Boah es ist super interessant weil ich glaube KI wird... halt viel so Content ersetzen können.
00:45:17: Also das, was wir uns jetzt sagen, wenn wir abends nach Hause kommen und einfach noch kurz während wir etwas essen anschauen wollen.
00:45:27: Sowas ist glaube ich durch KI sehr gut herstellbar und generell es wird alles durch KI alles sehr gut Herstellbar sein.
00:45:35: Das müssen wir uns keine Illusion machen.
00:45:38: Nur ich glaube dass es Menschen immer eine tiefe Faszination gibt anderen Menschen, echten Menschen bei etwas zuzuschauen.
00:45:47: Deswegen glaube ich werden Arthaus-Filme vielleicht immer nischiger werden oder es gibt wieder eine Welle und gerade das wird spannend und gerade dass will man sehen.
00:46:00: aber die Selektion wird einfach immer härter werden weil wir noch mehr.
00:46:05: also jetzt gibt's ja schon einen Überflut an Filmen und Serien die wir gucken könnten Und das ist natürlich durch künstliche Intelligenz, dadurch dass man noch viel schneller Dinge herstellen kann.
00:46:17: Wird es einfach einen kompletten Tsunami an Filmen und Serien wahrscheinlich geben?
00:46:23: Es gibt ja jetzt schon so viele Zeug auf Streaming-Denlut... Absolut!
00:46:28: ...die sich eigentlich niemand anschauen kann.
00:46:29: aber... Nee,
00:46:30: das ist aber auch ein bisschen... Ich habe vor allem Angst darum, dass dieser Moment den man so Lagerfeuermoment nennen könnte, dass Menschen zusammen kommen oder gemeinsam etwas gucken.
00:46:43: Also wenn wir beide jetzt die gleiche Serie auf Netflix gucken, können wir uns darüber unterhalten.
00:46:48: Wenn es noch mehr Filme gibt, gucken wir sicherlich oder mit geringerer Wahrscheinlichkeit das Gleiche und haben weniger Anknüpfungspunkte miteinander.
00:46:57: Wenn dann noch jede Show auf Netflix personalisiert an dich angepasst wird und die Storyline immer leicht unterschiedlich ist, haben wir noch weniger, worüber wir gemeinsam sprechen können.
00:47:09: Oder
00:47:11: es gibt einen Grundkonzept einer Serie, um die nach User entwickelt sich eine Serie in unterschiedlicher Strecke
00:47:17: oder so.
00:47:18: Ich denke das wird kommen auf jeden Fall und das passiert aber dann verlieren wir trotzdem den Moment dass wir über diese eine Szene gemeinsam lachen können.
00:47:28: Und davor habe ich tatsächlich einfach Schiss, dass dadurch noch mehr Einsamkeit entsteht.
00:47:35: Auf der anderen Seite kann jetzt nur für Wien sprechen, aber ich beobachte hier auch Kino-Säle sehr voll sind.
00:47:43: Also die Menschen wollen schon wieder raus und das von Jugend bis alt, bis Mittelalt sind da alle dann wieder gemeinsam unterwegs?
00:47:52: Wir
00:47:52: sehen auf jeden Fall ja auch in Deutschland wieder den Anstieg von Kinozahlen
00:47:55: usw.,
00:47:56: aber diesen halt noch nicht auf dem Niveau von zwei Tausend Neunzehn.
00:47:59: Ja
00:48:00: also was quasi vor der Pandemie wäre.
00:48:01: Genau
00:48:02: und klar wir haben uns halt einfach verändert und das ist glaube ich nicht nur.
00:48:11: Also es sind vielleicht auch viele positive Veränderungen irgendwie dazu
00:48:14: bekommen.
00:48:17: Ja, aber ich glaube und das lag auch nicht nur an Corona.
00:48:19: Das hat's halt einfach alles verschnellert alle Prozesse nochmal in dieses Brennklass auch gepackt.
00:48:30: Ich hoffe dass...ich bin mir nicht so ganz sicher wie viel Gesellschafts gerade gibt oder wie viele Leute sich zurückziehen.
00:48:41: Ich habe irgendwie gelesen, dass du auch für so eine YouTube-Agentur mal gearbeitet hast.
00:48:49: Ich glaube, du warst dann auch Teil von einer Agentur die sich um diese erste Generation an YouTubern gekümmert hat.
00:48:56: Hast du da selber mal die Idee gehabt, selbst in dieses Business
00:49:00: einzustellen?
00:49:04: Ich hätte mir damals mal ein paar Instagram-Follower von denen klauen sollen und irgendwie einfach so anhäufen, weil hilft bestimmt immer bei Förderung.
00:49:16: Aber ich bin extrem froh!
00:49:17: Und ich habe auch einfach nicht diesen Moment dass sich gerne irgendwo im Rampenlicht ohne irgendwas stehe.
00:49:27: also ich will nicht für meine Persönlichkeit irgendwo stehen im Rammentlicht.
00:49:31: Ich kann gerne meine Filme irgendwo präsentieren das mache ich super gerne.
