Gitarrist Marko Dumančić will Herz und Seele berühren
Shownotes
Mit “Return to Vienna” begibt sich der Gitarrist und Komponist Marko Dumančić auf eine musikalische Spurensuche zwischen dem Hier und Jetzt und der Vergangenheit. Im Gespräch erzählt er mir, wie aus der Klangwelt der Wiener Moderne ein zeitgenössisches Trio für Gitarre, Cello und Percussion entstanden ist, spricht über kulturelle Identität, den Einfluss verschiedener Musiktraditionen und die Frage, welche Rolle Instrumentalmusik in der Gegenwart spielen kann.
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Die Folge wurde am 16. Juni 2026 aufgezeichnet.
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Was soll das alles? Philip Dulle spricht im Podcast mit Künstlerinnen, Musikern und Filmemacherinnen. Die dritte Staffel von “Was soll das alles?” erscheint jeden Freitag auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
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Wer spielt das alles? Die Spotify-Playlist zum Podcast.
Vielen Dank an den Kärntner Musiker Cherry Toast für das wunderbare Intro und Outro. “Slowly Moving Forward” könnt ihr auf Spotify und auf YouTube in voller Länge hören.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn sie irgendwas auslöst, bin ich sehr glücklich.
00:00:04: Egal was!
00:00:05: Das heißt die Kommunikation ist da und ich glaube das ist das was die Musik machen soll nicht nur die Musik, wie Literatur genauso eine Ausstellung ein Theaterstück genau dass Die Kommunikations zwischen Leuten.
00:00:20: aber wenn Sie jemanden einfach kalt lässt Ich glaube das is dann einer Niederlage.
00:00:47: Jetzt sitzt man da im Studio bei dir, das ist total schön.
00:00:51: Das ist
00:00:51: für mich sehr gemütlich, danke.
00:00:55: Vertraut!
00:00:57: Wie verbringst du da deine Tage?
00:00:58: oder wie kann man sich das vorstellen?
00:01:00: Entweder
00:01:00: bin ich beim Herd also entweder durchkochen oder unterrichten in der Musikschule oder bin da im Studium.
00:01:09: Also die sind drei Schauplätze, drei Schaurplätze die lieb und gerne irgendwie eingebunden haben mein Leben.
00:01:17: Was verbindet diese drei Sachen miteinander?
00:01:20: und einmal voll einzusteigen.
00:01:22: Eigentlich
00:01:22: mehr oder
00:01:23: weniger
00:01:24: die Kreativität,
00:01:26: um die Freiheit das zu machen was ich immer machen wollte
00:01:29: und es ist entweder
00:01:31: Musik oder Essen.
00:01:35: also kochen
00:01:36: kreativ
00:01:37: und
00:01:38: vor allem mich wohlfühlen mit dem was ich tu.
00:01:41: Du wirkst sehr du hast gerade Kaffee gekocht für uns ich glaube das kann ich verraten Und du wirkst sehr zufrieden hier, wenn man dich hier im Studium besucht.
00:01:51: Ist das passende Beschreibung?
00:01:53: Ja es ist so aber ich bin eh mit meinem Leben auf anderen Schauplätzen auch zufriedend.
00:02:01: Aber da bin ich auch sehr zufrieden, ja bestimmt!
00:02:04: Man kann das im Podcast jetzt nicht sehen leider, aber kannst du ein bisschen beschreiben wie das hier aussieht und was du da so machst oder werkst in deinem Studium?
00:02:12: Auf jeden Fall
00:02:13: links von meiner Seite ist ein Tisch.
00:02:16: Das stehen sämtliche Geräte, Bildschirme, Computer
00:02:21: und
00:02:22: ein paar Mikrofone die ich nicht gerade brauche.
00:02:26: Rechts von dem Tisch stehen verkabelte Mikrofonen
00:02:30: und
00:02:32: rechts davon weiter Richtung Tür stehen zwei Instrumente, zwei Elektrogitarren.
00:02:38: dann
00:02:39: auf der
00:02:39: linken Seite... Eine schwarz eine weiß?
00:02:40: Eine schwarze eine weiße
00:02:42: genau!
00:02:43: Und links
00:02:45: von dem Tisch stehen andere Gitarren, eine Bassgitarre und eine Silent-Gitarre.
00:02:52: Und meine momentan Hauptwaffe ist eine achseitige Gitarre die hinter mir steht auf dem großen Ständer.
00:03:01: Und
00:03:02: diese Gitarrei hat da auf jeden Fall nichts mit der sogenannten Kontragitarre zu tun oder mit einer Wiener Gitarra wie man sie auch nennt sondern ist eine klassische Gitarre, die acht
00:03:15: Seiten hat
00:03:16: und
00:03:18: die acht Saiten sind dann gestimmt je nachdem was ich mache.
00:03:22: Die ist ja nicht immer fix gestimmt.
00:03:25: Die tiefe Besse liebe ich auf dieser Gitarren
00:03:28: weil ich sie
00:03:28: auch noch greifen kann.
00:03:30: also diese nicht nur als Bordeaux-Saiten da als klingende
00:03:33: Seite Freiklingen der Seiten sondern
00:03:36: die greife ich aktiv.
00:03:38: am Anfang war das eine Challenge Also Dichan hat mir schon weh getan Aber mit ein bisschen Übung
00:03:44: und etwas
00:03:47: Angewöhnung ist das jetzt kein Problem.
00:03:51: Seit wann spielst du die Gitarre?
00:03:53: Die Gitarren sind seit zwei Jahren in meinen Händen.
00:04:00: Auch auf der Platte.
00:04:00: davor habe ich eine Laute eingespielt, bei fünf bis sechs Nummern ist die Laute dabei.
00:04:06: Und zwar eine Argyliuto eine große Laute,
00:04:12: mit
00:04:14: vielen Bessen.
00:04:15: Eine vierzehnkörige Laute.
00:04:17: aber dieser Besse habe ich nicht aktiv beeinflussen können also nicht greifen können und deswegen habe ich mir gewünscht eine achseitige Gitarre wo ich dann im Kontrapunkt
00:04:29: viele
00:04:29: Sachen eigentlich greifen kann.
00:04:32: Hört man dir auf deinem neuen Album?
00:04:35: Das hört man ganz deutlich, vor allem bei der Nummer
00:04:38: Wien-Ninzehnzwanzig.
00:04:42: Man hört quasi wie wenn zwei Gitarren da sind.
00:04:45: Eine spielt eine abgedämpfte Basslinie
00:04:49: und
00:04:50: die andere Linie zeigt oder sagt man so...
00:04:53: Die
00:04:54: zweite Gitarre in diesem Kontrapunkt zeigt
00:04:57: die
00:04:57: Melodie, die wieder im Kontrapunk steht.
00:05:01: zur Trompete
00:05:03: Kannst du die man anspielen?
00:05:04: für uns, geht das?
00:05:05: Ja.
00:05:06: Sie ist ja in Griff.
00:05:06: weiter!
00:05:07: Ja,
00:05:08: kein Problem.
00:05:09: Die
00:05:09: ist jetzt eigentlich umgestimmt
00:05:11: auf
00:05:17: ganz gruselig... Das heißt eine Stimmung, der ist jetzt ein bisschen verstimmt auch.
00:05:25: Die er ein bisschen erinnert an die französische Stimmung
00:05:31: aus der franzöischen
00:05:32: lauten Ära
00:05:34: aber auf jeden Fall...
00:05:56: Also so dass gleichzeitig zwei Sachen passieren.
00:05:59: Das ist
00:05:59: das Thema gewesen
00:06:00: auch
00:06:02: auf dieser CD, auf dieser Platte.
00:06:04: Auf diesem Album und
00:06:05: es wird in der
00:06:06: Zukunft genauso weiter wichtig sein dass man mehrere Sachen gleichzeitig tut.
00:06:17: Es lässt sich gleich sofort so eine besondere Stimmung entstehen oder?
00:06:20: Ja
00:06:20: genau, da sind dann ganz andere Klangfaden drinnen.
00:06:25: Hier...es ist gleich so melancholisch.
00:06:30: Genau!
00:06:31: Aber auch nicht.
00:06:37: Ich spiele auch mit der Frequenz sehr gerne, das heißt vierhundertvierzig Hertz ist nicht immer drinnen.
00:06:45: Natürlich
00:06:46: verliert die Gitarre die ursprünglich gedachte Spannung, die man auf Vierhundert vierzig Herz hat aber dadurch entstehen irgendwelche weiche Klangfarben die man bei Vier-Hundertvierzig nicht hat.
00:06:59: vielleicht ist aus meiner Einbildung auch, aber mir gefällt es.
00:07:02: Mir gefällt das so ein bisschen tiefer zu stimmen.
00:07:05: halt, das Instrument.
00:07:08: Wenn du jetzt da in dieses Studio kommst... Das ist ja so ein bisschen dein Reich jetzt!
00:07:14: Also es wirkt so.
00:07:17: Wie gehst du dann vor?
00:07:18: Schnabst du dir einfach mal eine Gitarre und spielst dir mal den Alltags-Stress von der Leber oder...?
00:07:24: Nein ich schaue mir als allererstes die Sache in der Küche an
00:07:29: ob
00:07:30: alles
00:07:30: ordentlich ist und
00:07:32: sauber ist mache mir einen Kaffee Dann gehe ich zum Computer und ich schaue mal an, was sich Tag da vorgemacht habe.
00:07:40: Um zu sehen wie groß das Schaden ist oder alles gesagt... Was ich eigentlich mir gedacht hab und was ist daraus geworden tatsächlich?
00:07:48: Und dann
00:07:51: versuche ich diese Sachen weiterzuentwickeln eigentlich.
00:07:55: Kommt da manchmal so ein bisschen eine Ernüchterung quasi?
00:07:57: Sehr oft!
00:07:58: Also sehr oft.
00:08:00: Vor allem dieser Vorstellung die man in Kopf hat, wie es klingen soll Diese Vorstellung dann tatsächlich von Lautsprecher zu kriegen oder aus dem Instrument im Konzert live rauszukriegen, das ist der Weg eigentlich.
00:08:14: Das ist das absolut schwierigste eigentlich weil im Kopf klingt's immer perfekt für mich zumindest.
00:08:21: diese Vorstellung ist sauber und rein absolut hundertprozentig.
00:08:26: aber davon kommen sehr wenig in meinem Fall momentan in meiner Entwicklung jetzt an.
00:08:31: das
00:08:32: siebzig
00:08:32: Prozent im besten Fall, den man dann hören kann.
00:08:37: Das heißt da gibt es eigentlich immer so eine Diskrepanz zwischen dem wie der ideale Klang ist, den du dir vorstellst und was dann wirklich rauskommt?
00:08:46: Ist ein siebzig Prozent eh schon ein ganz guter Wert?
00:08:48: vielleicht auch?
00:08:49: Eigentlich schon ziemlich viel.
00:08:51: Und das ist im besten fall so!
00:08:53: Es kommt sporadisch vor bei manchen Stellen aber nicht in der gesamten Komposition.
00:09:02: Aber man läuft dann eigentlich so als Musiker, du als Musikler läufst dein ganzes Leben vielleicht einem Ideal hinterher, dass du vielleicht auch nie erreichen kannst oder?
00:09:12: Ja.
00:09:12: Das
00:09:15: stimmt ja absolut!
00:09:16: Es ist ein Streben hinauf zu dieser Schönheit die vielleicht nicht einem Gott gehört wenn man daran glaubt
00:09:24: oder
00:09:25: dem Universum.
00:09:27: Ich weiß es nicht, dem gehört eigentlich... das oberste Stadium, aber man will hinauf.
00:09:33: Ich glaube dass es gleich in der Literatur stattfindet und den normalerweise genauso im Theater.
00:09:37: auch glaub ich zumindest,
00:09:40: dass er
00:09:40: so ist, dass man zu dem ideal wählt, dass sich das erfüllt was man tatsächlich
00:09:45: geträumt hat.
00:09:47: Aber vielleicht machst deswegen auch immer weiter oder?
00:09:49: Was sonst würdest du irgendwann denken?
00:09:53: Konzentrieren wir nur noch aufs Unterrichten nicht.
00:09:56: Ja genau!
00:09:57: Bin nur noch beim Kochen und lasst das mit.
00:10:02: Genau, aber so ist dieser Weg eigentlich nie fertig?
00:10:08: Das stimmt!
00:10:08: Und es ist auch das Schöne daran, weil man denkt sich jedes Mal, aha dass was ich vor drei vier Jahren gemacht habe, das würde ich jetzt nie im Leben machen
00:10:19: mehr.
00:10:21: Und das zeigt einfach, dass auch das Leben biochemisch definiert ist Und dass man sich ändert im Leben und dass man andere Schwerpunkte vielleicht hat, oder andere Meinung zu einem Thema.
00:10:34: Oder
00:10:35: zu einem Geschehen
00:10:36: oder
00:10:37: zu einem Problem.
00:10:38: Den letztes Album Europa...
