100 Jahre Ingeborg Bachmann – mit Filmemacherin Regina Schilling

Shownotes

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann widmet die Dokumentarfilmerin Regina Schilling der großen österreichischen Autorin den Film "Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war". Im Podcast spricht sie darüber, warum sie Bachmanns Prosa für mindestens so bedeutend hält wie ihre Lyrik, weshalb die Schriftstellerin ihrer Zeit weit voraus war und wie Themen wie Sprache, Identität, Gender und weibliche Diskriminierung schon in Bachmanns Texten angelegt sind.

Außerdem erzählt Regina Schilling von ihrer langjährigen Faszination für "Malina", der Zusammenarbeit mit Sandra Hüller und Anja Plaschg (Soap&Skin), den Dreharbeiten in Rom und der Herausforderung, mit wenigen Archivaufnahmen und viel Raum für Intuition eine filmische Séance zu schaffen. Ein Gespräch über das Frauen-Innenleben, patriarchale Strukturen im Literaturbetrieb und die Frage, wie eine Schriftstellerin schreibend mit ihren Traumata ringt.

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Die Folge wurde am 16. Juni 2026 aufgezeichnet.

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Was soll das alles? Philip Dulle spricht im Podcast mit Künstlerinnen, Musikern und Filmemacherinnen. Die dritte Staffel von “Was soll das alles?” erscheint jeden Freitag auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

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Wer spielt das alles? Die Spotify-Playlist zum Podcast.

Vielen Dank an den Kärntner Musiker Cherry Toast für das wunderbare Intro und Outro. “Slowly Moving Forward” könnt ihr auf Spotify und auf YouTube in voller Länge hören.

Transkript anzeigen

00:00:00: Sprache als Mordversuch an der Wirklichkeit.

00:00:04: Das ist aus einem Text auch ein Schritt nach Gomorrah, wo sie sagt und irgendwann mein Reich wird kommen es nicht das Reich der Frauen und es ist nicht das Reich der Männer.

00:00:16: Es ist ein Neusreich und da werden wir nicht mehr etikettiert.

00:00:20: sinngemäß Da wären wir nicht in Schokoladen gesteckt!

00:00:22: Das ist doch genau das worüber wir jetzt diskutieren.

00:00:26: Das fand

00:00:26: ich total spannend.

00:00:50: So

00:00:52: lacht er.

00:00:53: Er lacht!

00:00:55: Ich lache.

00:00:58: Ich muss sagen, ich habe den Film sehr genossen weil ich so ein gutes Gefühl für Ingebert Bachmann bekommen hab als ich ihn gesehen habe.

00:01:08: Weil sie natürlich so schwer greifbar ist war das auch deine Intentionen bisschen Sie den Menschen ein bisschen greifbacher zu machen?

00:01:19: Also... Darüber habe ich jetzt so in dieser Formulierung nicht nachgedacht, aber es war auf jeden Fall eine Intention von mir sie vielleicht nochmal neu zu entdecken.

00:01:32: Vielleicht auch Leute die Sie noch nicht kennen junge Frauen jungen Männer sie zu entdicken und vielleicht sich ein bisschen von diesem Geröll, diesen Ablagerungen und dem was so um sie herum sich im Laufe der Jahrzehnte aufgebaut hat.

00:01:49: Die Schwierige die mit dem dramatischen leidvollen Tod des Opfer... ...der Mythos, Didi war usw.

00:02:00: Das wollte ich ein bisschen...

00:02:02: Diese berühmten Männer

00:02:03: auch wiederfragen?

00:02:03: Ja, die Männergeschichten genau also das habe ich ja zum Beispiel sehr eingedampft und ich wollte so das Werk nochmal nahebringen, vor allen Dingen das Prosawerk noch mal nahe bringen.

00:02:17: Ja und vor allem wollte ich zeigen wie Visionär sie gewesen ist und wie heute ihre Texte sind.

00:02:28: Warum denkst du hat sich da so viel angesammelt?

00:02:30: Soviel Geröll wie du gesagt hast im Laufe der Jahrzehnte?

00:02:34: also der eine Grund ist bestimmt ihr ja wirklich tragischer Tod eine Frau, die mit der Zigarette sozusagen Verbrennungen erleidet dann ins Krankenhaus gebracht wird und nach.

00:02:50: zwei Wochen stirbt.

00:02:52: Aber jetzt hat zum Beispiel mehr letztens jemand gesagt, ich wusste gar nicht dass sie erst im Krankenhaus gestorben ist.

00:02:58: Ich dachte immer ein brennendes Bett gesehen.

00:03:02: wenn ich an Ingebock Bachmann gedacht habe also sowas zB das sind natürlich diese Mythen.

00:03:07: dann hat sie ja auch selber was Feuer geschrieben.

00:03:10: es gibt ein Gedicht erklär mir liebe.

00:03:14: da zitiert sich einen Satz.

00:03:15: ich glaube er ist von Baudelaire.

00:03:17: ich will mich nicht festlegen.

00:03:20: Mit meiner verbrannten Hand schreibe ich über die Natur des Feuers, ist glaube ich ein Zitat.

00:03:26: Es gibt den Marlina-Stellen wo sie auch übers Feuer spricht.

00:03:31: also dass sie manchmal Angst hat dass sie sich wenn sie sich die Zigarette an der Herdplatte anzunimmt das sie Haarefeuer fangen.

00:03:38: es gibt einen tollen Film wie Ich finde von Werner Schröter.

00:03:41: da hat Alfredi Jeldinek das Drehbuch geschrieben Da sind die ganze Zeit die Flammen.

00:03:45: Also ich glaube so Flammen und Feuer Das ist so das, was viele Ältere zumindest mit Bachmann verbinden.

00:03:55: Ja und ich wollte einfach die Schreibende, die Schriftstellerin, die ihrem Werk verpflichtet war einer Berufung, die sie mit Sicherheit verspürt hat eine Unbedingtheit hatte trotzdem zu schreiben im Kampf mit ihren Traumata mit ihrem psychischen Dispositionen.

00:04:17: Das war mir wichtig!

00:04:19: Ich finde, das sieht man auch so schön bei deinem Film.

00:04:23: Diese Autorin, diese Lyrikerin, diese Prosa-Autorin die einfach keine andere Wahl hatte ihr ganzes Leben lang oder außer ihre ganze Geschichte, ihre Herkunft Die zweite Weltkrieggeschichte natürlich, die Geschichte mit dem Vater der bei der NSDAP war dass alles auch irgendwie zu verarbeiten und es gab für sie keine andere Möglichkeit auszuschreiben Das ist so schön geblieben.

00:04:47: auch

00:04:49: Gut, also ich meine sie hatte schon auch als sie jung war in Wien auch andere Pläne.

00:04:53: Sie hat ja Philosophie studiert, promoviert über Heidecker und hat da auch mal überlegt in den Wissenschaftsbereich zu gehen.

00:05:00: Also sie war ja auch die Denkerin.

00:05:04: aber ich glaube sie war immer fasziniert vom Schreiben und das hat ein bisschen gedauert glaub ich bis sich dieses freie Schreiben zugetraut hat weil es ja auch mit einer Existenz-Sicherung zu tun hat.

00:05:17: Ja Also ich hab damals an die Sandra Hüller, die ja mit mir da so wie ich finde so schön zusammengearbeitet hat.

00:05:28: Damals geschrieben als ich sie gewonnen und gewinnen wollte für dieses Projekt habe ich ihr geschrieben warum sind denn eigentlich immer alle diese Rock'n Roll Schriftsteller Burrows Bukowski

00:05:39: usw.,

00:05:40: die sich tot gesoffen haben und die Drogen genommen haben?