00:49:34: Aber ich bin extrem froh, dass sich nicht mein eigenes Leben kapitalisieren muss in dem Sinne außer das es für meine Filme ausschlachte.
00:49:43: Hast du jetzt von diesem ersten Dokumentarfilm Bornfluencer hast du quasi von dem was mitgenommen auch jetzt für den Spielfilmen oder was hast du davon gelernt?
00:49:54: vielleicht?
00:49:54: Ja voll also.
00:49:55: ich glaube gerade so diese extremen Dynamiken untereinander die haben mich schon sehr beeinflusst auf Babys Star.
00:50:03: und Was ich so fürs Triebuchschreiben gelernt habe, ist dass Menschen häufig Dinge sagen die krasser sind als man sie sich im Triebuch ausdenken könnte.
00:50:14: Und ja das Leben auch schon ganz schön big ist und man das auch dann zeigen kann und dass es manchmal reicht.
00:50:24: Hast du da auch mehr Spielraum gelassen bei den Dialogen oder so?
00:50:29: Menschen sagen krassere Sachen?
00:50:30: Ja,
00:50:30: ich glaube wir haben es ein bisschen gesteigert.
00:50:33: Der Film hat ja auch manchmal fast ein bisschen theatrale Sprache vielleicht und wir haben die Leute wirklich einfach dann knallhart harte Sachen sagen lassen.
00:50:49: Und wo fühlst du dich jetzt eher zu Hause?
00:50:52: oder quasi sind da die Grenzen verschwimmend bei
00:50:57: dir?
00:51:00: Das richtige Format für ein Thema oder für eine Figur.
00:51:04: Und ich mag das total, ich mochte es total gerne dokumentarisch zu arbeiten und würde es auch wieder machen aber dann wenn man halt die Geschichte dafür findet.
00:51:16: Aber ich sehe mich schon grundsätzlich eigentlich eher im szenischen Bereich und hab ja früher auch viel Musikvideos gemacht und dass ist auch was vielleicht auch ganz gerne mal wiedermachen würde.
00:51:25: also kurzform arbeiten Genau, und darf aber jetzt erstmal in Deutschland für ZDF Neo Doppelhaus Hälfte drehen.
00:51:35: Was ja ein Comedy-Format ist, würde ich mich auch darauf freuen genau.
00:51:39: Und ich glaube im Endeffekt möchte ich einfach auch viel ausprobieren und dann so immer weiter die Stimme finden oder die Filme finden, die ich machen möchte.
00:51:49: Und schreibst du schon einen neuen Film?
00:51:52: Ich habe tatsächlich gerade eben bevor ich hierher gekommen bin... Das erste Treatment könnte man jetzt sagen, also ich glaube, ich muss jetzt noch zwei Zähnen schreiben.
00:52:01: Dann ist es das erste Mal fertig und dann kommen die ganzen Überarbeitungsrunde.
00:52:07: Schreibst du das alleine?
00:52:09: Gerade schreibe ich das allein aber das heißt nicht dass das so bleiben
00:52:12: wird.
00:52:13: Man muss auch immer ein bisschen... Da kommt man wieder zum kapitalistischen Druck.
00:52:19: weil man irgendwann davon leben muss, muss man sich wirklich überlegen ob man das alleine machen möchte oder zu zweit.
00:52:25: Die Förderung wird nicht höher dadurch, dass man es zu zweit schreibt.
00:52:29: Kannst du da schon irgendwas erzählen über das Projekt?
00:52:32: Das ist ein Liebesfilm der zu einem Body Horror wird und sich mit den Themen Schwangerschaftabtreibungen und Elternschaft auseinandersetzt.
00:52:43: wenn's den Film irgendwann mal geben wird.
00:52:46: Ja ich hoffe es klingt nach einem spannenden drängenden Thema
00:52:50: hier.
00:52:52: Ja, vielen Dank für deine Zeit.
00:52:54: Herzlichen
00:52:54: Dank dir!
00:52:54: Das wird toll.
00:52:55: Danke schön.
00:52:56: Ich würde dir gerne zum Abschluss noch ein paar kurze Fragen stellen.
00:52:59: Gerne mit kurzen Antworten.
00:53:00: Rapid
00:53:01: Fire Questions.
00:53:02: Ja gern kannst du auch ein bisschen ausholen wie du meinst und zwar in welche Stadt würdest du immer wieder gerne reißen?
00:53:08: Tatsächlich nach Wien.
00:53:09: ich finde es wirklich eine wundervolle Stadt und ich bin sehr happy dass ich hier war.
00:53:13: wenn ich noch was anderes sagen sollte dann ich finde New York wo ich jetzt bald hin darf extrem faszinierend Und habe aber auch extrem Lust, mal Tokio kennenzulernen zum Beispiel.
00:53:23: Ja das steht auch ganz oben auf der Liste.
00:53:27: Ist auch spannend wie jetzt New York wahrscheinlich sich vielleicht irgendwie verändert hat in den letzten
00:53:31: Jahren oder?
00:53:31: Ich bin extrem gespannt.