00:10:40: Ja?
00:10:41: Wann ist das erschienen?
00:10:42: Das war vor drei oder vier Jahren.
00:10:45: D.h.,
00:10:46: das ist für dich ein bisschen abgeschlossen.
00:10:49: auch das Album?
00:10:51: Ja und nein!
00:10:52: Es ist auf einer Seite Mein Abschied von der Flamenco-Musik gewesen, diese Platte.
00:11:00: Und ich
00:11:00: habe sehr lange flamenco Musik gespielt auch in einer Flamencoschule begleitet
00:11:08: und
00:11:09: irgendwo in dieser Phase das war in der Corona Zeit hab' ich rausgefunden
00:11:14: dass
00:11:15: ihr eigentlich die Musik machen soll, die eigentlich auch die Stadt definiert wo ich lebe weil das mehr definiert auch mein Leben da.
00:11:26: Und
00:11:26: diese Musik ist dann vielleicht...
00:11:29: Also wie ihn jetzt?
00:11:30: In diesem Fall sicher wie ihn
00:11:32: und auf jeden Fall,
00:11:36: dieser Musik ist für mich vielleicht
00:11:39: in
00:11:41: irgendeiner Welt ehrlicher vielleicht.
00:11:44: also das ist ein gefährliches Wort ich weiß es ehrlich ist immer auf der anderen Seite is unerlich.
00:11:50: Also wenn du jetzt in Wien verhaftet bist?
00:11:52: So ist es ja.
00:11:53: Und
00:11:54: nachdem ich in Wyn lebe seit vierzig Jahren knapp, hab ich's vor den Augen gehabt was da passiert.
00:12:01: Letztendlich habe ich ihn auch studiert und ich hab gewusst was da passieren ist vor hundertzwanzig Jahren.
00:12:06: Immer!
00:12:06: Von ersten Tagen.
00:12:07: deswegen bin ich auch noch in Wynn gekommen eigentlich tatsächlich
00:12:11: weil...
00:12:13: Da ist was Großartiges passiert war hundert zwanzig Jahre.
00:12:16: Ich glaub danach haben wir das nie wieder recht.
00:12:21: Und
00:12:22: ich glaube, aus dem Erbe können wir noch viel holen und viel eigentlich zelebrieren.
00:12:29: Viel sich inspirieren lassen!
00:12:31: Das fasziniert dich so an dieser musikalischen oder kreativen Zeit überhaupt?
00:12:37: Der letzten Jahrhundert, wenn der
00:12:39: eigentlich... Ja genau.
00:12:41: Ich
00:12:41: glaube das zweite Wort, was du gesagt hast ist für mich absolut treffend!
00:12:45: Diese Kreativität war nicht nur in der Kunstdames so stark vorhanden sondern in der Literatur und in der Malerei und in die Wissenschaft Und durch diese Kreise, die sich damals geschlossen haben, ist diese unglaubliche Sache passiert auch
00:12:59: und
00:13:00: meine Sehnsucht dass das noch einmal passiert ist da also bestreite ich überhaupt nicht.
00:13:05: Also, dass das noch einmal passiert wäre fantastisch eigentlich!
00:13:09: Und es ist ja so lustig bei deinem Album weil es klingt ja doch so heutig und jetzt und ist trotzdem auch auf so eine schöne Art Nostalgisch?
00:13:18: Ja ich... Das hast du
00:13:20: sehr schön gesagt.
00:13:20: danke also.
00:13:21: es war das Ziel auch, dass ich eine
00:13:25: Hommage
00:13:26: mache aber gleichzeitig nicht nur bei Dankeschön bleibe sondern dass sich vielleicht doch was persönliches auch reinbringt und dass sie vielleicht einen Schritt nach vorne zeigt zumindest, wie es sein könnte.
00:13:44: Du wirkst jetzt nicht so als würdest du nur ein nostalgisches Werk jetzt erschaffen
00:13:48: wollen?
00:13:50: Nein auf keinen Fall!
00:13:51: Das ist keine Retroplatte das wollte ich auf keinen fall machen.
00:13:57: Also
00:13:57: der Titel Win-Ninzenzwanzig und Win-Zwanzig ist eindeutig eigentlich ein Beweis dafür, dass das eigentlich weitergehen muss und sich weiterentwickeln muss.
00:14:12: Und quasi diese Künstlerische Historie war für dich auch der Grund von Sagreb nach Wien zu gehen?
00:14:19: Auf jeden Fall!
00:14:19: Damals
00:14:20: schon.
00:14:20: Auf jedenfall damals.
00:14:21: ich war...
00:14:21: Wie alt warst du da?
00:14:22: Ich
00:14:22: war damals also in der Fingekombin, war ich zwanzig
00:14:28: Ich hab
00:14:28: noch Militär absolviert und dann bin ich nach Wien gegangen.
00:14:33: Aber auf jeden Fall meine Gefühle für die Musik, natürlich von klein auf habe ich
00:14:39: die Musikschule
00:14:39: besucht und ich hab von klein aus
00:14:41: musiziert
00:14:42: aber ich war entschlossen irgendwo mit siebzehn dass sich eigentlich Musik studieren will und das ich nach Vien gehen will Aus dem Grund auch weil das irgendwie ein Zentrum der Musik war der Musik, der klassischen Musik.
00:15:02: Der kreativen Musik in der klassischem Welt.
00:15:06: Dass sich das jetzt alles in den letzten hundert Jahren dramatisch gehen, das wissen wir halt.
00:15:10: Dass
00:15:10: es
00:15:11: vielleicht in diesem Sinne nicht mehr das Zentrum ist sondern dass es mehrere Zentren gibt auf der Welt.
00:15:16: Es ist auch gut so
00:15:18: aber diese
00:15:20: ehrliche Variante also diesen Ausdruck zu machen den man auch unterschreiben kann, ist glaube ich für jeden da wo er lebt.
00:15:34: Wo er auch seine
00:15:34: Familie hat und was tatsächlich was tut wie dieser Stadt?
00:15:39: Wo er lebht?
00:15:41: Wo ein Koch zu Hause aufkommt oder einkauft... Also ich vermeide das Wort jetzt Heimatland und ich vermeidere das Wort Nationalität und das Ganze, weil ich das sowieso in Zentral Europa mittlerweile lächerlich finde.
00:16:01: Weil es ist eine andere Zeit wie es an alle durchgemischt und entweder stehen wir zur Kultur die da ist oder nicht.
00:16:11: Es wäre schön wenn das viel mehr Menschen sage ich jetzt einmal so sehen würden
00:16:16: Ja, ich glaube.
00:16:17: Alles zusammengewachsen ist auch...
00:16:20: Ich glaub das ist die Kraft, die wir in Zentral Europa haben oder sagt man so
00:16:26: in der alten
00:16:27: Donau Monarchie früher gehabt haben.
00:16:31: natürlich es ist nicht alles rosa es gibt auch dunkle Seiten der Geschichte.
00:16:36: aber ich bleibe jetzt bei der positiven Sache weil dich hat unglaublich schöne Sachen herausgebracht und ich finde dass man das noch einmal schafft wieder wenn man eigentlich
00:16:46: sich
00:16:46: loslässt von allen diesen Verurteilen
00:16:51: und
00:16:53: von negativen Sachen, die passiert sind.
00:16:56: Du bist von klein auf in die Musikschule gegangen?
00:16:58: War das irgendwie familiär schon irgendwie so vorgegeben Musik zu machen oder wurde dir das irgendwie in die Wiege gelegt?
00:17:09: Die Familie meiner
00:17:10: Mutter... war hochmusikalisch.
00:17:14: Ich sehe mich noch immer sehr klein in dieser Umgebung, aber die dürften professionell
00:17:22: Musik
00:17:23: nicht machen, weil nach dem Zweiten Weltkrieg hat es geheißen, du sollst Medizin studieren oder Wirtschaft, aber sicher nicht Musik.
00:17:31: Also nichts Bootloses quasi?
00:17:33: Richtig!
00:17:33: Genauso!
00:17:34: So hat's geheißet.
00:17:38: Vaterlichseits
00:17:40: war
00:17:41: das nicht so, also die waren alle Ingenieure oder Architekten und da war die Musik eigentlich nur zum Genießen aber nicht zum Aktiv machen.
00:17:50: Das machten die anderen.
00:17:51: quasi hat es geheißen.
00:17:53: Aber
00:17:55: meine Mutter hat mich damals mit neun gefragt ganz entschlossen welches Instrument willst du spielen?
00:18:01: Also da gab's jetzt keine Überlegung
00:18:04: ob ich
00:18:05: spielen möchte oder nicht Da ging´s nur um das Instrument Und ich habe erst das Klavier gesagt und sie hat gesagt, nein wir haben eine viel zu kleine Wohnung für das Klavier.
00:18:15: Und überlegt da was anderes?
00:18:18: Die zweite Wahl ist natürlich die Gitarre da gewesen.
00:18:21: Also es war gar nicht die Frage ob du jetzt Musik machst sondern... Genau!
00:18:25: Sondern nur welches Instrument.
00:18:27: Richtig!
00:18:27: Wie kamst du auf das Klaviere?
00:18:29: oder war das einfach...?
00:18:31: Der Klang hat mich beeindruckt.
00:18:32: Also dieser Vielfalt
00:18:35: von kontrapuntischen
00:18:38: und harmonischen Ansätzen,
00:18:39: hat mich
00:18:40: natürlich beeindruckend.
00:18:41: Ich beeindruckte mich noch immer eigentlich.
00:18:45: Aber die
00:18:45: Gitarre ist
00:18:48: für mich
00:18:49: genau das Gleiche.
00:18:50: Es
00:18:50: ist nur
00:18:54: ein bisschen anders zu denken auf dem Instrument.
00:18:58: Was fasziniert dich jetzt über Jahrzehnte?
00:19:01: eigentlich schon an der Gitarre, an sich.
00:19:03: Gibt es da irgendwas Verbindendes was dich immer noch zum Staunen bringt?
00:19:09: Es bringt mich eigentlich noch immer zu staunen dass
00:19:13: das
00:19:13: so viele Musikstillrichtungen gibt wo man die Gitarren einsetzen kann
00:19:19: und
00:19:20: unglaublich viele Sachen die man noch lernen kann.
00:19:24: auch
00:19:25: die Verbindung gitarrerlaute oder gitarre kontrabass Weil ich sehe den Kontrabass eher seine rechte Hand von Viola da Gamba, auch von der Denkweise.
00:19:37: Ist das für mich nicht ein Cello oder eine Geige?
00:19:42: Und diese Vielfalt
00:19:43: natürlich...
00:19:45: ist jetzt nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
00:19:47: Klar, eine E-Gitarre
00:19:49: hat
00:19:49: mit einer klassischen spanischen Gitarre mehr zu tun als jetzt kontrabassiert mit der Laute.
00:19:55: aber
00:19:55: wenn man sich jetzt viola da gamba dazwischen vorstellt
00:19:59: auch
00:19:59: von der Stimmung her dann versteht man die Sache vielleicht ein bisschen besser.
00:20:05: also
00:20:06: die Verbindung zwischen der E-gitarre und der spanische Gitarren sehe ich nicht eigentlich Unmittelbar da, also vielleicht
00:20:16: von
00:20:17: sechs Seiten und von der Stimmung aber.
00:20:19: Von der Technik und Denkweise im Kopf.
00:20:22: Also ein Welten dazwischen.
00:20:24: Gibt es da Tage wo du gar nichts spielst oder greifst du eigentlich jeden Tag zu einer Gitarre?
00:20:30: Es gibt Tage wo ich nichts mache, aber nix heißt nichts wieder.
00:20:36: Das heisst ich
00:20:37: überlege mal viele Sachen.
00:20:38: dann Also ich such die Melodien, die immer aus den Kopf kommen und die versuche ich zu sortieren.
00:20:46: Und nicht
00:20:47: nutze die Zeit für andere Sachen halt.
00:20:50: Manchmal tun mir die Hände weh auch wenn es zu viel ist.
00:20:55: Jetzt im Laufe der Zeit habe ich gelernt, ich muss dann loslassen und einfach Ruhe geben ein zwei Tage lang.
00:21:01: Im Sommer spiele ich weniger.
00:21:04: da bin ich eher mit dem Meer beschäftigt.
00:21:07: Das heißt, ich fahre aktiv an irgendeinem Boot oder steuere irgendwas am Meer.
00:21:13: Das entspannt mich und bringt mich zum Denken also.
00:21:18: Sie hilft dann auch wieder der Kreativität quasi sich davon zu lösen?
00:21:23: Genau!
00:21:23: Aber wenn du so zwei-drei Tage nicht gespielt hast, fehlt... Also geht das dann auch so aktiv ab?
00:21:30: Man
00:21:32: hat schon ein schlechtes Wissen im Sinne von naja eigentlich
00:21:36: jetzt
00:21:37: Sollte es wieder was tun, aber im Sinne von auszuprobieren das und das alles was sie in deinen Kopf jetzt angesammelt hat.