00:05:42: Warum sind die alle so cool?

00:05:45: Ja, und warum ist sie so die tragische Leidende gewesen?

00:05:48: Die eben auch natürlich getrunken hat, Tabletten genommen hat.

00:05:52: Und das wollte ich so anders erzählen.

00:05:56: Das sind einfach diese Zuschreibungen, die man männlichen Autoren dann zugesteht.

00:06:00: Das ist Rock'n Roll wie du sagst... ...und sie ist die tragischen.

00:06:05: Sie ist das Opfer.

00:06:06: ne?

00:06:09: weil du Sandra Hüller schon angesprochen hast und das ist ja faszinierend, denn es ist nicht nur eine Dokumentation über Ingeborg Bachmann sondern du spielst gewisse Szenen oder einen Tag im Rom mehr oder weniger von Ingeborg Bachmann nach.

00:06:25: Oder du lässt gewisse Szene

00:06:26: nachstellen

00:06:28: von Sandra Hüler.

00:06:29: Und wie ist diese Verbindung überhaupt zustande gekommen?

00:06:33: Wie habt ihr euch gefunden?

00:06:35: Also die Verbindung zu Sandra Hüler.

00:06:38: Also ich kenne Sandra schon lange.

00:06:41: Und zwar habe ich sehr, sehr viele Jahre über zwanzig Jahresprogramm der LitColon mitkurratiert und internationales Literaturfestival in Köln und wir haben immer schon Schauspieler-Schauspielerin Texte die deutschen Übersetzungen sprechen lassen.

00:06:59: Haben also Schauspielerinnen und Schauspiele eingeladen mit den Autoren zusammen und da hab' ich Sandra schon ganz früh... eingeladen, weil also seit ich sie in Requiem gesehen habe was jetzt ich weiß nicht sehr viele Jahre her ist war es total fasziniert von ihr und sie ist ja auch ein Theatertier.

00:07:17: Und sie ist eben auch eine fantastische Sprecherin.

00:07:20: darum hab ich sie immer wieder eingelandet.

00:07:22: Sie ist auch immer gerne gekommen weil sie das auch liebt Literatur vorlesen und dann saß man zugegen über so nach einer Veranstaltung im Café.

00:07:30: Irgendwie erinnerst du mich an Engelbock Bachmann.

00:07:33: Du müsstest sie doch mal

00:07:34: spielen.".

00:07:35: Und sie so, ja ich liebe Bachmann die begleitet mich schon lange und aber keiner schreibt mir ein Drehbuch.

00:07:41: Schreibt du mir

00:07:42: eins?

00:07:42: So Ja!

00:07:44: Ich bin Dokumentarfirmaerin kann nicht.

00:07:47: Und Schnitt sag' ich jetzt mal Es kam tatsächlich ist es mir angetragen worden von einer Redakteurin, die mich sehr gut kennt und von meiner Bachmann Leidenschaft weiß.

00:08:00: Die sagte vor drei Jahren, es ist in drei Jahren hundertster Geburtstag und möchte so nicht ein Film über sie machen.

00:08:07: Wo ich sofort Feuer und Flamme war.

00:08:08: Es war gerade glaube ich auch erschienen der Film von Claudia Müller Über Elfriede Yellenegg die Sprache von der Leine Lassen den ich faszinierend fand.

00:08:17: Der war total schön.

00:08:18: Ja toller Film.

00:08:20: Habe ich da ums Eckimat mir halt Kino gesehen?

00:08:22: Auch sehr schönes

00:08:23: Kino.

00:08:25: Also ich finde auch total faszinernd weil das ist relativ selten wie Yelena über ihr Werk sprechen kann.

00:08:33: Mit welcher Klarheit, mit welchem Witz und mit welchem?

00:08:37: also gar nicht abgehoben sondern sehr sehr eloquent.

00:08:42: Also das hat Bachmann zum Beispiel nicht so gerne gemacht.

00:08:44: sie hat auch immer gesagt ich kann gar nicht so gut... Ich bin gar nicht gut in Interviews!

00:08:48: Ich kann besser schreiben, also ich kann besser denken wenn ich schreibe.

00:08:53: Ja aber das war eine Ermutigung dass man das wagen kann weil ich meine Literatur empfehlen Im Dokumentarfilm ist schwer, weil Text und Bilder kann schnell irgendwie belehrend werden.

00:09:08: Und es gab wahrscheinlich auch nicht so viel Material von ihr?

00:09:11: Genau!

00:09:13: So ging das dann los.

00:09:13: Dann habe ich dieses Archivmaterial gesichtet und das ist relativ überschaubar.

00:09:18: Weil Helleneck ist ja nun einige Jahre später zur Welt gekommen da war natürlich die Lage schon ganz anders mit Interviewmaterial usw.. Und das war relativ überschaubar und ich habe mir sowieso überlegt, ich wollte keine Talkingheads.

00:09:35: Also ich wollte jetzt nicht losziehen und nochmal... also es gibt ja auch nur noch wenige Zeitzeugen muss man sagen ist klar wenn jemand hundert geworden wäre bleiben nicht mehr sehr viele Leute übrig und dann hab' ich halt überlegt was kann die Form sein?

00:09:55: Und weil ich eben in dieser Neuentdeckung durch ein Treatment, das ich schreiben wollte, gemerkt habe wie aktuell die Texte sind.

00:10:03: Also gerade was Identität, Gender, Man's Planing, Angststörungen, Krankheit, Körper und Krankheit ist ja total faszinierend, wie sie darüber schreibt.

00:10:14: Ich dachte, wie kann ich es ins Heute holen?

00:10:17: Dann fiel mir Sandra wieder ein!

00:10:20: Und ich dachte wenn ich das mit ihr in irgendeiner Form, also vielleicht können Sie Ja, ich wollte kein Reenactment.

00:10:29: Aber ich wollte mit ihr irgendeine Form

00:10:30: entwickeln.".

00:10:31: Ich wusste noch gar nicht genau wie.

00:10:33: Wie hat sie reagiert darauf?

00:10:35: Das war das Tolle!

00:10:35: Ich hab mir dann geschrieben und sie hat innerhalb von zehn Minuten geantwortet und sagte, ich bin dabei.

00:10:41: Und es war mitten so ... Es war um Weihnachten rum vor zwei Jahren oder zweieinhalb Jahren.

00:10:49: Da war sie gerade kurz vor diesem Oscar-Rummel.

00:10:52: Und ich dachte, da kommt jetzt bestimmt

00:10:54: ein rein... Sie

00:10:55: wird nicht viel Zeit haben.

00:10:56: Und es kam ein Jahr, weil sie sich daran erinnert hat.

00:10:59: Weil sie einfach auch mit Bachmann beschäftigen wollte und sie das wirklich schade fand, dass sie das verpasst hat.

00:11:07: Sie sagt dann ich werde ja auch älter?

00:11:09: Also ist ja begrenzt die Zeit... ...und so kam diese Zusammenarbeit zustande.

00:11:15: Das hat mich beim Schreiben beflügelt.

00:11:18: Ich wusste, ich hab Sandra, die kann eh alles!

00:11:23: Dann habe ich schon Dann habe ich eine Textbuch erstellt, weil das war mir auch klar.

00:11:29: Ich will Bachmann in ihren eigenen Worten plus Interviews und Archivmaterial von damals.

00:11:37: Sandra Hüller liest dann auch noch Texte?

00:11:39: Genau!

00:11:40: Das war immer wichtig dass sie auch Text ... Sie kann ja auf Text so transparent machen und so leicht machen.

00:11:48: Auch schweres Text finde ich Ja.

00:11:52: und dann hatte ich so ein Textbuch, so einen Verlauf.