00:53:32: ich war vor vier Jahren das letzte Mal da.
00:53:35: Da bin ich sehr gespannt wie das jetzt wirkt und wie teuer alles ist.
00:53:39: Es soll extrem teuer
00:53:40: sein.
00:53:42: Also eher eine... Nein, liegende Frage.
00:53:45: Aber was war der letzte Film oder die letzte Serie, die dich verstört haben hat?
00:53:50: Verstört!
00:53:52: Wie auch immer verstört, positiv verstört, negativ verstört.
00:53:55: Ich habe tatsächlich gerade letzte Woche Rose von Markus Schleinzer gesehen und er hat mich sehr betört tatsächlich weil ich den so fein finde und so eine kleine eigentlich eine vermeintlich kleine Geschichte in der so viel steckt und so schön umgesetzt.
00:54:10: also mir hat er sehr gut gefallen
00:54:12: Also auf eine positive
00:54:14: Art.
00:54:15: Gibt es ein Buch, das du uns gerade empfehlen kannst?
00:54:18: Ich lese seit ungefähr ... ... sixty-fünf Monaten Anakarenina.
00:54:23: Nee so lange ist es noch nicht aber... Es ist einfach ja auch ein sehr sehr langes Buch.
00:54:27: deswegen brauche ich da lange dafür weil ich lese auch langsam.
00:54:31: Finde ich total spannend weil das ist jetzt auch mittlerweile wahrscheinlich knapp hundert Jahre alt könnte genauso heute wieder geschrieben werden auf einer Art weil Menschen sich scheinbar nicht so doll verändert haben.
00:54:44: Ich habe das eine Zeit lang immer wieder den Anfang zum Einschlafen gelesen, bin aber nie wirklich weit gekommen...
00:54:52: Man muss diese Charaktere alle kennenlernen und dann muss man die fünf verschiedene Namen pro Charakter ungefähr behalten und dann wird es ganz schön.
00:55:02: Und was mich tatsächlich ein tolles Buch, was ich neulich gelesen hab ist Botanik des Wahnsinns von Leon Engler, Deutscher Junge Autor, das kann ich auch sehr empfehlen.
00:55:12: Ah gut!
00:55:14: Was ist das schönste Lied der Welt?
00:55:18: Boah,
00:55:19: man sieht da einen Blick leider gerade nicht.
00:55:21: Das
00:55:21: ist wirklich eine ganz schwierige Frage.
00:55:24: Ich habe tatsächlich höre ich sehr viel... Also ich hab so einem Playlist die heißt bei mir Alltime Favorites und da sind... Wie viele
00:55:31: Lieder sind da drinnen?
00:55:32: Oh ich glaub so... thirty bis forty mittlerweile
00:55:35: Okay
00:55:39: Und ein Lied was da drauf ist unter anderem every time von Britney Spears.
00:55:50: Ich hoffe, ich habe das richtig gesagt.
00:55:52: Aber ja... Das finde ich ein ganz fantastisches Lied aber es gibt viele.
00:55:58: Es gibt circa vierzig andere Themen.
00:56:03: Was soll von dir und deiner Kunst von deinen Filmen einmal bleiben?
00:56:07: Hast du da schon einen Gefühl dafür?
00:56:11: Hoffentlich irgendetwas was Menschen, wenn sie den Film in zwanzig Jahren sehen, irgendwas über unsere jetzige Zeit erzielt.
00:56:26: Also so ein bisschen chronistartig vielleicht.
00:56:30: Da hat man dann auch wieder das Dokumentarische drinnen eigentlich?
00:56:33: Ja
00:56:34: und vielleicht halt auch irgendwas was also generell.
00:56:37: ich glaube einer meiner ersten Antriebe Kunst zu machen war tatsächlich einfach irgendetwas zu schaffen was bleibt.
00:56:43: aber es ist auch eine Ansprache.
00:56:44: wenn man das machen will wird man nicht glücklich weil Ja, alles wird untergehen in der Menge.
00:56:54: Ich glaube man muss wirklich Filme machen weil man das mag dass man Filme
00:56:57: macht.
00:56:58: Anna Karenina ist auch noch immer da.
00:56:59: Das wird auch noch einmal gelesen.
00:57:01: Aber
00:57:02: damals wurden halt nicht fünfhunderttausend Bücher geschrieben pro Monat
00:57:10: und dann noch die von der KI dazukommen.
00:57:12: Genau.
00:57:14: Du und irgendwelche letzten Worte für heute?
00:57:17: Vielen Dank für das Gespräch.
00:57:20: Es ist sehr warm.
00:57:23: Danke dir vielmals!
00:57:42: Was soll das alles?
00:57:43: Ist eine Produktion von mir, Philipp Dulle.
00:57:46: Folgen gibt es jeden Freitag überall wo es Podcasts gibt.
00:57:50: Damit ihr keine Folge verpasst folgt dem Podcast auf der Plattform eurer Wahl.
00:57:55: Vielen Dank fürs Zuhören und ich freue mich schon auf kommende Woche.
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