00:21:47: Und es
00:21:48: ist immer etwas!
00:21:49: Es ist immer was zum üben.
00:21:50: also zu sagen jetzt brauche ich nicht mehr üben dass keine... Das ist eine Lüge, das gibt's nicht.
00:21:56: Das gibts in keiner Musik der Welt, dass man sagen kann na das kann ich jetzt, das brauch ich nicht mal üben Man kanns immer besser machen.
00:22:05: Hast du da so Rituale beim Üben?
00:22:10: Eigentlich nicht.
00:22:11: Ich schau auf meine Nägel, also die Nägel muss man als Gitarist sehr frägen, jetzt sind sie von Café schon geschmutzig geworden.
00:22:17: aber
00:22:18: Frägen heißt im Sinne von
00:22:20: Sauberhalten
00:22:21: ist eine Kategorie aber sie
00:22:23: rund und
00:22:24: poliert halten ist eine andere Kategorie
00:22:27: weil
00:22:28: wenn die Nägeln
00:22:29: nicht
00:22:29: gepflegt sind hört man das sofort, der Ton ist nicht mehr da einfach.
00:22:36: Hast du da eigene Pflege-Tipps?
00:22:40: Ja, es gibt viele Schmiergelpapiere oder Schleifpapieren wie man das auch sagt.
00:22:47: Wie eine Nagelpfeile.
00:22:49: So ist es und eine metallende Nagelfeile ist ganz schlecht für die Nägel.
00:22:52: also die macht die Nägeln mehr oder weniger auf und nicht zu.
00:22:56: Also diese herkömmliche.
00:23:00: Man
00:23:00: nimmt sich entweder eine Glasfäile Schleifpapier, also das heißt ein Schmigelpapier wie man es früher gesagt hat.
00:23:10: Ganz feines?
00:23:11: Ganz feins einen achthundert
00:23:15: oder tausender und... Das
00:23:16: ist eigentlich nur noch zum Polieren des Saisens ja.
00:23:18: Aber auch für Holz gedacht ist in dem Fall.
00:23:22: Genau!
00:23:24: Mein Tipp
00:23:24: wäre einfach sich irgendeinen Schmiggelpapiert zu nehmen
00:23:27: was auch Wasser verträgt,
00:23:29: also waterproof ist weil man da eigentlich Es besser biegen kann.
00:23:36: Also es ist ein Papier, was man eigentlich
00:23:39: in allen
00:23:39: Winkeln trennen kann
00:23:42: ohne dass die
00:23:43: Schmiedelmasse sich löst von dem Untergrund.
00:23:47: Faszinierend!
00:23:49: Man kommt immer wieder auf neue Dinge drauf,
00:23:51: die man nicht bedenkt.
00:23:52: Und danach erst kommt eigentlich das Polieren und das macht man mit einem Lederstück.
00:23:57: Es gibt sogar Spezialplastikoberflächen wo man dann den Nägel polieren kann.
00:24:04: ich benutze
00:24:05: eher ein Leder-Stück.
00:24:06: also das ist das was in letzten ein paar hundert Jahre ein Standard war.
00:24:14: War es dann?
00:24:14: vielleicht bringen wir nochmal ganz kurz zurück weil das ja schon faszinierend ist wie alt warst du da?
00:24:18: so acht neun?
00:24:19: Ja, wenn du begonnen hast.
00:24:21: War das dann auch so Liebe auf den ersten Blick?
00:24:23: Die Gitarre?
00:24:24: warst du so vom ersten Tag an
00:24:27: begeistert
00:24:27: davon oder hat es schon irgendwie ein... Ich
00:24:29: sehe dass bei meinen Schüler auch diese Begeisterung am Anfang ist enorm.
00:24:34: aber die Geduld zu haben, die Feinmotorik
00:24:38: zu üben,
00:24:40: die ist nicht da.
00:24:41: also dieser Geduld muss man langsam aufbauen
00:24:44: und
00:24:44: langsam verstehen, dass alles nicht schnell wird
00:24:47: Das heißt am Anfang hat man schneller mal Erfolge und dann kommt quasi die Ebene, wo man sich durchkämpfen muss.
00:24:54: Genau!
00:24:55: Und diese Erfolgen sind auch fraglich
00:24:57: wie viel Erfolg
00:24:58: man da hat.
00:24:59: ich glaube dass die Geige noch schlimmer ist weil da sind gar keine Erfolger jahrelang da
00:25:04: und
00:25:05: erst durch das Üben halt ständig die gleichen Fehler auszubessern kommt eigentlich teilweise ein Erfolg.
00:25:16: Auf der Gitarre ist nicht so schlimm wie auf der Geige, weil man da nicht selber intonieren muss, man hat die Bühne
00:25:22: aber auf jeden Fall...
00:25:25: ...ist das eine Geduldfrage.
00:25:26: bei einem feinmotorischen Instrument Akkorde spielen, das geht schnell!
00:25:33: Aber man kommt sehr schnell zu einer Wand wo man dann
00:25:38: in
00:25:38: dem Ausdruck was man machen will begrenzt ist.
00:25:43: Wolltest du das dann auch schnell wieder mal lassen mit der Gitarre oder gab es diesen Moment gar nicht?
00:25:50: Oder stand es gar nicht zur Diskussion jetzt bei dir zuhause.
00:25:53: Ja, ich
00:25:54: habe einmal eine Krise gehabt... Ich hab öfters schon eine Krisa gehabt aber so richtig eine Kriser habe ich mit zwölf Dreizehn gehabt
00:26:05: als
00:26:05: ich dann unbedingt in einer Pop-Rock Band spielen wollte und das habe ich auch gemacht
00:26:10: Anfang der Pubertät dann.
00:26:12: Genau,
00:26:12: so und das passiert heutzutage auch so dass man diese Faszination von diesen lauten großen Poprock Sound hat.
00:26:20: Man ist mehr
00:26:21: oder weniger von allen Seiten gezwungen die Poprock Musik zu hören.
00:26:26: noch Heutzutag auch so
00:26:28: Und man lässt
00:26:29: sich begeistern für das ganze und es ist auch schön und gut so.
00:26:33: Das ist für diese Phase meines Lebens super gewesen.
00:26:36: Irgendwo mit sechzehn, siebzehn habe ich aufgehört in der Band zu spielen und das hat mich nicht mehr interessiert.
00:26:40: Was war das für eine Band?
00:26:41: Eine Pop Rock Band!
00:26:42: Also wir haben uns in einer Garage getroffen einfach...
00:26:46: So ganz klassisch quasi.
00:26:47: Ganz
00:26:48: klassisch und wollten das spielen was man nicht in der Musikschule lernt.
00:26:51: Klar.
00:26:53: Echt total klar.
00:26:54: Genau.
00:26:55: Und dann haben wir mehr oder weniger
00:26:57: mehr
00:26:58: Begeisterung
00:26:59: mit
00:26:59: dem ausgelöst
00:27:01: als
00:27:02: mit der feinen klassischen Musik, die wir in der Musikschule gelernt haben.
00:27:06: Und in dem Alter natürlich
00:27:07: ... In
00:27:09: dieser pubertären Phase, wo man sich auch schnell und leicht verliebt war das
00:27:14: mehr wert.
00:27:15: Klar!
00:27:17: Habt ihr da eigene Songs geschrieben oder waren das hauptsächlich so Cover-Versionen?
00:27:21: Erst mit... erst mit fifteen, sechzehn, siebzehnt sind eigene Songs gekommen.
00:27:26: Okay.
00:27:27: Und natürlich
00:27:28: war das alles imitieren von dem was wir eh ... privat gehört haben.
00:27:32: Was war das so?
00:27:33: Also in den Achtzigerjahren?
00:27:35: wir sind
00:27:36: gestanden damals auf Englische Popmusik,
00:27:41: Underground Musik vor
00:27:42: allem und das war von Depeche Mode, Simple Minds, Cure bis... also das war diese Welle die eigentlich uns begeistert hat damals.
00:27:54: Die amerikanische Pop-Musik war No Go.
00:27:57: Also das war eher was für die Proleten, also das wollte sich keiner anhören.
00:28:04: Aber die
00:28:05: Englische sagt man
00:28:05: so
00:28:06: Dark
00:28:08: Wave oder so...
00:28:10: Das war ziemlich
00:28:12: im...
00:28:14: Aber auch das Melancholische damals schon.
00:28:16: Richtig, ja.
00:28:16: Mit Pommusik, wie der Cure
00:28:19: oder
00:28:19: Deepage Mode.
00:28:20: Ja genau!
00:28:20: Man hat es auch als New Romantic bezeichnet aber da komme ich auch YouTube schon dazu.
00:28:26: also ist war's schon eher die Pop Ausrichtung von den Ganzen und jetzt gab diese Dark-Ausrichtung
00:28:31: oder
00:28:32: manche sagen sogar Grufti Ausrichtungen.
00:28:38: Das geht dann Richtung Bauhaus.
00:28:41: Ah ja, ganz hart.
00:28:42: Joy Division
00:28:44: etc.,
00:28:46: New Order und so weiter... Und das war auch das was mich damals ziemlich geprägt hat eigentlich.
00:28:51: Also diese Ausdrucksweise
00:28:56: dass
00:28:56: man erzählt wenn es jemandem gut oder schlecht geht.
00:29:00: Und das habe ich in dieser Musik gefunden genauso wie später in der Flamenco-Musik diesen Ausdruck zu machen von dem Wie es mir vielleicht geht oder wie ich die Welt, wo ich lebe, reflektier.
00:29:14: Das vermisse ich in der heutigen Popmusik und zwar sehr.
00:29:17: Deswegen kann ich sie überhaupt nicht mehr konsumieren.
00:29:20: Oder wie vor kurzem jemand im Standard
00:29:23: in einem Interview
00:29:24: gesagt hat... Ich glaube das war
00:29:27: die
00:29:29: Herbekritik an eine große Sängerin.
00:29:31: Ich werde jetzt keinen Namen nennen aus Amerika.
00:29:34: Also kurz gesagt man kann auch in einem Bentley ... weinen.
00:29:41: Ist das jetzt ein Ausdruck von dem, dass man dann auch sich ausdrücken kann und seine Gefühle in die Musik übersetzen kann?
00:29:48: Oder ist es ein zynischer Scherz?
00:29:53: Das weiß ich nicht!
00:29:54: Aber es klingt gut... Es bringt
00:29:56: ein bisschen
00:30:00: einen Anstoß zum Denken.
00:30:01: eigentlich Kommst du noch zu dieser Musik zurück?
00:30:04: Zu dieser achtziger Jahre dunkleren Popmusik.
00:30:07: Auf jeden Fall komme ich in
00:30:09: so ganz
00:30:10: komischen Partys, die wir dann zu Hause machen und da kommen die Leute, die auch aus dieser Ära sind.
00:30:20: Das heißt... Ich sage das immer zu meiner Tochter, alte Leid!
00:30:23: Das heißt, da kommen so
00:30:25: Leute, der um
00:30:26: fuchzig-sechzig Jahre alt sind
00:30:28: Und natürlich mit
00:30:30: ein bisschen Alkohol
00:30:31: und
00:30:32: einer Atmosphäre, die eigentlich vertraut ist, spielen
00:30:35: wir Musik,
00:30:37: die wir damals als Jugendliche gerne gehört haben.
00:30:39: Klar!
00:30:41: Was sagt die Tochter dann?
00:30:43: Oder wie reagiert sie?
00:30:44: Sie
00:30:44: reagiert bei manchen Nummer überrascht
00:30:47: – und das gefällt ihr sogar.
00:30:50: Weil sie erkennt, dass diese Nummer eigentlich doch etwas mehr Tiefe gehabt hat... Jetzt auch nicht harmonisch-kontrapunktisch, also nicht musikalisch sondern auch von Text her
00:31:02: und
00:31:03: vom Ausdruck
00:31:04: her.
00:31:04: Dass da mehr dahinter ist vielleicht
00:31:07: aber mehr
00:31:08: interessiert sich dann am nächsten Tag eben nicht.
00:31:12: Aber das merkt man eh durch diverse Retrowellen dass halt dann auch Bands with the Cure wieder wahrscheinlich von jüngeren Menschen gehört werden oder auch Jugendliche, die jetzt plötzlich wieder so neunziger Jahre beinzt wie... Ich weiß nicht, ich hab viel damals die Deftones zum Beispiel gehört.
00:31:31: Die jetzt riesiger sind als sie damals jemals waren und eigentlich von sehr jungen Leuten auch gehört werden was total faszinierend ist.
00:31:40: Ja vielleicht ist das auch diese Lehre, die man momentan hat.
00:31:44: also ich will jetzt niemanden beleidigen aber ich sehe das momentan in der Popmusik eine Tragödie mittlerweile, weil sobald ich keine echte Instrumente mehr höre und wenn fast alles gesämpelt ist.