00:11:54: Das war zum Teil biografisch und zum Teil klasterartig an bestimmte Themen gebunden.

00:12:03: Und dann habe ich aber noch nach einer Form gesucht.

00:12:07: Da wusste ich lange Zeit gar nicht weiter.

00:12:11: Ich arbeite schon seit vielfühlen Jahren mit einem Dramatogen zusammen Jutta Doberstein und mache immer Pink Pong mit ihr.

00:12:20: Sie meinte dann, wir brauchen irgendeine Form von Minihandlung.

00:12:24: Und dann kam dieser Tag, ein Tag im Leben von ... Dann ging das irgendwie ganz leicht.

00:12:29: Ich dachte an Mrs.

00:12:30: Dalloway von Virginia Woolf.

00:12:33: Das ist auch einen Tag in dem Leben einer Frau in den Wechseljahren, würde ich heute sagen als ich es jetzt noch mal gelesen habe?

00:12:41: Das ist total interessant was wie man das heute liest damals nicht ausgesprochen aber ganz klar Dann habe ich mir das so vorgestellt.

00:12:50: Es ist natürlich ein imaginärer Tag, aber es ist vieles biographisch grundiert.

00:12:55: also Ich weiß dass sie gerne etruskische Grabstätten besucht hat.

00:13:01: Wir wissen dass die nachts durch Rom gestreut ist Was wir wissen dass sie am Tiber war Dass sie da spazieren gegangen ist dass sie nach Ostians Meer gefahren ist und Da dass sie gern schwimmen gegangen ist als auch solche Geschichten.

00:13:15: Das habe ich mir dann so zusammengebaut und dann floss das irgendwie.

00:13:21: Hattest du als Dokumentarfilmerin nie die Lust, vielleicht auch doch einen Spielfilm zu machen?

00:13:30: Gar nicht!

00:13:32: Nee gar nicht.

00:13:33: Ich bin auch jetzt während unseres Drehs manchmal gefragt worden, naja jetzt haste Blut gelegt es macht ein Spielfilm.

00:13:41: Wenn man Sandra Hüller schon an der Hand hat quasi...

00:13:45: Nee, also mir hat... Also ich muss sagen das war ja ein leichter Dreh im Sinne von eine Schauspielerin.

00:13:52: Ein kleines Team, überschaubare Drehorte und das hat mich schon an meine Grenzen gebracht weil ich bin ja normalerweise mit maximal drei vielleicht auch mal vier Leuten unterwegs.

00:14:05: und das toll am Dokumentarfilm ist ja auch dass man ganz schnell die Pläne wieder ändert.

00:14:11: Man plant was, dann fährt man irgendwo hin und stellt sich vor, das wird passieren.

00:14:17: Dann kommt alles ganz anders statt der Sonne, dass die Sonne scheint regnet.

00:14:23: Das finde ich auch immer das Tolle beim dokumentarischen Drehen, dass es nicht so festgelegt ist vorher.

00:14:33: Auch wenn mich das stresst, mag ich aber immer dieses ... oder sage ich mal so, nicht der Kampf mit dem Zufall sondern den Zufallen einladen.

00:14:42: Also wenn man dokumentarisch dreht also so wie ich meine Filme drehe dann muss man immer mit dem zufall sozusagen befreundet sein und das ist mir aber auch bei den Dreharbeiten zugute gekommen weil ich da nicht so perfektionistisch war Wenn man was schief gegangen ist, zum Beispiel wir nicht an dem Kiosk drehen konnten das wir vor ausgesucht hatten weil da eine Frau drin saß die einen hysterischen Anfall bekommen hat und es weggeschickt hat.

00:15:13: Weil das wäre nie abgesprochen gewesen.

00:15:15: ja sobald um die Ecke gegangen haben wir in einem anderen Kioskt gedreht

00:15:21: wo sie Zigaretten zum beispiel kauft glaube ich oder so.

00:15:23: Ja.

00:15:25: Was ich sehr schön finde, hast du das auch ... Ist das irgendwie dokumentiert?

00:15:29: Dieses Rausfahren auch, weil du gibst... Also Sandra Hüller spürt diese Melancholie quasi dieses Alltags, dieses Tages aber dann so beim Raus fahren auch eine gewisse Leichtigkeit die plötzlich da ist und sie fang zum Tanzen an und schmeißt sich in den Sand und irgendwie diese ganze Schwere, die wir vielleicht alle auf Ingeborg bach man so Koizieren löst sich plötzlich in so einer Leichtigkeit auf.

00:15:59: Wolltest du das hier reinschreiben?

00:16:04: Ja, also zum Beispiel der Tanz ist mein Geschenk an Bachmann.

00:16:13: Also ausgelöst oder inspiriert... wurde dieser Tanz von einer Textstelle aus Malina, so ist das jetzt auch im Film gebaut.

00:16:22: Da sagt sie singemäß am Brausen von Worten fängt an in meinem Kopf und die Silben flimmern und schweben an der Hirndecke Und alles is wie exultate Jubilat Das Buch dass ich zu finden weiß.

00:16:34: Und dann so exultade jubilat ist eine berühmte Mozart-Arie.

00:16:40: Dann war das irgendwie plötzlich da, da dachte ich Ja es war ein anderer Tanz.

00:16:44: dann einfach Sie läuft den Tiber lang hört das und fängt an zu tanzen.

00:16:49: Ich habe auch an Francis Haar gedacht, da gibt es eine berühmte Tanz-Szene, Greater Gorvik.

00:16:56: Ich wusste aber nicht wie ... Also ich hab nur geschrieben, Tanz zu exultate Jubilate von Mozart.

00:17:01: Wir haben dann später in andere Musik genommen Und da hab' ich immer gedacht, ich will sie so rausholen aus dieser Hemmung, weil in dem Archiv Material sieht man das ja auch.

00:17:10: Sie spricht hier auch gehemmt.

00:17:13: Man hat das Gefühl, dass sie sich nicht im Körper wohlfühlt.

00:17:19: Dann wollte ich ihr diese Freiheit schenken aus dem Kopf herauszukommen.

00:17:25: Wir haben dann auch so mit einer Choreografin gearbeitet.

00:17:27: Es gibt eine Szene da legt Sandra auf den Kopf.

00:17:30: So fängt es an richtig ab am Anfang weil der so schwer ist und immer denkt und denkt und liest.

00:17:39: Das war ein Geschenk ... Das hab ich ihr gewünscht.

00:17:43: Und gleichzeitig war das auch, und es passt ja vielleicht auch zu diesem Podcast ... War's für mich auch das Glück der Kreativität?

00:17:53: Also... Ich kann jetzt nur von mir sagen, ich procrastiniere endlos und leide und quäle mich also gerade eben beim Schreiben von Treatments oder in diesem Fall Drehbüchern oder einem Drehbuch eine Art Dreh-Buch.

00:18:06: Wenn dann der Durchbruch da ist kommen in Flow, dann ist das natürlich auch das Schönste überhaupt.

00:18:13: Und das hat Bachmann ganz bestimmt auch gehabt diese Momente im Schreiben wo es dann wirklich ein Glückszustand ist.

00:18:22: Hat's dir geholfen dass du jetzt nicht wahnsinnig viel Zeit hattest diesen Film zu machen weil ich schätze mal zwei bis drei Jahre wie du gemeint hast.

00:18:30: Das klingt zwar nach einer ganzen Menge Zeit aber für einen Film dann ja doch nicht dass du quasi zu diesem hundertsten Geburtstag Der jetzt am fünfundzwanzigsten Juni, zwanzig sechsundzwanzige wäre auch fertig gewesen.