00:32:00: Und wenn man sich ein bisschen noch mit der AI vertraut macht und das in die Hand nimmt... Man kann eigentlich schon eine Art Musik machen,
00:32:09: die man
00:32:09: doch als Popmusik bezeichnen kann.
00:32:13: Ob
00:32:13: man da richtig singen muss oder ob man da jahrelang Gesangsunterricht nehmen muss, ist auch fraglich.
00:32:19: Weil man mit einem Autotune viel ausrichten kann und dann fragt man sich wo der Wert von den Ganzen ist?
00:32:25: Wenn man noch kein Ziel damit hat... Also wenn man damit niemandem berühren will und keine persönliche Geschichte erzählen will Dann ist das ganze fraglich für mich Und deswegen bezeichne ich das als eine Tragödie.
00:32:39: Natürlich will ich nicht pauschalisieren.
00:32:42: Es gibt noch immer Leute, die das nur als Instrument in die Hand nehmen.
00:32:45: Die gesamte
00:32:46: neue
00:32:47: Rungen schafften da AI-Technik
00:32:50: und tun
00:32:51: sich selber ausdrucken
00:32:53: wie
00:32:54: zum Beispiel die Rosalia, die es ganz anders macht
00:32:58: als
00:32:58: Gegenpult zu den ganzen.
00:33:00: Inwieweit
00:33:01: das zu der neuen Generation ankommt kann ich nicht beurteilen.
00:33:05: Das weiß ich nicht.
00:33:07: Sie kommt ja auch so vom Flamenco?
00:33:09: Sie
00:33:09: kommt von Flamencos, stimmt ja!
00:33:11: Sie kommt von der Flamenco Musik.
00:33:13: Da gibt es eine Verbindung zwischen euch.
00:33:17: Genau,
00:33:17: es geht glaube ich um den Ausdruck und diesen unmittelbaren Ausdrucks.
00:33:21: Ich erzähl dir quasi was mich drückt und wie ich diese Welt sehe und was sich ändern will in dieser Welt?
00:33:29: Ich glaub dass die gleiche Message damals auch der Jim Morrison gehabt hat und auch der Kurt Cobain jetzt und die zwei auch mitzunehmen.
00:33:38: Aber ich glaube, diese Musik oder diese Kunst, dass sich Leute einfach ausdrücken wollen in ihrer Kunst.
00:33:44: Das wird ja bleiben!
00:33:45: Also ich glaube das kann man erstens mit KI-Musik ja eh nicht schaffen wenn man sich jetzt ausdrückend will.
00:33:52: Schätze ich jetzt mal.
00:33:54: Vielleicht verwenden es viele als Spielerei?
00:33:56: Oder das ist dann irgendwie eine Gebrauchsmusik für... einen Baumarkt zu beschallen oder keine Ahnung oder irgendwas, aber so quasi dieser Ausdruck von innen was du glaube ich meinst das sich auszudrücken seine Gefühle auszutrücken Sich vielleicht den Schmerz von der Seele zu schreiben Aber auch die Freude oder was auch immer.
00:34:18: dass das wird glaub ich kann Ich mir nicht vorstellen dass das verloren geht.
00:34:23: Ich glaube auch Nicht.
00:34:24: es ist nur so dass sie.
00:34:26: Ich träume davon dass man zum Beispiel die AI als Werkzeug nimmt.
00:34:32: Und
00:34:32: damit will ich auch sagen, dass nicht unbedingt notwendig ist ein echtes Instrument immer in der Hand zu haben um wirklich die wahre Gefühle ausdrücken zu können.
00:34:42: Das ist nicht notwendig heutzutage.
00:34:43: also das muss man schon eigentlich als Veralter sehen.
00:34:48: im eigenen Augen
00:34:49: aber
00:34:50: irgendwie weit die AI
00:34:52: jetzt
00:34:52: tatsächlich genau diese hundertprozentigen Kreativitätsgedanken die man im Kopf hat.
00:35:01: Genau das habe ich angesprochen jetzt vor zehn Minuten, dass von dem was tatsächlich tönt in meinen Kopf, siebzig Prozent dann im besten Fall rauskommt.
00:35:09: Vielleicht kann uns die AI genau da helfen.
00:35:13: Auf die hundert Prozent zu kommen?
00:35:14: Auf
00:35:15: achtzig Prozent zu komme wäre schon super eigentlich!
00:35:18: Aber genau das wäre das Ziel und das sollte man, dass genauso wie die Fotografen damals, achtzehn, sechzig, als es diese Prozesse gab sogar in Paris wo die Maler, die Fotografen geklagt haben.
00:35:32: Dass sie eigentlich ...
00:35:35: Die Arbeit wegnehmen?
00:35:37: Richtig!
00:35:37: Genau.
00:35:39: Dass man genau da eigentlich die AI jetzt definieren soll.
00:35:44: Nein... Also Sie macht uns neue Wege auf.
00:35:48: Jetzt in dieser Zwischenphase, wo wir sagen natürlich ist alles wie in einem drüben Wasser.
00:35:53: Als es vermischt, man sieht nicht noch klar was man damit machen kann eigentlich Auf jeden Fall,
00:36:00: ich
00:36:01: habe eine große Hoffnung.
00:36:02: Dass man in dieser Richtung sich entwickelt wie damals im Jahrhundert in Paris und dass man vielleicht für ganz was Neues schafft damit.
00:36:10: Drübes Wasser findet einen guten Ausdruck dafür.
00:36:12: Genau
00:36:13: so wie die Fotografie.
00:36:14: Also ein passendes Bild für die Situationen der wir gerade sind.
00:36:21: Weil das was damals in den Impressionismus passiert ist dank der Fotografien ist es großartig noch immer in meinen Augen.
00:36:29: Aber vielleicht ist es ja auch gut, dass wir bei den siebzig, vielleicht maximal achtzig Prozent steckend bleiben und gar nicht weiterkommen sonst wird das ja irgendwie verloren gehen.
00:36:38: dieser Drang sich immer weiter so herauszufordern und...
00:36:44: Ja, das ist... Du hast
00:36:45: früher gesagt im Studium Es ist ein guter Klangerinnen, es ist trocken aber es ist jetzt nicht tot.
00:36:51: Und
00:36:51: vielleicht werden die hundert Prozent, vielleicht wäre das auch zu viel.
00:36:55: Weißt du was ich mein?
00:36:56: Oder wo ich hin will?
00:36:58: Das stimmt.
00:36:59: Vielleicht wäre dann notwendig, dass man ein Gerät
00:37:03: patentiert wo man
00:37:06: von einem Musiker die Gedanken
00:37:09: und oder
00:37:09: die Musik dir in Kopf spielt direkt mit irgendwelchen Sonden oder Kabeln oder vielleicht kabelfrei in den Köpfen der anderen überträgt ohne Instrumente?
00:37:23: Vielleicht ist das da hundertpatientige Weg, wo es keine Verluste gibt Vielleicht,
00:37:29: vielleicht.
00:37:30: Wenn wir jetzt noch mal zurück springen und du gesagt hast, du hast in Sagreb quasi war dieses Bild von Wien als dieser wurde vor hundertzwanzig die haben quasi alles passiert ist oder wo es einen magischen Moment vielleicht gegeben hat.
00:37:46: Wo das in der Musikschule euch Schülerinnen und Schülern schon so mitgegeben?
00:37:52: Ein bisschen schon!
00:37:53: Oder wie bist du überhaupt?
00:37:54: Ein bisschen schon.
00:37:55: Also meine Lehrer, ich habe einige Lehrer gehabt die großartig waren.
00:37:59: Ich würde einen
00:38:01: rausbicken
00:38:04: aus dieser Masse der richtiger Komponist war und der immer wieder Werke genommen hat in der Harmonielehre In seinem Fach
00:38:15: Und diese
00:38:16: Werke analysiert
00:38:17: hat um uns zu
00:38:18: zeigen wo die Genialität von diesen Werken ist Und wo das fortschrittliche ist und wo tatsächlich die Idee steckt drinnen, und wo die Handarbeit drinnen steckt.
00:38:29: Und in dieser Handarbeit natürlich sind die Ära drinnen – wo es geschrieben worden ist – die Zeit als Rahmen und gleichzeitig auch der persönlichen Unterschrift von den Komponisten.
00:38:44: Man erkennt einen Vivaldi sofort!
00:38:47: Einen Beethoven auch in seiner Auslegung der Musik Mein Miles Davis hört man sofort und versteht eigentlich, dass das Miles Davis ist.
00:38:57: Aber wieso das so ist?
00:39:00: Und wo
00:39:01: genau
00:39:02: jetzt
00:39:03: die Mechanismen drinnen sind oder wo die Theorie dahinter ist – das hat er uns beigebracht!
00:39:09: Er war natürlich ein Verliebter von der zweiten
00:39:13: Wiener
00:39:13: Schule und das dürfte er nicht unterrichten.
00:39:17: Das war nicht vorgesehen im Fach.
00:39:19: Also es war nicht verboten, aber es waren nicht vorgesehen.
00:39:21: Nicht im Lehrplan?
00:39:22: Im
00:39:22: Lehrplan drinnen das er uns die zweite Schule zeigt.
00:39:25: Er
00:39:26: hat uns nur gezeigt dass da ist die Weiterentwicklung der herkömmlichen Tonalmusik war.
00:39:34: Nichts anderes als das was man da weiter tun soll weil das für ihn natürlich war und das jetzt natürlich
00:39:41: ist oder nicht?
00:39:42: ja da kann man lang reden.
00:39:43: Da gibt's viele Leute die sagen nein das ist nur ein Experiment, das ist pure Mathematik.
00:39:49: Die anderen sagen nein, also man kann sich das auch auslegen wie man es braucht.
00:39:54: Ich habe das versucht in der zweiten Platte
00:39:57: ein bisschen...
00:39:58: ich hab versucht damit zu kokettieren.
00:40:00: Also ich glaube dass ist das richtige Wort.
00:40:02: Das ist keine Zwüftung Musik die ich da gemacht habe ein paar Nummer.
00:40:05: Aber ich habe versucht dazu Kokettieren ein bissel damit.
00:40:09: Es ist quasi fast wie eine Übung für mich.
00:40:11: Wie schaffe ich eine Melodie raus?
00:40:13: Die man als Melodie im alten Sinne des Wortes erkennt Ohne irgendjemanden auf die Idee zu bringen, aha!
00:40:21: Das ist jetzt nicht mehr tonal.
00:40:25: Und
00:40:25: das ist eigentlich schon... Nicht ein Kompromiss?
00:40:28: Es ist ein Versuch.
00:40:29: Vielleicht mache ich weiter so weil es reizt mich schon, dass weiter so zu machen.
00:40:34: War das schwierig das Album für dich abzuschließen?
00:40:38: also wenn man so eine gewisse Vorstellung hat von Songs und Alben und vielleicht da gar nicht so ganz hinkommt.
00:40:46: war das dann?
00:40:47: Oder hast du irgendwann gesagt, ich muss es jetzt fertig machen?
00:40:49: Nein!
00:40:50: Also für mich
00:40:51: war das
00:40:52: eigentlich abgeschlossen.
00:40:54: Ich war mir noch nicht sicher dann ganz genau ob ich noch mehr Instrumente reinbringen soll oder nicht.
00:41:00: Ihr spielt als Trio eigentlich?
00:41:01: Wir
00:41:01: spielen als TRIO
00:41:03: als Percussion
00:41:04: Cello-Gitarre – Trio.
00:41:07: Ich
00:41:07: habe zwei Trompettennummer auch auf der Platte die wir natürlich live mit Cello spielen.
00:41:15: aus logistischen
00:41:16: und praktischem Gründen eigentlich.
00:41:19: Ich habe zwei unterschiedliche Sätze geschrieben natürlich,
00:41:21: weil alles
00:41:22: was auf der Trompete zu spielen ist nicht am Cello zu spielen klar.
00:41:27: aber auf jeden Fall wollte ich die Musik ändern dafür also den Grundgedanken wollte man
00:41:32: kann die Trompeten durch das Cello auf eine Art ersetzen oder wie wirkt sich das dann auch auf den Song aus?
00:41:41: Es ist natürlich eine andere Farbe da und es ist eine Intonation da, die vielleicht auch
00:41:48: von
00:41:50: Gefühl her nicht mehr traurig, melakolisch oder eher durch das Instrument.
00:41:55: Die Trompete ist fast ein Signalinstrument und die Trompette ist wesentlich durchdringender und nicht so
00:42:05: ein
00:42:06: geschmeidiges Instrument wie Cello.
00:42:09: Natürlich ändert sich was.
00:42:10: Aber genau das habe ich beim Umschreiben versucht
00:42:15: zu
00:42:16: minimalisieren, sagt man so diese Diskrepanz.
00:42:22: So Cello ist schon auch ein ergreifendes Instrument?
00:42:28: Cello eigentlich eine Challenge für mich weil durch die andere Stimmung als Gitarre und Contrabass
00:42:36: muss
00:42:36: ich auch anders denken im Kopf wie man
00:42:39: das
00:42:40: so orchestriert.