00:18:44: Ja sehr guter Punkt.

00:18:46: also ohne Deadlines würde ich verloren weil eben genau.

00:18:53: also ich bin wirklich eine schlimme Prokrastiniererin.

00:18:55: Ich weiß mittlerweile auch Im hohen Alter wird man ja auch verständnisvoll damit sich selbst.

00:19:01: Ich weiß mittlerweile, dass ich nicht wirklich pro Krastiniere sondern das in meinem Kopf ganz viel passiert.

00:19:06: aber es ist einfach eine riesen Anstrengung von diesen recherchieren, recherchiern, auch mal was aufschreiben überall gelbe Klebezettelchen haben an den Büchern Karteikarten Aber dann wirklich so dahin zu kommen, dass alles aufgeschrieben wird.

00:19:20: Das ist für mich immer wieder wie so ein.

00:19:23: Also ich muss irgendwie ne Wand durchbrechen und das ist mir sehr schwer gefallen.

00:19:28: Aber der Zeitdruck, also ich musste einfach weitermachen.

00:19:33: Und dann habe ich dann auch so mittlerweile meine kleinen Helferleihen mit deren Hilfe ich das dann schaffe dieses Hinauszögern zu durchbrechen.

00:19:44: aber Deadlines sind für mich immer gut.

00:19:47: Ich stelle es auch bei so wenn man sich mit Ingebar Bachmann beschäftigt da kann man sich natürlich auch verlieren in unzähligen Biografien und im Originalwerk natürlich auch noch.

00:19:58: Ja, das Originalwerk ist ja sogar noch überschaubar.

00:20:02: Also ich sag mal, dass was zu lebt dann veröffentlicht wurde.

00:20:05: aber der Briefwechsel mit Frisch hatte ich natürlich eh schon gelesen.

00:20:08: Ich hatte eigentlich alles gelesen bis zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht war.

00:20:12: Aber ich glaube es ist eine Kombination... Ich habe das jetzt wieder irgendwo gehört.

00:20:19: Wo war denn das?

00:20:23: Das dritte Auge Verstand und Intuition.

00:20:30: Ich habe mit Verstand und Intuition an diesem Text gearbeitet, weil es ist ja erst mal ein Text.

00:20:36: Es ist ein Text der gar nicht aus meinen Worten besteht sondern das sind alles Teile die ich mir rausnehme aus verschiedenen Büchern, Interviews die ich transkribiert habe oder die transkibiert worden sind.

00:20:50: Und diese Mischung aus Verstand und Intuition, sich an einem bestimmten Punkt eben auch diesem Subjektiven überlassen.

00:20:59: Da muss man dann auch mal ausschalten den Zweifel und das müsste man noch erzählen.

00:21:04: Das ist glaube ich immer der Punkt, der erst einmal schwer zu erreichen

00:21:08: ist.

00:21:09: Also lieber weglasten viel?

00:21:10: Ja

00:21:11: genau!

00:21:14: Mir hat dann geholfen bei der Arbeit mir zu sagen es gibt ja Biografien Und jeder, der möchte, kann sich alles über Bachmann selber aneignen.

00:21:24: Weil er kann ja Bücher lesen.

00:21:26: Ich mache ein Film!

00:21:28: Ich muss, ich darf weglassen.

00:21:31: Aber das Weglassen und Verdichten ist letztendlich sowohl beim Schreiben dieses Montagebuch des Schwierigste gewesen... ...und auch im Schnitt später.

00:21:41: Das tut ja weh, dass weglassen.

00:21:44: Natürlich.

00:21:45: Kiliodarlinks sagt man auch so gerne.

00:21:50: Ich habe jetzt einen tollen Satz gehört bei der Dankesrede von Mascha Schilinski, die Sonne schauen beim deutschen Filmpreis.

00:21:59: Man sagt uns FilmemacherInnen noch immer, kill your darlings!

00:22:02: Wie haben sie mit unserem Film umgekehrt gemacht?

00:22:05: Take all you

00:22:06: darlings!".

00:22:08: Das hat dich auch lustig.

00:22:11: Letztens, also zum Weglassen.

00:22:13: Tolles Zitat von Alexander Kluge gelesen beziehungsweise habe es in einem Roman gefunden von Ben Lerner Transcription wo ein junger Mann an älteren der eindeutig kluge ist interviewt und er sagt ja im Schnitt alles was man weglässt im schnitt ist dunkle materie die trotzdem auf den film einwirkt Und das finde ich ganz toll.

00:22:36: dass hoffe ich dass das irgendwie Auch in meinem Film, die dunkle Materie sich irgendwie zwischendrin bemerkbar

00:22:45: macht.

00:22:46: Du hast früher gesagt diese Unterschiedlichkeit auch vom Ingeborg Bachmann.

00:22:50: das ist ja auch so faszinierend weil man natürlich so viel hinein interpretiert und ich komme selber aus Kärnten und Irgendwie ist der Ingeborg Bachmann doch irgendwie da aber nur als Monolith nicht greifbar irgendwie auch wird.

00:23:10: Und dann diese Interview-Ausschnitte, die man bei dir sieht wo sie total schüchtern ist auf der einen Seite und auf der anderen Seite aber so überzeugt natürlich von dem was ihr macht mit so viel Mut sich entgegen stellt dieser Männerwelt in der sie da groß geworden ist und wo sie auch zum Schreiben begonnen hat das fand ich schon sehr... Hat dich das überrascht oder war das irgendwie... Ja,

00:23:38: es ist mir genauso gegangen wie du das gerade beschreibst.

00:23:42: Dieser Mut also gerade zum Beispiel bei der Preisrede die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.

00:23:51: Das war der Preis der Kriegsblinden.

00:23:53: Wie sie ganz schüchter, ein bisschen linkisch diesen Preis in die Hand nimmt und sich stellt sich aufs Podium...

00:24:00: Sie weiß gar nicht wie sie jetzt tun soll eigentlich?

00:24:02: Ja, ganz unsicher!

00:24:03: Und dann haut die einen Text daraus.

00:24:06: Der Text ist wirklich... Also ich meine, sie sitzt da erstens, hat das mit ehemaligen Wehrmachtssoldaten war, die Schwarze Brillen haben, ein Auge fehlt also Kriegsverseerte Die eben auf der einen Seite, genau.

00:24:20: Also das ist ihr Thema mit der NS-Vergangenheit, sie ihr Vater und auf der anderen Seite sind die blind oder sehbehindert?

00:24:30: Und sie spricht die ganze Zeit in diesem Text von wir müssen sehen werden.

00:24:36: auch wenn wir nicht sehen können, müssen uns die Augen aufgehen Und haut den dann im Grundegramm auf nochmal so und gibt ihn einen Satz mit, die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.

00:24:46: Da redet sie natürlich verschlüsselt – auch von Auschwitz und der Schoah!

00:24:51: Das hat mich total fasziniert.

00:24:54: oder in der Kongresshalle auf der Bühne tausend Leute.

00:25:00: Ich glaube Walter Höllerer... Der hat das LCB, das Literarische Colloquium in Berlin gegründet.

00:25:07: Das war der erste, der so Lesung als Event inszeniert hat.

00:25:13: Literatur am technischen Zeitalter hieß diese Lesereihe und sie sitzt da.

00:25:19: Es wird hereingeführt von ihm scheinbar schüchtern und haut dann an Text raus und diene geht wo sie mit den Männern so genadenlos abrechnet.

00:25:29: Wo man so ja...das ist genau das!

00:25:32: Sie ist so widersprüchlich und vielschichtig.

00:25:35: Das hat mich total fasziniert, das wollte ich auch zeigen.