00:42:41: Beim
00:42:41: Spielen oder beim Schreiben?
00:42:42: Beim Schreiben!
00:42:44: Also
00:42:44: beim Schreiben.
00:42:45: Und ich bewundere
00:42:47: immer Komponisten, die sich sofort versetzen können
00:42:52: in das
00:42:53: Instrument oder sich einleben können
00:42:57: was
00:42:57: gerade aktuell in der Partitur ist.
00:43:01: Das ist
00:43:02: alle
00:43:03: Achtung für mich.
00:43:03: noch ein weiter Weg bis ich das kann.
00:43:05: Ich muss das Instrament immer mehr anschauen studieren und schauen Was klingt tatsächlich gut?
00:43:11: Was klingt nicht
00:43:12: gut
00:43:13: und
00:43:13: bin nicht immer sicher, ob das tatsächlich dann gut ist letztendlich.
00:43:18: Arbeitet ihr dann auch eng zusammen?
00:43:21: Du und die zwei Mitmusikerinnen?
00:43:23: Eigentlich nicht!
00:43:25: Anna
00:43:26: Staatsinger oder?
00:43:27: Anna Staatsinger genau.
00:43:28: Célestine?
00:43:31: Ist Célesten,
00:43:32: die spielt
00:43:33: jetzt
00:43:34: im Trio also natürlich...
00:43:39: sagt man Anna, wenn irgendwas überhaupt nicht geht oder einfach nicht praktisch ist.
00:43:44: Oder vielleicht
00:43:46: nicht überhaupt
00:43:49: gut klingt und ich lerne was daraus natürlich.
00:43:54: Percussion ist eine andere Welt
00:44:00: die
00:44:00: Ingrid natürlich
00:44:01: spielt
00:44:02: vieles
00:44:05: vieles
00:44:05: wie sie will und es ist sehr gut so,
00:44:07: weil ich
00:44:09: mag das sehr gerne wenn wir in Kontrapunkt stehen.
00:44:13: Es ist
00:44:13: eine Sache die auch im Flamenco sehr gut funktioniert.
00:44:18: Wie meinst du im Kontrapunk zu stehen?
00:44:20: Dass ihr nicht das gleiche spielt was ich spiele
00:44:22: sondern dass ihr
00:44:23: dagegen spielt
00:44:25: Und es
00:44:26: entsteht eine Art Eire wie die Spanier sagen Das ist eine meine Definition wäre, wenn man zwei Zentimeter von der Erde
00:44:40: irgendwie
00:44:42: schwebt und man bewegt sich mit einer Leichtigkeit in alle Richtungen.
00:44:48: Ist das dann auch wie so ein Tanz?
00:44:52: So ist es ja!
00:44:54: Es gibt Engelstellen und
00:44:56: Stellen,
00:44:57: wo man sich trifft.
00:44:58: Wo man sich anzieht und im nächsten Moment wieder ein bisschen abstoost?
00:45:04: Genau!
00:45:05: Und jeder hat seinen Freiraum auch.
00:45:06: Das ist wichtig.
00:45:07: dadurch
00:45:09: wie ein Literat
00:45:10: gesagt hat Wenn zwei Leute schaffen so zu klingen wie wenn drei da sind dann bist du am Ziel.
00:45:21: Also das ist die Grundidee von dem eigentlich.
00:45:24: Ich versuche das immer noch zu implementieren
00:45:29: und
00:45:29: es macht mir Spaß, ob's dann immer gut ist.
00:45:32: Das ist eine andere Sache.
00:45:35: Wie bist du überhaupt zum Flamenco gekommen?
00:45:38: Als ich vierzig geworden
00:45:40: bin war
00:45:41: relativ frustriert von der klassischen Gitarre Und ich definiere mich grundsätzlich überhaupt nicht als Klassischer als einen klassischen Guitaristen Obwohl ich das studiert habe zweifach sogar,
00:45:54: aber bei
00:45:56: zwei Lehrer.
00:45:57: Auf jeden Fall ich war mit vierzig so frustriert
00:46:01: und
00:46:01: habe was Neues gesucht.
00:46:04: Ich
00:46:04: wollte nicht interpret sein Aber ich wollte auch nicht den klassischen Sinne für die klassische Gitarre schreiben Und meine Frau hat mich damals eigentlich in einen Flamenco Kurs geschickt.
00:46:17: Das war... In Wien?
00:46:18: ...in
00:46:18: Wien!
00:46:20: Und
00:46:20: das war mein Geburtstagsgeschenk.
00:46:23: Und da habe ich bei einem Gitaristen aus Spanien
00:46:26: ein paar
00:46:26: Stunden genommen.
00:46:28: Und
00:46:29: Gott sei Dank waren die Tänzerinnen, die gerade mit der Probe fertig waren auch in diesem Studio dabei.
00:46:35: und als ich dann diese Synthese zwischen Gitarre und Tanz gehört hab... Ich habe wirklich Gänzehaut bekommen!
00:46:43: Also ich habe dann gesehen das ist eine unglaubliche Sache.
00:46:47: Das hat so viel Energie
00:46:49: wie ...
00:46:52: ohne jemanden zu beleidigen, dead metal.
00:46:55: Also so viel Energie
00:46:57: und
00:46:57: so viel no compromise habe ich selten in der Musik gehört.
00:47:05: Natürlich
00:47:06: mit der Zeit habe ich gesehen dass wenig da rein passt noch von anderen Farben also entweder so oder gar nicht.
00:47:15: Und das passt zu dieser Ausdrucksweise In Spanien vor allem dieser Schicht, die eigentlich auch viel Leid erlebt hat.
00:47:30: Auch viel Unglücke lebt hat.
00:47:32: und dieses Anjammern also dieses Anbrüllen ist perfekt eigentlich zu Hause in dieser Musik.
00:47:45: aber das war mir zu eng mit der Zeit Das war mir einfach zu wenig.
00:47:49: Aber du warst auch in Spanien dann, oder?
00:47:50: Ja natürlich!
00:47:51: Ich war
00:47:52: in
00:47:52: Zivile auch in der Ausbildung.
00:47:53: Aber
00:47:54: ich bin wirklich.
00:47:55: zehn Jahre meines Lebens habe ich gewidmet da Flamenco Musik.
00:47:58: Ich war glücklich drin und ich schätze noch immer diese Musik.
00:48:01: Es ist unglaublich schön aber das ist nicht alles was ich ausdrucken will in der Musik.
00:48:07: Deswegen spiele ich lauter auch nebenbei Was wirklich eine andere Welt ist.
00:48:12: Das hat mit Flamenco nichts zu tun.
00:48:15: Also wieder einen Kontrapunkt zu setzen quasi?
00:48:17: Ein kompletter Kontrapunkt!
00:48:19: Und
00:48:19: das habe ich sogar auch gleich...
00:48:21: Hast du eine Laute hier?
00:48:22: Eine Laute habe ich da hinten verpackte, eine Barocklaute
00:48:27: In dem weinroten Koffer.
00:48:29: Genau
00:48:31: Da hab' ich eine italienische Laute
00:48:33: Eine
00:48:36: elfköhrige Barock-Laute.
00:48:37: ist das?
00:48:38: Die ist jetzt wahrscheinlich verstimmt Die könnte ich kurz herausbringen.
00:48:49: Woher
00:48:49: kommt die Laute eigentlich?
00:48:52: Also, laute kommt ursprünglich
00:48:56: aus
00:48:58: arabischen Raum als die Mauern nach Spanien gekommen sind.
00:49:01: Dann haben sie den
00:49:02: Ud...
00:49:03: Ich sag den Uud weil richtig arabisch
00:49:06: übersetzt
00:49:07: war das der Ud.
00:49:12: Die Spanier sagen laut Und dann war es klar, dass das irgendwann mal laute oder
00:49:20: liuto auf
00:49:21: italienisch und luth auf englisch
00:49:24: und französisch
00:49:25: wird.
00:49:26: Was
00:49:27: übersetzt bedeutet aus dem Holz.
00:49:29: Das wollte ich ursprünglich sagen.
00:49:31: Und dieses Instrument war damals wie heute sehr teuer in der Herstellung weil diesen Bauch händisch herzustellen dauert.
00:49:42: Und
00:49:43: wunderschön, gell?
00:49:44: Das ist erstens unglaublich ein leichtes Instrument.
00:49:47: Darf ich mal?
00:49:49: Auch im Sound... Ja genau!
00:49:51: Jetzt
00:49:51: war ich wirklich überrascht.
00:49:55: Es ist eine sehr leichte Bauweise damit das Sound auch
00:49:58: von
00:49:59: der Spannung her sich leicht entwalten kann.
00:50:04: Kaum ein Gewicht.
00:50:05: Kein
00:50:05: Mal einen Gewicht ja und vielleicht kann man es... Einfangen damit ein Mikro, wie viel da ein Nachhall ist und wie viele Schwäben drinnen sind.
00:50:25: Wahnsinn!
00:50:26: Und
00:50:26: das hat natürlich mit einer Flamenco-Gitarre dann absolut nichts zu tun.
00:50:32: Die
00:50:32: Spielweise ohne Nägel ist auch mit einer Daumen
00:50:38: nach
00:50:38: Innenhaltung definiert Das heißt eine komplett andere Spielweise.
00:50:44: Denkweise auch keine Akkordspielweise.
00:50:47: Also man denkt nur kontrapunktisch, fast nur und auf der Flamenco-Gitarre genau umgekehrt.
00:50:55: Deswegen hat mich das auch so fasziniert.
00:50:58: Wie
00:50:58: bist du zu lauter gekommen?
00:51:00: Ich habe einen Kollegen gehabt damals in der Musikschule, der nennt sich jetzt, es ist natürlich sein Künstlerwarme,
00:51:09: Edin
00:51:09: Karamasov, er ist ein berühmter lauten Spieler, hat sogar mit Stink eine Platte einspielt.
00:51:16: Und ich
00:51:18: habe mir damals gedacht, wenn er als klassischer Gitarist das geschafft hat – dann werde ich es auch schaffen.
00:51:25: Also es ist nicht dann unmöglich das Ganze!
00:51:27: Ich hab nie
00:51:28: vorgehabt historische Literatur auf der Bühne zu spielen.
00:51:34: Ich benutze laute auch heutzutage für alle Filmproduktionen die ich filme sehr gerne sobald eine Szene mir das erlaubt Nämlich die Laute in die Hand, die kann man natürlich dann
00:51:49: auch ein bisschen
00:51:50: fähnenden.
00:51:50: Zum Untermalen
00:51:51: von... So
00:51:51: ist es!
00:51:52: Genau, genau.
00:51:54: Oder
00:51:55: weil sie sich sehr zurück nimmt oder nicht so im... Na, weil das auch
00:52:00: so einzigartig ist.
00:52:02: Es hat mit einer E-Gitarre, einer klassischen Gitarre oder mit einer romantischen Schubettgitarre nichts zu tun.
00:52:09: Sie sind komplett anderer Klang.
00:52:12: obertonreich
00:52:13: Zart?
00:52:14: Ja, zart.
00:52:15: Stimmt!
00:52:17: Und nicht durchsetzungsfähig.
00:52:18: also das heißt man sagt die Laute spielen wir vom Einschlafen jemandem als Schlaflied.
00:52:27: Es ist ein sehr intimes Instrument.
00:52:29: es ist nicht gedacht um große Seele zu fühlen.
00:52:33: Also letztens bei dem Konzert von einem berühmten amerikanischen Lautinisten aus schweiz habe ich mich nicht getraut eigentlich
00:52:42: umzutrennen
00:52:43: Weil meine Sesselbewegung lauter war, als das was er gespielt hat.
00:52:50: In Mozartzahl.
00:52:52: Also es ist ein sehr intimes Instrument,
00:52:56: ist
00:52:56: nie gedacht für die große Massen und es waren nie gedacht als Erfolgsinstrument.
00:53:02: also der Out damals aus der maria maudischen Zeit
00:53:07: ist
00:53:08: eigentlich die Stimme Mohammeds ist gespielt worden mit Risha
00:53:15: Das heißt
00:53:15: mit Feder, von einem Adler.
00:53:20: Und
00:53:21: dann natürlich hat das Instrument eine große Metamorphose erlebt in Europa sowohl in Italien als in Spanien und auf einmal waren die Bühne da.
00:53:31: Auf einmal hat man das mit Finger gespielt
00:53:33: und nicht
00:53:33: mehr mit der Feder.
00:53:37: Dieses Instrument als Großmutter der Gitarre zu bezeichnen würde ich als falsch bezeichnend weil die Gitarren existiert parallel zur Laute die ganze Zeit Als Volksinstrument auch.
00:53:49: Das heißt, dieses herausfordern ist für dich künstlerisch schon immer wieder wichtig und dann auch wieder auf die Seite zu stellen?
00:53:57: Ja genau!
00:53:58: Also ich betrachte dieses Instrument und das ist mir sehr wichtig zu sagen
00:54:02: als Instrument
00:54:04: nur.
00:54:04: Ich will den Sound haben.
00:54:07: Das heisst, ich bin jetzt nicht verliebt in das Instrument.
00:54:11: D.h.,
00:54:12: an sich müsste nicht die Gitarre sein?
00:54:15: Nein!
00:54:15: In meiner Phase jetzt... überhaupt nicht mehr.
00:54:18: Ich sehe das als Instrument und das ist ein Transportmittel für diese Töne, die ich in den Kopf gehabt habe, tagelang davor.
00:54:25: Und manchmal ist es nur die Laute oder Kontrabass, was sich jetzt manisch übt wieder.
00:54:30: Also es ist einfach eine Sache von...ich brauche diesen Klang für diese Musik.
00:54:37: Das sind die idealen Klangen, denen du schon im Kopf hast?
00:54:39: Genau!
00:54:40: Richtig!
00:54:41: Und da seh' ich die Power vom AI Da ist die Stärke von Ei, dass man vielleicht wenn man schon die Töne versteht sagt man so.
00:54:52: Vielleicht leichter zuordnen kann zu einem Instrument was
00:54:57: man braucht.
00:55:00: Total spannend!
00:55:01: Man hört die Flamenco Gitarre auf deinem neuen Album aber auch immer wieder raus oder?
00:55:06: Man hört vielleicht, ich habe mich so zurückgehalten was die Akkorde betritt.
00:55:10: Ich wollte auf keinen Fall irgendeine Raseo spielen oder irgendeiner Art
00:55:16: von
00:55:17: Akkord spielt.
00:55:17: das hab' ich so nicht wollen sagt man so und es kommt da und dort vielleicht durch...
00:55:25: Vielleicht nur wenn man's weiß?
00:55:27: Ja genau!
00:55:28: Nur was du sehr gut gesagt hast ist der Anschlag auf dem Instrument.
00:55:34: ich wollte nicht klassisch klingen.
00:55:36: Ich wollte nicht, dass eine klassische Gitarre... sagt man so ästhetik von der klassischen Gitarren vorne steht.
00:55:45: Ich wollte auch nicht, das es so klingt wie auf einer achseitigen Flamenco-Gitarre.
00:55:51: Nein!
00:55:52: Ich wollte einen Sound entwickeln was ein bisschen mit der Flamengo-Gitare kokettiert aber vielleicht auch mit einer großen Laut da und dort.
00:56:00: Also ich wollte einen sound machen der nicht bis jetzt auch, sag ich jetzt so rein überheblich fast.
00:56:14: Dieser Instrumentalmusik wenn man so runterbrecht ist es ja Instrumental Musik was du machst?
00:56:24: Ist das auch ein bisschen ein Gegenpol zu einer Welt voller Reizüberflutungen
00:56:32: Ein
00:56:32: herunterkommen, ein reduzieren vielleicht auf das Wesentliche in der Musik?
00:56:39: Ja und nein.
00:56:41: Ich habe das schon gehört von ein paar Leuten dass meine Musik beruhigt
00:56:45: Und
00:56:47: dass sie einen Wipe hat wenn ich dieses schirche Wort sagen darf Wo man vielleicht ein bisschen sich Gedanken macht oder sich etwas überlegt
00:56:59: und wirkt
00:57:02: sanft oder
00:57:04: wirkt nach.
00:57:06: Nachdenklich.
00:57:07: Aber auf jeden Fall, das war nicht meine Intention einfach.
00:57:09: Also meine Intenzion war einfach...
00:57:11: Oder ist es eher eine Beleidigung für dich?
00:57:13: Nein!
00:57:14: Wenn man sagt, dass es beruhigende Musik wäre oder...?
00:57:16: Nein,
00:57:17: eine Belegung wäre wenn man jemand sagen würde
00:57:19: naja das
00:57:20: klingt
00:57:21: wie
00:57:21: die Saunamusik oder
00:57:23: wie die
00:57:23: Rosalie von Gürzen gesagt hat Elevator Music dann ist es eine oder Einkaufsmusik.
00:57:29: ein Freund von mir sagt immer Einkaufszentrummusik.
00:57:32: Das wäre eine Beleidigung aus einem ganz einfachen Grund,
00:57:36: weil
00:57:37: ich habe schon mit der AI Down-Dot Obertöne eingespielt.
00:57:45: Mit
00:57:45: Synthesizer sagt man so altmodisch.
00:57:48: Also ich hab schon Samples eingespielt als Obertöhne down dort um den Sound anzureichern.
00:57:56: Aber eigentlich ändert das nichts.
00:57:59: Eine Beleidyung für mich wäre In einer echt gespielten Musik jemanden zu sagen, naja das klingt
00:58:07: wie
00:58:07: gesamplede Musik.
00:58:09: Das ist eine Beleidigung dann.
00:58:11: D.h.,
00:58:12: die Musik, die eigentlich nicht echt gemacht worden ist.
00:58:15: Nicht mit Menschen aufgenommen ist.
00:58:17: Sondern es
00:58:19: ist eh bekannt man kann durch die Samples schon so viele Instrumente ersetzen wenn man vor allem in der Filmmusik kostengünstig arbeitet.
00:58:30: Man arbeitet mit Samples.
00:58:31: Klar, wer kann sich noch hechte Instrumente leisten?
00:58:36: Aber man hört den Unterschied wenn ein echtes Orchester
00:58:39: spielt oder
00:58:41: ein gefektes... Man hört das schon!
00:58:44: Ja vielleicht auch weil es nicht perfekt dann ist oder weil es halt auch diese kleinen Fehler gibt die jetzt nicht so als Fehler-Camper sind, aber vielleicht kleine Ungenauigkeiten.
00:58:55: Genau!
00:58:56: Ich bin auch...
00:58:57: ...dissinteressant, aber machen?
00:58:58: Ja
00:58:58: ich bin auch neugierig,
00:59:00: kurz
00:59:00: zum Essen aus Begleich.
00:59:02: Ich bin immer neugerig und meine Frau fragt mich immer wieder wieso hast du diesen Dreck gekauft?
00:59:07: Nämlich ganz konkret.
00:59:08: Wieso habe ich mir jetzt irgendwelche Fleischfalschebällchen gekauft, wo drauf steht vegan, das heißt das Erbsenbasis?
00:59:20: Warum?
00:59:20: Weil ich neugierig bin.
00:59:21: Ich bin neugering wie das schmeckt und das habe ich jetzt sogar in der Chewabchichi-Besion gekauft, einmal um zu sehen... Wie schmeckten das?
00:59:31: Und natürlich
00:59:33: es schmeckt so wie schlechte Chewbapchi.
00:59:36: Aber es schmecken wie Chewapchi oder wie griechische Fleischbällchen.
00:59:42: Es schmeckt sehr nah den ganzen aber nicht echt!
00:59:46: Und so klingt auch ein Orchester gesämpelt versus echt aufgenommen.
00:59:53: Es klingt als ein Orkester, aber nicht echt!
00:59:58: Du hast ganz am Anfang gesagt du das gibt so diese drei Pole kochen?
01:00:03: Hast du glaube ich erstes genannt?
01:00:05: Ja genau.
01:00:06: Machst du das auch professionell?
01:00:07: Nein,
01:00:07: nein.
01:00:08: Gott im Himmel nicht!
01:00:08: Ich koche für meine Familie sehr gerne und wir laden immer wieder Freunde ein.
01:00:13: Also ich habe mich jetzt
01:00:14: in den
01:00:14: letzten zwei Jahren auf Pizza spezialisiert mit der richtigen Temperatur, mit fünfhundert Grad und mit dem Biscotto-Stein...
01:00:25: Also eigenen Pizzarofen quasi?
01:00:27: Eigentlich einen
01:00:27: eigenen Halt.
01:00:28: Ich hab ihn ein bisschen modifiziert aber mit einem richtigen Stein aus Italien, mit dem roten Stein
01:00:35: und mit der
01:00:36: Messpistole, so dass man weiß bei welcher Temperatur was.
01:00:39: Und mit einem Teig, das fünf Tage lang steht im Kühlschrank.
01:00:43: Fünf Tage lang?
01:00:43: Ja
01:00:43: ja!
01:00:44: Das ist diese Lungofermetationen.
01:00:46: Das ist dieser lange Fermentierung... und es braucht mal die Löcher entstehen, damit der Teig dann
01:00:55: eigentlich...
01:00:56: tut, was er tun soll.
01:00:57: Luftig bleiben, knusprig bleiben und nicht klumpig im Mund wie bei den schlechten marilen Knödel.
01:01:04: also
01:01:05: schlechten habe ich gesagt das gibt die guten auch.
01:01:09: Das heißt dass ist das ein Ausgleich zu der musikalischen Kreativität?
01:01:14: Ja
01:01:14: es ist ein Ausrecht, dass sich irgendwas greifen kann, dass ich irgendetwas in die Hand nehmen kann um gespieren kann weil in der Musik ist das meistens nur das Instrument.
01:01:24: aber das was rauskommt ist wieder nicht greifbar Es ist das, was in
01:01:28: Ohren ist
01:01:28: oder im Kopf.
01:01:30: Also den Teig wirklich angreifen zu können...
01:01:34: Ja!
01:01:34: Ist dann wichtig?
01:01:36: Genau.
01:01:37: Oder die Begeisterung von Leuten, die es essen.
01:01:40: Diese Begeistigung ist ja der Musik auch wichtig.
01:01:42: Dass man sieht dass die Musik irgendwo angekommen ist.
01:01:44: Also das gemeinsame Essen ist dann wie ein kleines Konzert vielleicht.
01:01:48: Das kann man fast so übersetzen.
01:01:51: Ein Kamerkonzert.
01:01:54: deine Kammermusik.
01:01:55: Aber wie wenn du jetzt ein Konzert spielst oder das Album mit dem Album rausgehst in die Welt, dann gehört es ja nicht nur noch dir sondern dass wir dann die Menschen hören, dass sie in unterschiedlichsten Situationen, wenn sie traurig sind, wenn Sie glücklich sind, Wenn sie gestresst sind und wenn sie unterwegs sind vielleicht aber auch gemütlich zu Hause sind oder gemeinsam essen.
01:02:17: wie auch immer hast du da so eine Vorstellung was die Musik irgendwie bei den Menschen auslösen soll?
01:02:26: Wenn sie irgendwas auslöst, bin ich sehr glücklich.
01:02:30: Egal... Egal
01:02:31: was!
01:02:32: Das heisst die Kommunikation ist da und ich glaube das ist das was die Musik machen soll nicht nur die Musik, die Literatur genauso eine Ausstellung ein Theaterstück genau dass Die Kommunikations zwischen
01:02:46: Leuten.
01:02:48: Also das ist ganz vorne.
01:02:50: Ob es jetzt Trauer
01:02:52: oder Glück,
01:02:53: Begeisterung oder Depression sind, das ist zweiträngig.
01:02:59: Aber wenn sie jemanden einfach kalt lässt, ich glaube das ist dann eine Niederlage.
01:03:05: Hast du beim Schreiben oder auch im Studio einen idealer Gast vor dem inneren Auge?
01:03:15: jemanden für den du die musik schreibst?
01:03:17: oder machst das mal für dich und dann
01:03:19: ich mag es für mich.
01:03:20: Ich bin eigentlich, ich glaube schon
01:03:23: ein
01:03:23: strenger kritiker
01:03:25: Und ich
01:03:26: versuche immer immer ganz am anfang schon
01:03:30: irgendwie
01:03:30: auszusortieren.
01:03:31: was ist ein klischee?
01:03:33: Und was ist wertvoll in meinen
01:03:35: augen?
01:03:36: Die zweite instanz ist meine frau und dies sehr vernichten dann wenn ihr irgendwas nicht gewalt
01:03:42: und sagt
01:03:43: ja
01:03:44: schon gehört oder
01:03:45: nicht gehört, oder ja das ist ehrlich.
01:03:48: Das macht Sinn und es macht keinen Sinn.
01:03:49: Es ist vielmehr Macherin
01:03:52: und
01:03:54: sie versteht etwas von der Komposition weil ich glaube das Wort ist eigentlich universell.
01:04:00: egal ob man Literatur schreibt oder ob man malt ohne Komposition funktioniert, ohne Frage und Antwort in einem Stück funktioniert
01:04:08: wenig eigentlich.
01:04:10: Ich bin immer noch begeistert, wie die junge Generation sich zufrieden lässt mit diesen fünf-, sechssekundigen Musikpotpouris in TikTok-Videos oder in Reels.
01:04:23: Dass das funktioniert und dass jemand ihn zufriedensstellt.
01:04:27: Und gleichzeitig stelle ich fest vor allem bei meinen Schülern, dass die Konzentrationsspanne sehr klein ist dadurch geworden.
01:04:37: Wie alt sind die so?
01:04:38: Zwischen drei und achtzig Zwischen drei Jahre und achtzig Jahre.
01:04:43: Ein
01:04:43: ganzer Lebensspanne eigentlich.