00:25:39: Dem wollte ich Platz einräumen.

00:25:41: Dieses Gefühl, dass ich beim Sicht... Das ist immer bei meinen Filmen, wenn ich mit Archivmaterial arbeite.

00:25:47: Und ich sehe das erste Mal dieses Archiv-Material.

00:25:50: Im Grunde genommen ist mein Gradmesser dafür, was ich spannend und interessant finde, ob ich eine Gänsehaut kriege oder nicht.

00:26:00: Das habe ich so gelernt, vor allen Dingen mit meinem Film Kuhlenkampfsschuhe.

00:26:05: Ein reiner Archivmaterialfilm.

00:26:07: Dass das was mich berührt und dass was ich spüre beim ersten Sichten eigentlich den anderen ähnlich geht wie mir und dass sich darauf setzen muss auf das Gefühl, dass ich es erste Mal habe wenn ich bestimmtes Archiv Material sehe.

00:26:22: Das ist

00:26:23: spannend!

00:26:24: Auch vielleicht noch ganz kurz, weil auch diese Welt in der sie dazu schreiben beginnt und die Gruppe ist siebenundvierzig.

00:26:32: Also diese Männer geprägte Welt wo ja Frauen im Prinzip überhaupt keinen Platz haben.

00:26:37: Du gibst den Männern gar nicht so viel Platz dann auch in deiner Doku wahrscheinlich bewusst auch aber was ein maßelreicher Nitzky dann in seinem Halbsatz sagt.

00:26:50: also das muss man sich immer wieder mal in Erinnerung rufen In welcher Welt sie da ein weiblicher Literaturstar wurde?

00:27:00: Ja, also es ist zum einen natürlich so ein zu tiefst chauvinistischer Literaturbetrieb

00:27:07: gewesen.

00:27:07: Unglaublich!

00:27:11: Also Randitz ging ausgenommen aber wo sie erst mal in dieser Lürich-Bereich war im Grunde genommen noch von alten Männern die noch aus der NS Zeit gekommen sind geprägt.

00:27:21: und zur Verteidigung von Marcel Reich-Ranitzke, muss man sagen.

00:27:25: Die anderen Kritiker waren ja auch nicht besser.

00:27:27: Also es gibt Ansatz in meinem Film der in einer Rezension stand.

00:27:33: diese Erzählung hat den Geruch des Klimakteriums.

00:27:36: also da ist man fassungslos oder?

00:27:40: Ich war fassungslos aber genau das ist immer was ich dann... ich nehme mich zum Gratenmesser entweder meiner Empörung Beeindrucktheit und so weiter und sofort.

00:27:54: Und versuche das dann später in der Montage mit der Editorin zusammen, der es dann meistens auch so geht, auch an die Zuschauer weiterzugeben.

00:28:08: Und auch das aufzubrechen, weil das hat man ihr ja zugestanden.

00:28:11: Dass sie jetzt dieser Lyriks da ist aber dass sie Prosa schreiben kann... Das wurde ja skeptisch bereugt oder?

00:28:17: Ja

00:28:17: und das habe ich eben nicht gewusst!

00:28:19: Das habe ich überhaupt in der Recherche erst verstanden und das hab' ich im Grunde am ersten mit den Interviews verstanden.

00:28:25: Ich habe mehr.

00:28:26: also es gibt noch bestimmt drei Radiointerviews längere wo auch da.

00:28:33: immer wieder kommen die Kritiker Männer in der Regel darauf, warum sie denn nicht weiter Lyrik schreibt.

00:28:40: Wollen Sie wirklich keine Lyrik mehr schreiben?

00:28:42: Das kann doch nicht sein!

00:28:43: Also ihre Lyrik ist doch... Und das war mir so nicht klar.

00:28:47: und mit welcher Grandetzer sage ich mal, die in den Interviews, dass dann im Grunde behauptet, dass sie keine Lyric mehr schreibt weil sie hat eigentlich immer weiter Lyric geschrieben.

00:29:00: Die hatten nur nicht viel veröffentlicht.

00:29:02: also da dachte Also warum hat man ihr denn nur diesen Platz als Lyrikerin zugestanden?

00:29:09: Das habe ich erst nicht begriffen.

00:29:12: Ich weiß es natürlich immer noch nicht, aber meine Vermutung ist dass die Lyrik doch etwas weibliches ist.

00:29:18: Ich hab so gelesen jetzt nach dem ich in den Filmen

00:29:20: gesehen habe.

00:29:21: Ja, aber auch ich vermute es so also immerhin.

00:29:24: Es gab Annette von Droste Hülshoff.

00:29:28: Die Lyrik ist weiblich.

00:29:30: Es gibt natürlich auch viele männliche Lyrike, aber das ist so die Poetessa.

00:29:35: Das ist der Thron, auf dem wir sie gerne hiefen und die Lyrik war ja auch beeindruckend gewesen.

00:29:43: Aber dass die Prosa so missverstanden wurde oder so noch nicht verstanden worden ist... Das hat mich schon überrascht muss ich sagen!

00:29:53: Weil Sie waren natürlich auch eine der Ersten in dieser Zeit, dezidiert weibliche Themen überhaupt in ihre Erzählungen reingebracht hat.

00:30:01: Also erst mal gab es ja diesen Erzählungsband des dreißigste Jahr, da gibt es zwei oder drei Erzählungen die aus der männlichen Perspektive geschrieben sind.

00:30:09: Die fand auch Reich Ranicki und auch andere Kritiker toll.

00:30:13: aber es gibt eben eine Erzählung ein Schritt nach Gomorra wo sie eine atlesbische Annäherung zwischen zwei Frauenschildern.

00:30:20: das ging natürlich gar nicht.

00:30:21: also war ich überrascht.

00:30:23: Und dieses Genderfluidät würde man wahrscheinlich heute sagen.

00:30:28: Das ist natürlich auch ein Thema, das uns heute natürlich umtreibt.

00:30:32: also sind so viele Themen die sie vorweggenommen

00:30:35: hat oder Sprache.

00:30:38: Ich finde so toll diesen Satz Sprache als Mordversuch an der Wirklichkeit.

00:30:44: Das ist aus einem Text, auch ein Schritt nach Gomorrah.

00:30:48: Du sie sagt und irgendwann mein Reich wird kommen.

00:30:51: Es ist nicht das Reich der Frauen und es ist nicht dass reich der Männer.

00:30:56: Es is an Neusreich und da werden wir nicht mehr etikettiert sinngemäß.

00:31:00: Da werden wir Nichtmenschubladen gesteckt.

00:31:02: Das ist doch genau das worüber wir jetzt diskutieren.

00:31:07: Ja und auch die Wissenschaft, also die Ärztinnen.

00:31:11: Eigentlich waren sie ja nur Ärzte, muss man dazu sagen.

00:31:13: Genau!

00:31:14: Und

00:31:14: das ist im Grunde genommen eine Rede an die Ärzten.

00:31:17: Also klar, es ist eine Rede am männlichen Ärzter.

00:31:21: Das ist aus Male Oscuro, ein Band, der eben aus dem Nachlass zusammengestellt wurde und herausgegeben wurde.

00:31:27: Der total wichtig war für mich für den Film oder psychosomalische Medizin... Panikattacken, Angststörungen.

00:31:35: Damit hat sie sich ja auch beschäftigt.

00:31:42: Also ich musste auch zwischendurch, das ist jetzt gar nicht lange her ein Dokumentar von meinem Porträt über Siri Husdwitt erschienen von Sabine Lidl.

00:31:53: und da sagt eine Schwester von Siri Husddwitt, die Siri als Kind und Jugendlich, es hat sie immer so eine intellektuelle Einsamkeit umweht.

00:32:06: Gewisse Parallelen zwischen Hustvid und Bachmann sind sicher, dass auch Hustwid sehr früh, sehr intellektuell war.

00:32:13: Vielleicht beide hochbegabt vermutlich?

00:32:16: Es hat sie ja auch zur Philosophie gezogen Und Hustwig hat ja auch ihre eigenen Symptome wissenschaftlich erforscht.

00:32:25: Die zitternde Frau zum Beispiel.

00:32:27: der große Unterschied ist das Hustfeld eine Resilienz hatte, die vermutlich aus der Kindheit kommt.

00:32:34: Sie war auch kränklich als Kind schon eher zart beseitet aber sie hat es halt geschafft eine lange Beziehung zu führen und eine gewisse Resilience mitgebracht und konnte dadurch ein großes Werk schaffen.

00:32:48: das hat Bachmann gefehlt was mit verschiedenen Dinge zu tun hat.

00:32:54: Und sie ist

00:32:55: überhaupt nicht alt geworden?

00:32:56: Ich war dann, wo ich den Film gesehen habe wieder so erstaunt auch dass sie ja nicht mal fünfzig geworden

00:33:02: sind.

00:33:04: Genau also Sandra Hüller war siebenundvierzig als wir in Rom gedreht haben.

00:33:09: Zufall!

00:33:11: Wahnsinn Schöner

00:33:12: zu machen.

00:33:13: Das sind diese Zufälle, die du eingangs gesagt hast?

00:33:16: Du bist der studierte Literaturwissenschaftlerin, stimmt das?

00:33:19: Ja also sagen wir mal so ich habe auf Lehramt studiert insofern und ich hab eigentlich im Studium versucht möglichst nur Literatur Wissenschaft zu machen aber ich habe jetzt nicht Geministik studiert sondern Lehrerin.

00:33:35: Aber dieses zweite also habe gar keine Referenz derzeit mehr gemacht.

00:33:39: Ist das dann trotzdem so ein Herzensprojekt, dass du auch so ein bisschen abschließen konntest mit diesem Film?

00:33:46: Also mit der Literatur werde ich nie abschliessen.

00:33:48: Weil ich komme wirklich von der Literatur.

00:33:52: Ich habe wahnsinnig viel gelesen und ich lese immer noch viel.

00:33:54: Ich hab acht Jahre lang in einem Verlag gearbeitet bei Keep My Hand Witch.

00:34:00: Ich habe über zwanzig Jahre das Programm der Lit Colombo gemacht und gelesen.

00:34:05: Ich komme schon von der Literatur, insofern kann ich vom Geschichten erzählen und so bin ich eigentlich zum Film gekommen.

00:34:12: Wie ist das passiert?

00:34:14: Auch am biografischer Zufall.

00:34:15: Also ich hab bei Kiepenhoventwitsch gearbeitet und nach acht Jahren wusste ich irgendwann... ...ich kann nicht mehr in ein Büro gehen!

00:34:24: Ich muss also mein eigenes kreatives brennen gespürt und bin dem nachgegangen.

00:34:33: Und hab dann mich ziemlich ins kalte Wasser geworfen, habe gekündigt.

00:34:37: Ich war damals Presse-Sprecherin bei Kiepenhoher.

00:34:40: Das war eigentlich ein total begehrter Job aber ...

00:34:43: Ist auch ein sehr großer renommierter, toller Verlag?

00:34:48: Absolut ja!

00:34:48: Und ich hab da auch wahnsinnig viel.

00:34:50: Ich hab für später so viel gelernt was ich da gar nicht so wusste.

00:34:53: Aber ich hab zum Beispiel journalistisches Denken gelernt Weil ich eben so viel mit Journalisten, meistens waren es Journalisten.

00:35:00: Also meistens war es damals Männer aber natürlich auch Frauen zusammengearbeitet habe.

00:35:05: Ich hab so gelernt was ist interessant woraus kann man eine Story machen?

00:35:10: und wollte dann eigentlich Journalistin werden schreiben.

00:35:15: an Filmen habe ich überhaupt nicht gedacht weil ich mir das gar nicht zugetraut habe.

00:35:19: Und ich habe dann eine befreundete Mutter im Hort meiner Kinder kennengelernt Und die war Fernseh-TV-Journalistin.

00:35:31: Das ist die Corinna Bells gewesen, die hat später ... Die macht jetzt seit vielen Jahren auch abendfüllende Dokumentarfilme.

00:35:37: Die hat den Film über Gerhard Richter gemacht, Painting und die hatte damals irrsinnig viel zu tun mit kleinen Kulturbeiträgen fürs Fernsehen und sagte, würdest du mir nicht beim Recherchieren helfen?

00:35:50: Ich krieg's grad gar nicht mehr hin.

00:35:53: So bin ich ans Fernsehen geraten, hab erst mal Beiträge gemacht für Kulturmagazine.

00:35:58: Sie wollte lange Filme machen ...

00:35:59: Das sind so fünf bis zehn Minuten Beiträge wahrscheinlich?

00:36:02: Genau!

00:36:02: Und sie wollte lange filme machen und wir haben uns so zusammengetan weil es schwierig ist von diesen kleinen Beiträgen in den Sprung ins Größere zu machen.

00:36:14: Und zu zweit haben wir da intensiven paar Jahre zusammengearbeitet und haben dann auch unseren ersten langen Film gemacht.

00:36:22: Dann haben die Wege sich getrennt und das war eigentlich Learning by Doing.

00:36:25: Und sie hat mir eher nicht viel beigebracht, also ich bin auf keine Filmhochschule gegangen.

00:36:29: Ich habe auch lange gedacht dass das ein großer Marke ist Dass ich nicht auf einer Filmhochschule war.

00:36:37: Irgendwann habe ich dann gemerkt es geht auch ohne filmhochsschule.

00:36:41: Also das war ein Zufall.

00:36:43: Das war ein zufall dass ich sie kennengelernt.

00:36:44: Ich hätte es von selber mir gar nicht zugetraut weil schon einen, sag ich mal kleinbürgerlichen Hintergrund.

00:36:51: Meine Eltern waren Druckisten in einem Vorort von Köln sehr dörflich eigentlich aufgewachsen und mit der Kunst hatte man da nicht so viel am Hut und das war auch eine Unsicherheit.

00:37:03: also Ich bin auch Wir sind alle drei meine Schwester mein Bruder und ich die ersten Akademiker In der Familie.

00:37:11: Da wird man meistens Lehrer habe In meinem Studium in einem Pädagogik-Seminar gelernt.

00:37:16: Das ist auch...

00:37:17: Ja, das ist auch irgendwie nachvollziehbar oder?

00:37:20: Weil Akademiker sind ja auch mit Angst besetzt so äh Angst im Sinne von also Geisteswissenschaften studieren.

00:37:27: was kann ich damit werden?

00:37:28: mache ich das auf Lehramt so wie es ist immer in Deutschland dann äh kann ich da mit mein Geld verdienen und das war erstmal nicht vorgesehen

00:37:39: aber trotzdem anscheinend dieses kündigen bei Kiepenheuer und Witsch, dann trotzdem auf die andere Seite wechseln zu wollen.

00:37:47: Und selbst kreativ werden zu wollen!

00:37:49: Nicht dass die Arbeit nicht auch kreative sein kann natürlich...

00:37:52: Ja aber diese Arbeit

00:37:54: ist so

00:37:54: durch mich durchgegangen das war sowieso aus Glas.

00:37:56: ich kam mir immer vor wie aus Glas Auf der einen Seite die AutorInnen, auf der anderen Seite JournalistInnen Ich dazwischen vermittelt.