01:04:49: Gibt es da trotzdem immer natürlich mit der Digitalen Schnelligkeit, mit den jungen Menschen aufwachsen?
01:04:58: Das ist wahrscheinlich der größte Unterschied.
01:05:00: aber gibt's trotzdem irgendwie so ein verbindendes Element wo es egal ist ob jemand drei ist oder achtzig?
01:05:05: Ja das habe ich genau letzte Woche erlebt.
01:05:08: in einem Abschlusskonzert
01:05:10: meiner Klasse
01:05:12: war
01:05:12: eine dreieinhalbjährige, knapp jetzt vier Schülerin mit Noten in einer Hand, Gitarre in der anderen Hand vor der Bühne gestanden ist und mir gesagt hat Marco du kannst auf mich vergessen.
01:05:27: Das heißt sie war nicht am Programm und sie wollte unbedingt spielen Und kurz davor ist meine älteste, offizielle Älteste Schüllerin auf die Bühnen gegangen.
01:05:40: Man hat bei beiden das Gleiche erlebt.
01:05:43: In den Augen... Das ist ein Zeichen der Entscheidungswille, ich will!
01:05:52: Ich will das machen.
01:05:54: Aus welchem Grund?
01:05:55: Das ist was anderes.
01:05:56: Das ist eine andere Geschichte aber ich will es machen.
01:06:00: Ich habe etwas zum zeigen und ich will euch was mitteilen.
01:06:04: Ich will auf die Bühne.
01:06:05: Ich
01:06:05: bin auf die Bühne.
01:06:08: Das haben nicht nur ich, sondern alle gesehen.
01:06:12: Sowohl die knapp vierjährige wie die neunzehnjährigen, die gerade Matura gemacht hat.
01:06:19: Eigentlich das auch weitermachen will.
01:06:22: Diese
01:06:23: Entschlossenheit haben wir alle gleichzeitig gemerkt.
01:06:28: Hat man das irgendwie in sich?
01:06:30: Oder woher kommt das?
01:06:32: Ich glaube
01:06:32: schon.
01:06:33: Wolltest du immer auf die Bühne?
01:06:36: Ich wollte immer
01:06:38: nicht
01:06:38: unbedingt auf die bühne!
01:06:41: Und das ist auch nicht mein Drang.
01:06:42: jetzt Nummer eins.
01:06:44: Jemanden, was mich zuteilen will sie immer wunderschön Kontakt mit Menschen zu haben kommunizieren mit Menschen unglaublich schöne Sache.
01:06:51: Dafür sind wir da eigentlich auf der Erde glaube ich.
01:06:54: aber
01:06:56: Menschen Musik zu geben diese Töne zu suchen und dann für sich selber zu entscheiden Da sind die richtige Tönen.
01:07:04: vier zwei tausend fünf und zwanzig mehr kann Ich Nicht.
01:07:07: Das Ist das Was Ich Jetzt Am Bestem gemacht habe.
01:07:10: Das ist mein Motor, das ist meine Züge eigentlich auch in dem Ganzen.
01:07:16: Aber jetzt unbedingt auf die Bühne gehen und ja... Ist schön!
01:07:20: Wenn die Leute klatschen und verstehen was du willst, ist wunderschöne Sache.
01:07:25: aber das primäre Ziel glaube ich nicht.
01:07:29: Oder ist es auch eine Überwindung für dich?
01:07:32: Es ist keine Überwindungen.
01:07:33: also ich genieße dass wenn die Leute konzentriert zuhören, das is schön und wenn sie sich später bedanken wie das was Du gemacht hast Das ist ein unglaublich schönes Gefühl.
01:07:42: Es
01:07:43: ist keine Überwindung, nur ich versuche immer je älter ich bin, effizienter zu denken.
01:07:49: Denk mal, ist es effizierter jetzt drei Konzerte für zwanzig Leute zu machen oder ist es besser das sich drei neue Stücke anfangen?
01:07:59: Also für mich ist das eher das Zweite was ich gesagt habe.
01:08:02: Ich will dann lieber mehr Musik schreiben als dass
01:08:05: ich
01:08:06: noch mehr Konzert spiele Obwohl ich eine Freundin habe, die ständig Konzerte macht und ist knapp siebzig.
01:08:13: Und sagt Mako du musst auf die Bühne!
01:08:15: Nein, nein, nein.
01:08:16: Es ist bei den Musikern immer eine Frage.
01:08:19: Ist immer so eine Gratwanderung, die man irgendwie schaffen
01:08:23: muss?
01:08:24: Die Bühnen sind fantastisch, sage ich nix Aber für mich ist es richtige Töne zu finden.
01:08:29: fast noch ein bisschen... Ich würde das Schirche sagen geiler
01:08:37: brauchst du auch diese Einsamkeit dann ein bisschen im Studio?
01:08:41: Ja.
01:08:41: Weil, du wirkst jetzt ja wie ein Mensch der sehr viel mit Menschen in Kontakt ist und das auch genießt anscheinend unter Menschen zu sein, Mitmenschen zu sein für Menschen zu kochen, zu spielen aber hier dann auch...
01:08:54: Ich brauche die Zeit!
01:08:55: Nur du
01:08:55: sein zu können!
01:08:56: Richtig
01:08:56: genau vor allem nutze ich die Zeit immer mehr komplett alleine am Boot zu sitzen komplett alleine fast den ganzen Tag Ich würde sagen, die Wahrheit zu finden.
01:09:11: Und wirklich zu finden was ich finde als moralisch okay?
01:09:16: Was ich find das ist das Richtige für mich und für die anderen um irgendwie mit der Natur eins zu sein.
01:09:24: Um zu sagen ok jetzt mache ich
01:09:27: so
01:09:28: weil ich nicht besser kann auch aber wenn ich dann getrieben bin und tausend andere Sachen zu tun habe.
01:09:35: nebenbei dann sehe ich, dass diese Anfälligkeit Klischees zu spielen, Klischee zu denken, routiniert was weiterzumachen.
01:09:44: Nicht gut ist einfach
01:09:45: und deswegen ist diese Ruhezeit sehr wichtig.
01:09:48: Dieses Klischee Wort hast du früher schon verhindert?
01:09:50: Ja eben.
01:09:52: Wann würde etwas nach Klischeed klingen?
01:09:54: Dass man in irgendwelchen Manirismen spielt das heißt man spielt jetzt eine Thronleiter
01:10:01: und versiert
01:10:02: sie so, wie man sich schon eh letzte zwanzig Jahre gemacht hat.
01:10:05: Und wie das üblich ist jetzt in einer Ära oder auf einem Instrument oder mit einem Fingersatz.
01:10:12: Das heißt, man versucht nicht was neu zu definieren Man versucht gar nichts hinterzufragen.
01:10:18: Man macht es genauso, wie wenn man das schon immer gemacht hat und genau dieser Satz ist nicht
01:10:23: gut.
01:10:23: eigentlich finde Wie?
01:10:26: So wie man's schon immer gemacht hat.
01:10:28: Nein, das ist einfach Nicht gut.
01:10:31: Du scheinst dann ziemlich in Schaffensdrang jetzt noch zu haben, denkst du jetzt auch schon weiter an das nächste Album?
01:10:38: Ja
01:10:38: ja ich habe schon...
01:10:39: Obwohl das aktuelle erst kürzlich erschienen ist?
01:10:42: Ja klar, das geht parallel!
01:10:44: Ich hab eigentlich schon in der Endphase von der letzten Platte schon skizziert viele Sachen.
01:10:52: Oder ist das aktuelle Album jetzt schon vielleicht auch irgendwie alt für dich?
01:10:54: Nein,
01:10:55: es ist nicht alt.
01:10:56: Es ist nicht Alt aber ich habe parallel im Kopf
01:11:00: schon
01:11:00: fast die Hälfte von der neuen Platte
01:11:03: und
01:11:05: ich versuche eigentlich die Sachen parallel auch zu halten momentan.
01:11:14: Die
01:11:14: erste Platte, die Solo-Plate
01:11:16: ist
01:11:16: vielleicht ein Fall
01:11:19: wo ich
01:11:19: sagen könnte Da beschaff ich... Das ist für mich abgeschlossen.
01:11:24: Das ist auf jeden Fall für mich abschlossen, gedanklich auch
01:11:27: wenn
01:11:27: es notwendig ist, spiele ich's gerne.
01:11:30: Es ist eine Solo-Plate, da spiel ich alleine auf der Bühne.
01:11:33: Momentan war das
01:11:34: so, dass
01:11:35: ich keine Auftritte damit schaffen könnte.
01:11:38: Momentant ist es auch soweit ich von meinen Kollegen gehört hab bei den anderen Instrumenten auch so.
01:11:45: Also das ist nicht gefragt jetzt momentan.
01:11:47: Soloinstrument auf der bühne ist nicht modern.
01:11:50: Es ist
01:11:52: eher
01:11:53: die Frage,
01:11:53: ob man
01:11:55: Ensembles auf der Bühne steht.
01:11:56: Einen größeren Klang, einen attraktiveren Klang sagt man so jetzt.
01:12:02: Das was unter uns Musiker als Königsdisziplin immer war das heißt alleine auf die Bühnen zu gehen.
01:12:09: Ist nicht modern!
01:12:11: Aber das kann ja wieder kommen.
01:12:13: Es kann wieder kommen!
01:12:15: Dafür haben wir auch studiert, viele von uns Pianisten und Gitaristen studieren
01:12:21: Solo-Konzerte
01:12:21: zu machen.
01:12:24: Das wäre das Ziel von Studium.
01:12:27: Aber hast du jetzt trotzdem mit Return to Vienna vielleicht ein bisschen so deinen wirklichen Kernsound gefunden?
01:12:38: Auch wenn es vielleicht in ein paar Jahren wieder anders sein könnte.
01:12:41: Ich glaube schon.
01:12:43: Ich glaube schon, dass ich vor allem auf der Gitarre jetzt langsam den Sound gefunden habe.
01:12:50: Der nicht klassische Gitarren zeigt oder interpretiert sofort beim ersten Anklang und auch nicht eine helle Flamenco-Gitarre sondern ein Sound,
01:13:05: der
01:13:05: irgendwo dazwischen ist.
01:13:07: da kann ich mich leicht ausdrucken.
01:13:09: aber ob das jetzt so bleibt in nächsten ein paar Jahren Das weiß ich nicht.
01:13:13: Also jetzt momentan fühlt sich das gut an!
01:13:15: Es bleibt spannend auch für dich und fürs Publikum.
01:13:20: Genau, genau.
01:13:21: Und das ist das Schöne daran dass man nie weiss was hinter der nächsten Tür steht.
01:13:27: So lange man Kraft hat etwas Neues zu entdecken oder weiterzuschauen ist es schön.
01:13:35: Das ist ja auch das schöne generell am Leben?
01:13:37: Oder dass man nicht immer schon weiß was... Auch wenn es manchmal dann schmerzlich vielleicht ist oder man vielleicht einmal die falsche Abzweigungen nimmt.
01:13:46: Genau, genau!
01:13:47: Aber
01:13:47: trotzdem macht das ja erst spannend und lebenswert eigentlich auch.
01:13:55: Genau.
01:13:56: Auch wenn's ein bisschen blatt klingt aber...
01:13:58: Ich weiß es klingt so...
01:14:00: Es klingt wie so ein Kalenderspruch denke ich mir gerade jetzt selber wo ich sage, aber trotzdem...
01:14:05: Genau.
01:14:07: Ich meine gleichzeitig, wir sind komfortiert jeden Tag mit so vielen Leuten die nichts ändern wollen.
01:14:13: Nichts!
01:14:14: Vor allem in der Politik nicht oder in allgemeinem Leben.
01:14:17: Es ist super so wie es ist.
01:14:19: Oder nur zurückwollnen eine Zeit, die es vielleicht eh nie gab?
01:14:23: Noch schlimmer, noch schlimmer.
01:14:24: ich glaube das genau aus dem Grund
01:14:27: jetzt nicht
01:14:28: das Remake sondern die zweite Die zweite Staffel würde ich das bezeichnen von Braunschlag eigentlich nicht so gut angekommen ist, weil die Leute sich irgendwie mit dem ein bisschen verarscht fühlen.
01:14:49: Vieler glaube ich!
01:14:51: Weil genau die Abbildung ist von dem
01:14:55: was man
01:14:57: nicht überall aber...
01:15:03: Ich weiß quasi ein bisschen wie es weitergeht, aber ich hatte bisher noch gar keine Lust es mir anzuschauen.
01:15:11: Vielleicht auch weil ich schon ein bissel weiss wie das weiter geht... Hatte nur nicht das Bedürfnis!
01:15:21: Die häufigste Kritik war natürlich dass man sich wiederholt nach der dritten vierten Folge.
01:15:31: Ich finde genau, das ist das Zentrum der Aussage.
01:15:35: Das ist der Inhalt von den Gesamten und das Zentum der Aussagen natürlich.
01:15:39: Genau darum geht's!