00:38:05: Also wenn wir über Kreativität reden es gibt ein Buch Vielleicht kennst du es von Julia Cameron, The Artist's Way.

00:38:14: Ich glaube das hat sich Milliardenfach verkauft.

00:38:17: Ich habe es nicht gelesen aber es ist mir ein Begriff hier.

00:38:20: Untertitel an spiritueller Fahrt zur Entdeckung deiner Kreativität.

00:38:25: Dieses Buch ist mir wirklich in Wien auf einer Presse-Reise.

00:38:31: Bin ich über so einen isoterischen Buchladen gestolpert und das stand in einem Ständer und das hat mich Angesprungen.

00:38:38: Ich habe das gekauft und es ist wirklich ein Drei-Monats-Programm, dass ich damals gemacht habe und das hat er entscheidend mit dazu geführt, dass sich mich getraut habe diesen Job an den Nagel zu hängen.

00:38:52: Ist doch eigentlich verrückt!

00:38:53: Aber hast du diese kreative Leidenschaft davor vielleicht schon irgendwie anders ausgelebt?

00:38:58: Also nur für dich?

00:38:59: Hast Du gemalt oder fotografiert?

00:39:01: Ich hab ganz viel fotografiert, schon ganz früh.

00:39:04: Also so gesehen bin ich dann auch wieder beim Film gut gelandet.

00:39:10: Ja, ich habe ... So eine alte Spiegelreflex schon mit siebzehn geerbt.

00:39:19: Also ich hab ne alte Spiegelreflex von meinem verstorbenen Vater, der war Druckist und immer mit Fotoapparaten und super Achtkameras zugangenehm.

00:39:27: und hab angefangen zu fotografieren, hab ganz viel in der Dunkelkammer gearbeitet.

00:39:32: Und ich wollte ... Stimmt!

00:39:34: Ich wollte ursprünglich Fotografin werden und wollte auf eine Fotofachschule gehen in Köln.

00:39:41: Das fahrt dann aber aus sich.

00:39:43: Ich glaube die Anmeldezeit war... Man versteht das manchmal nicht.

00:39:47: Ich habe Abitur gemacht und hab dann sofort um auch ... Also ich musste mich ja finanzieren und um sofort BAföG zu bekommen weil es war klar dass sich das vom Elternhaus Das nennt sich, oh Gott.

00:40:00: Also es ist ein Zuschuss vom Staat für Studierende die sich das nicht leisten können

00:40:08: zu studieren

00:40:09: eine tolle Sache und das hat das ein paar Jahre musste man das nicht zurückzahlen dann muss man's teil zurück zahlen.

00:40:17: gibt es in Österreich auch?

00:40:18: Es gibt so einen Studienzuschuss ja also gab es zumindest als ich studiert habe

00:40:22: Den beantragt man.

00:40:23: da muss man dann sozusagen den Ja, das ist ein Lohnsteuer.

00:40:30: Wie heißt es?

00:40:31: Dass die Bescheinigung der Eltern hinlegen, dass sie

00:40:33: ihre Sohn zu viele Jahre verdienen

00:40:36: und damit konnte ich dann studieren und durfte mir auch eigentlich gar nicht viel leisten, nichts zu tun.

00:40:42: Und mit der Fotofachschule, ich glaube, hätte noch irgendwie nie erwarten müssen.

00:40:46: Also, es ist auch komisch wenn man jung ist wie schnell man so manche Träume attakter legt denke ich als rückblickend.

00:40:52: Aber vielleicht war's ja dann irgendwie noch nicht

00:40:55: Die

00:40:55: Zeit war noch nicht gekommen.

00:40:58: Unsere Zeit trennt schon ein bisschen davor, aber ich würde dich noch gerne auf Anja Plasch ansprechen so wenn es geht.

00:41:06: Sie hat die Musik auch zu deinem Film geschrieben was natürlich bassend ist weil sie ja schon in einem Brutbeckermann-Film geträumten.

00:41:15: oder ist das ja?

00:41:16: Genau!

00:41:16: Mitgespielt hat... Das ist dieser Briefwechsel zwischen Paul Seehlan und Ingeborg Bachmann.

00:41:22: Was glaube ich im Radiokulturhaus in Wien?

00:41:26: Ja, ganz toller Film.

00:41:30: Mit so ganz wenigen Mitteln eine Intensität hergestellt.

00:41:35: Ich glaube es spielten nur in diesen Studios?

00:41:37: Ja und zwischendurch gehen sie mal eine Zigarette raufen oder Anja sitzt einmal am Flügel und spielt

00:41:42: eine

00:41:42: Melodie.

00:41:44: Das ist fantastisch!

00:41:45: Also den Film hatte ich im in sehr, sehr starker Erinnerung.

00:41:50: Und insofern war Anja Plasch sofort für mich erste Wahl als ich über Musik nachgedacht habe weil ich wirklich auch dachte oh Gott Musik!

00:42:01: Ich kann doch jetzt nicht irgendeinen Komponistin fragen mach mir mal Musik dazu das geht irgendwie nicht.

00:42:10: und dann war gleich Anja in meinem Kopf Weil ich dachte, sie hatten Bezug zu Bachmann.

00:42:15: Das war eigentlich das Allerwichtigste.

00:42:17: Sie hat sich beschäftigt mit Bachmann durch diesen Film und die hat natürlich eine Intensität.

00:42:23: Und sie ist einfach eine Künstlerin.

00:42:24: Also es ist ja keine Filmmusikerin.

00:42:27: Filmmusiker sind auch Künstler aber sie gibt Konzerte und sie bringt so einen eigenen Kosmos mit.

00:42:40: Ich will erst mal sehen was ihr so dreht in Rom bevor ich zu sage.

00:42:44: Und dann haben wir ihr eine Szene gezeigt, die ist auch im Film Sandra Hüller zieht sich so verschiedene Klamotten an fast wie ein Laufsteg und das hat sie gesehen und das mochte sie so dass sie gesagt hat Ich bin dabei.

00:43:00: also wir haben uns getroffen und Sie hatte da wirklich alle Freiheit.

00:43:05: Das war aber auch so einen Zufall den ersten Kaffee den wir getrunken haben Und sie sagt, ja ich arbeite gerade.

00:43:13: Ich nenne es so Voice Experiments.

00:43:15: Das ist grade das neue Ding.

00:43:18: Es gibt eine neue Gruppe und eine Band mit denen trete ich auch auf.

00:43:22: Exit Void heißen die?

00:43:24: Genau!

00:43:25: Da experimentiere ich gerade rum.

00:43:28: Kannst du dir das vorstellen?

00:43:30: Großartig natürlich sofort.

00:43:32: Wir haben dann noch zwei Songs aus ihrem Werk genommen The Sun and Creep Und alles andere ist aber von ihr für diesen Film komponiert.

00:43:42: Sie hat ein kernten Erfolgslied, das du vielleicht kennst wenn du das Kernten kommst.

00:43:46: Das ist schon still um an See?

00:43:47: Ja!

00:43:48: Da singt sie und ja...

00:43:52: Bei welchem See ist das gedreht diese Szene?

00:43:55: Ach, das möchte ich eigentlich ungern sagen

00:43:57: Ich hab mich das gefragt

00:43:59: Das möchte ich nicht verraten.

00:44:02: Es soll noch Geheimnisse geben, aber vielleicht so.

00:44:05: abschließend nach ist das wenn man dann Sandra Hüller auch im Welts da kann man es sagen mittlerweile auch seit ein paar Jahren auf der ganzen Welt bekannt und er Anja Plaschk, Anja Sobenskin, wenn man mit solchen Menschen auch die plötzlich zur Verfügung hat, dann noch dazu Ingeborg Bachmann Eine Lieblingsautorin, sage ich jetzt mal von dir.

00:44:31: Ist da nicht auch die Sorge oder gab es eine Angst irgendwie zu scheitern?

00:44:36: Dass das vielleicht das Projekt ... Oder nur ne ... Da stand das gar nicht im

00:44:41: Raum!

00:44:42: Also... Die Angst vom Scheitern, die begleitet mich immer bei jedem Projekt.

00:44:49: Weil die Herausforderungen sind ja auch immer andere.

00:44:52: Ich habe immer so eine ... also ich hab eine Angst auf Drehs Aber das Entscheidende ist ja, die Angst zu überwinden.

00:45:00: Ich hab wahnsinnig Angst aber ich mach's trotzdem!

00:45:03: Ich hatte natürlich Angst vor Sandra weil wir uns kennen und weil sie eine total solidarische Person, es war auf Augenhöhe, aber ich habe mich auch gefragt was ist dann wenn des nix wird mit dem Film?

00:45:17: Was tue ich ihr denn damit an?

00:45:20: Wie viele Dreh Tage?

00:45:22: Wir hatten acht Drehtage also das war ja überschaubar.

00:45:25: Es sollte ja auch immer von vorn heran, weil klar das da sehr viel Archivmaterial drin sein

00:45:30: wird.

00:45:30: Aber ihr habt seine Wohnung wahrscheinlich in Rom gemietet?

00:45:33: Genau!

00:45:33: Na klar wir hatten auch ein Budget.

00:45:34: also es ist auch das höchste Budget mit dem ich je gearbeitet habe.

00:45:38: Gott sei Dank kann ich dann in den entscheidenden Momenten auch verdrängen und mich darüber nicht mir den Kopf zerbrechen aber ich konnte nicht gut schlafen... Ich glaube, das ist das Entscheidende.

00:45:54: Es gibt keine Künstlerinnen, die keine Angst haben.

00:45:58: Also ich habe auf meinem Laptop einen Satz von Tocotronic-Dick von Loto stehen.

00:46:04: im Zweifel für den Zweifels.

00:46:08: Früher halte ich von Reinhold Gott's Don't Cry Work Dann hätte ich auch mal gedacht, ja ist es gut.

00:46:14: Aber ich bin jetzt so langsam in der Phase wo ich da so ein bisschen loslassen muss also nicht immer nur so und dann habe ich im Zweifel für den Zweifeln jetzt drauf stehen.

00:46:23: Also klar hat mich die Angst immer begleitet aber gleichzeitig haben sie mich natürlich mit auf eine andere Stufe genommen.

00:46:31: das war natürlich auch toll für mich.

00:46:34: Das war beides.

00:46:35: Aber klar Angst vom Schleitern immer dabei!

00:46:39: Vielen Dank Für deine Zeit, ich fand das total schön.

00:46:42: Ich würde gerne zum Abschluss noch ein paar kurze Fragen stellen, wenn sich das noch ausgeht.

00:46:47: Geht es sich das nur aus?

00:46:48: Das

00:46:49: geht's nicht.

00:46:49: Auf jeden Fall!

00:46:50: Und zwar in welche Stadt würdest du immer wieder gerne reißen?

00:46:55: Oh... nach Wien.

00:46:58: Nach Wien?

00:46:58: So wie ich dachte jetzt kommt oben vielleicht.

00:47:01: Nein hier lebt mein Enkelkind in Wien!

00:47:03: Ah okay.

00:47:05: Immer eine Reise wert.

00:47:07: Welche Filme oder welche Serie haben dich zuletzt verstört?

00:47:13: Wie auch immer verstört.

00:47:15: Vielleicht Teufelsbad, mit Anja Plaschk auf eine gute Art und Weise verstört?

00:47:23: Mann, das ist ja wirklich ein Wahnsinnsfilm!

00:47:26: Ich kannte diese Hintergründe nicht.

00:47:28: Also selbst nur zu begehen, also nicht mehr leben zu wollen und damit zu erreichen einen Kind umzubringen, damit ich nicht in die Hölle komme...

00:47:44: Hingerichte zu werden.

00:47:45: Ja,

00:47:46: genau und damit aber erlöst zu werden...

00:47:48: Und keinen Suizid...

00:47:49: Genau weil als Selbstmänner bekommst du kein Grab und bekommste keine Messe und so werde ich es richtig verstanden habe.

00:47:57: Verstörende Fähigkeiten.

00:48:00: Gibt's ein Buch das Du uns gerade empfehlen kannst?

00:48:03: Also ich liebe die Romane von Elizabeth Stroud und besonders liebe ich Olive Kitteridge.

00:48:13: Gibst Du etwas

00:48:13: Neues?!

00:48:14: Es gibt auch ein neues Buch von ihr.

00:48:18: Natürlich komme ich jetzt nicht auf den Titel, weil also das neueste Buch von Elizabeth Stroud, amerikanische Schriftstellerin die hat damals für Olaf Kitterich auf Deutsch heißt Das Mitblick aufs Meer.

00:48:31: Also warum

00:48:32: auch immer?

00:48:32: Ja es ist so eine Nicht-Sage in der Titel Aber

00:48:34: sie ist

00:48:35: so ein tolles

00:48:35: Buch.

00:48:36: Ja und in Deutschland wird es vom Cover und vom Titel so in diese Unterhaltungsfrauen Literatur So dass es gar nicht.

00:48:45: Ja, also es kam nicht als ernst zu nehmen die Literatur rüber.

00:48:48: Ich muss allerdings auch sagen ich lese Stroud lieber auf Englisch weil sie eine sehr einfache aber sehr elegante musikalische Sprache hat die schwer ins deutsche zu übersetzen ist.

00:48:57: das hat nichts mit der Qualität der Übersetzung zu tun.

00:49:00: Aber ja die empfehle ich und vielleicht auch Ben Lerner Transkriptionen.

00:49:08: Was ist das schönste Lied der Welt?

00:49:14: Also du willst ja fragen!

00:49:16: Gemeine Frage Ah

00:49:17: doch doch doch Das schönste Liter Welt.

00:49:25: Was soll von dir, deiner Kunst und deinen Filmen einmal bleiben?

00:49:30: Also da sage ich jetzt was ganz Ketzerisches... Ich mache mir überhaupt gar keine Gedanken über das, was ich hinterlasse.

00:49:38: weil ich so im Hier-und-Jetzt lebe und diesen ganzen Gedanken mit nachruhmend ist es kein Trost für mich!

00:49:44: Ich will einfach alles mitbekommen Und wenn ich dann mal nicht mehr bin, dann ist es mir auch verurscht.

00:49:51: Also alles eben hier und jetzt.

00:49:53: Ja, ja.

00:49:55: Finde ich gut!

00:49:56: Und irgendwelche letzten Worte für heute?

00:49:59: Meine letzten Wörter?

00:50:00: Nur für heute.

00:50:01: Keine Sorge... ...für dieses Gespräch.

00:50:05: Ja natürlich an Zitat von Ingibok Bachmann.

00:50:09: Ich habe einen Grad von Denkenmüssen erreicht, an dem Denken gar nicht mehr möglich ist.

00:50:17: Vielen Dank!

00:50:36: Was soll das

00:50:36: alles?!

00:50:37: Ist eine Produktion von mir Philipp Dulle.

00:50:40: Folgen gibt es jeden Freitag überall, wo es Podcasts gibt.

00:50:44: Damit ihr keine Folge verpasst folgt dem Podcast auf der Plattform eurer Wahl.

00:50:48: Vielen Dank fürs Zuhören und ich freue mich schon auf kommende Woche!

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