01:15:41: Es darf nichts Neues kommen weil sonst hinterfragt man überhaupt die gesamte Staffel.
01:15:46: in meinen Augen ist es so.
01:15:47: aber genau so viele Leute kenne ich die genauso als wollen dass sie nix ändert weiß er super ist so wie es ist.
01:15:55: vielleicht schafft ja genau dann so Musik Musik wie du sie auch machst leute ein bisschen auch aufzurütteln, ein bisschen wach zu machen.
01:16:04: Auch
01:16:05: nachzudenken selber was anzugehen, was man vielleicht aufschiebt.
01:16:11: Genau ich habe nach der Premiere von einer jungen Frau
01:16:20: nach
01:16:20: dem Konzert gehört dass sie bei der Nummer Oblivion
01:16:24: gesagt
01:16:24: hat Ich hab tatsächlich begonnen nachzedenken
01:16:30: über
01:16:31: Sachen, die ich nicht vergessen will oder vielleicht vergessen
01:16:37: möchte.
01:16:39: Aber ich habe begonnen nachzudenken also für mich war das wirklich ein Kompliment.
01:16:43: Also wenn man da jemanden anregt mit dem Titel schon irgendwie in dieser Richtung sich zu bewegen ist... Eigentlich
01:16:53: alles erreicht?
01:16:55: Eine perfekte Kommunikation geschafft worden!
01:16:59: Das ist für mich super.
01:17:01: Du hast was ausgelöst.
01:17:03: Ja genau, genau und das, genau dieses Wort zu bewegen, was zu provozieren vielleicht ist glaube ich auch in der Popmusik damals, in der Rockmusik
01:17:14: oder
01:17:15: in Avant-Garde.
01:17:17: Das ist eigentlich genau der Motor, das Ziel eigentlich finde ich.
01:17:23: Genau das was sich selber dann reinigt wieder weil wenn man da keine Anreize mehr braucht Wenn eh alles super ist, so wie es war.
01:17:35: Ich glaube da werden wir dümmer.
01:17:40: Dann ist die Entwicklung passé.
01:17:43: Die zivilisatorische, die kulturelle Entwicklung leidet darunter in meinen
01:17:48: Augen.
01:17:51: Du Mako vielen Dank für diesen spannenden Einblick!
01:17:55: Ja ich...
01:17:57: Es wird schon ein bisschen heiß hier bei dir, gell?
01:18:00: Es ist ein bissel heiß.
01:18:01: jetzt muss man aufmachen genau.
01:18:02: Wir nehmen genau was muss man noch dazu sagen während der Die Hitzeperiode auf.
01:18:07: Und der
01:18:08: Kuchen ist schon...
01:18:10: Der Kuchen schmilzt vor sich hin!
01:18:13: Durchwürde zum Abschluss noch gerne ein paar kurze Fragen, aber lass ruhig offen das Fenster.
01:18:16: Ich glaube das schaffen wir.
01:18:21: Da fiel dir nur ein paar Fragen, kurze Frage zum Abs Schluss stehen und zwar in welche Stadt würdest du immer wieder gerne reisen?
01:18:30: Ich würde immer
01:18:32: wieder nach Split gerne reißen.
01:18:36: Ich würde auf
01:18:37: die Insel Scholter, wo wir jeden Sommer unsere Zeit verbringen gerne reisen.
01:18:44: Ich würde
01:18:44: gerne weiter wenn ich darf in Wien leben.
01:18:48: Ich finde Wien großartig als Stadt.
01:18:53: Ich find zentral Europa also die alte Dona Monarchie großartige
01:18:59: und
01:19:00: was no go ist für mich ist irgendwo Auf dreitausend Meter
01:19:08: Höhe
01:19:09: mit Schnee bedeckt.
01:19:10: Kein Kontakt mit Menschen, weil es
01:19:12: in
01:19:12: so einer Gegend
01:19:14: wünsche ich mir
01:19:16: nicht zu leben.
01:19:20: Gibt's einen Film oder eine Serie die dich irgendwie verstört haben?
01:19:28: Verstört irritiert sozusagen?
01:19:30: Irritiert genau positiv irritiert irgendwas ausgelöst hat bei dir.
01:19:36: Man kann ja gut positiv verstört werden.
01:19:42: Für mich war, erst mal kurz überlegen.
01:19:45: jetzt auf diese unterhaltsame Art habe ich natürlich Kasadepapel sehr lustig gefunden.
01:19:54: Das ist diese Unterhaltung die ich mir mehr wünsche, die trotzdem mehrere Schichten hat wo man auch sicher ein bisschen den Kapitalismus neu überlegt mit Drucken von Geld was nicht vorhanden ist Und das dann unter die Leute bringt, um Wohlstand zu schaffen.
01:20:17: Aber auf jeden Fall
01:20:18: von...
01:20:22: Es gibt eine Serie, die mich enttäuscht hat und das ist
01:20:26: hundert
01:20:26: Jahre Einsamkeit von Marquez.
01:20:30: Die ist verfilmt worden jetzt von Netflix.
01:20:33: Das habe ich gar nicht gesehen oder nicht mitbekommen.
01:20:36: Ich
01:20:36: hatte mich bitter enttäuscht weil ich von Roman so begeistert war, damals als Jugendlicher.
01:20:42: Ich denke mir gerade vielleicht sollte man sowas nicht, ein Buch nicht verfügen.
01:20:46: Genau
01:20:47: und da war ich sehr enttäuscht eigentlich.
01:20:49: Sehr enttäuscht dass das eigentlich komplett in dieser wieder unterhaltsame Richtung gegangen ist.
01:20:55: Alle diese Farben die in Roman vorhanden waren...
01:20:57: Klischees wahrscheinlich, können wir mal vorstellen.
01:21:00: Die sind verloren gegangen einfach!
01:21:03: Ja, aber es gibt so mehrere Irritationen.
01:21:07: Also deswegen...
01:21:09: Aber sind wir eh beim richtigen Thema?
01:21:11: Gibt's ein Buch das du uns gerade empfehlen kannst?
01:21:15: Zuzeit ich lese Buch
01:21:17: über
01:21:18: Seelen also das kann ich nicht jedem empfehle!
01:21:22: Aber wer weiß vielleicht fängt die oder der andere noch zum Segeln an?
01:21:26: Oder nur als Inspiration?
01:21:28: Das letzte Buch was ich gelesen habe ist von einer schwedischen Stiftstellerin
01:21:37: über
01:21:37: ihren Sohn, der zu Gen Z Generation gehört und der schwersten Depressiv ist und findet nicht ins Leben hinein.
01:21:45: Und mit Mühe und Not habe ich die Hälfte des Buches geschafft und dann habe ich es liegen lassen weil mich das eigentlich schon negativ berührt hat.
01:21:56: Eine Tochter hat die neunzehn ist und mittendrin steckt in den ganzen.
01:22:02: Und hat viele Freundinnen, die auch ihre Probleme mit sich
01:22:08: tragen...
01:22:10: ...in einer
01:22:11: Gesellschaft wo eigentlich alles im Überfluss ist.. ..und trotz uns an dieser Menschen letztendlich alleine.. ..mit dem eigenen Polster beim Einschlafen.. Mit einem enormen sozialen.. Mit einer sozialen Interaktion.
01:22:29: Trotzdem schaffen es nicht, echter Beziehungen auf die Beine zu bringen.
01:22:35: oder sagt man so
01:22:37: wirklich
01:22:37: tatsächlich das Leben ohne Plastikfolie zu leben?
01:22:44: und ich habe das Buch auf der Seite
01:22:46: gelassen.
01:22:48: Das ist das letzte Buch was ich lesen hab.
01:22:53: würde lieber
01:22:54: reden
01:22:55: über
01:22:56: die letzte Ausstellung, die ich besucht
01:22:57: habe.
01:23:00: Das hat mich mehr berührt
01:23:02: und
01:23:02: da hab' ich eigentlich kurz geweint also meine Frau hat's nicht gesehen und das war in Belvedere
01:23:09: nämlich von Klimt
01:23:11: dass man das Bild was eigentlich die Regierung also die Republik ausgebrockt hat aus New York für eine unglaubliche Summe.
01:23:20: Ich war eigentlich schon so aufgeregt, an dem Tag als ich hingegangen bin.
01:23:24: Und dann habe ich wieder feststellen müssen, dass es kein Foto gibt was das nachmachen kann in der Realität.
01:23:33: und da sind wir wieder bei den echten Orchester-
01:23:35: und
01:23:35: gesämpelten Orchester oder echten Instrument- und Gesämpelten Instrument.
01:23:40: also wenn man sich... Wenn man das live sieht einfach Also vor allem diese Bewegung im Bild die er geschafft hat mit Farben Blickwinkel, also das ist unglaublich einfach.
01:23:56: Das ist ein Gefühl was dann wirklich, was man sich konservieren will
01:24:01: und
01:24:01: man setzt sich nieder und geht noch einmal hin.
01:24:04: und natürlich
01:24:06: der erste Anblick ist unvergesslich, der bleibt tiefer drinnen als alles danach.
01:24:12: aber das würde ich jedem empfehlen eigentlich dass er das in echt erlebt.
01:24:17: Man sieht jetzt leider dein strahlendes Gesicht und deine strahlenden Augen nicht, aber... Ja
01:24:21: es ist unglaublich eigentlich was wieder diese Kunst eigentlich projizieren kann.
01:24:32: Vielleicht braucht man mehr in den Schulen eigentlich Leute die Kommentatoren sind oder Erzähler sind oder diejenigen die eigentlich so wie eine Einleitung bei einem technischen Produkt machen
01:24:47: die
01:24:48: eigentlich, die Kunst ein bisschen näher bringenden Menschen.
01:24:51: So dass die Seele und das Herz ein bissel glücklicher wird dadurch.
01:24:56: Das ist das was ich für mich in der heutigen Zeit vermisse.
01:24:58: Dass so viele Leute in diesem Wohlstand trotzdem unglücklich sind Und da muss die Kunst
01:25:05: jetzt eigentlich rein.
01:25:07: Rhein!
01:25:09: Es ist das richtige Wort, genau Da braucht man sie eigentlich, dass die Menschen sehen wie schön das Leben
01:25:14: ist
01:25:15: tatsächlich und ich brauche nicht noch ein besseres Auto.
01:25:18: Und ich brauch jetzt nicht an Urlaub irgendwo
01:25:21: in Ägypten, weil
01:25:23: das gehört dazu.
01:25:24: Nein es gehört nicht dazu!
01:25:26: Ich liebe eine Ausstellung.
01:25:28: Du wirst glücklicher danach oder einen Theaterstück sich
01:25:32: anschauen
01:25:32: genauso was sie nicht macht.
01:25:37: Aber jeden Seins... Das ist
01:25:40: fast so ein schönes Schlusswort aber ich habe nur drei kurze Fragen.
01:25:44: Was ist das schönste Lied der Welt?
01:25:49: Das kann ich nicht beantworten.
01:25:53: Es gibt
01:25:53: so... Genau da ist die Schönheit, dass es so viele schöne Sachen gibt
01:26:00: und
01:26:01: auch nicht in der Musik.
01:26:02: Aber in der Music gibt's... Das kann man nicht beantworten einfach!
01:26:08: Es gibt eine Nebengeschichte.
01:26:11: also das gelbe Licht da unten auf diesem Gerät zeigt Dieser Oszillator, also dieses Gerät da.
01:26:24: Das ist ein Schumangenerator
01:26:27: und das produziert
01:26:28: sieben Komma Zweiund Achtzig Herz.
01:26:30: Und das war die Grundfrequenz der Welle um die Erde.
01:26:35: Ja!
01:26:36: Die Frequenzen finden wir auch in der Biologie sehr oft und man findet es bei der Teilung von Zellen und diese Frequenz ist fürs Leben sehr wichtig.
01:26:46: Jetzt, nebenbei nur für die Musik oder für die Kreativität.
01:26:49: Diese Frequenz lässt einen Menschen, der was gerade schreibt, malt und spielt
01:26:56: oder
01:26:57: weiß nicht, was anderes kreatives macht, konzentriert weiterarbeiten.
01:27:04: Sagt man so?
01:27:05: Es gibt viele Spitäler in Amerika, private Spitälern, die das in Operationssälen haben weil man sich wirklich meiner Erfahrung nach besser und leichter konzentrieren kann.
01:27:17: Obwohl diese Frequenz eigentlich da ist, die ist gestört
01:27:21: durch
01:27:21: verschiedene Frequenzen, die wir
01:27:23: heutzutage
01:27:24: im Alltag haben.
01:27:25: Und ich muss ehrlich sagen jetzt ein bisschen Esoterie.
01:27:27: Ich arbeite mit dem sehr gerne.
01:27:29: Das ist ständig da eingeschaltet Diese Frequence und
01:27:33: vielleicht
01:27:34: ist das die schönste Frequencer Welt.
01:27:38: Vielleicht Schöne Antwort!
01:27:40: Du sollst von dir und deiner Kunst einmal bleiben.
01:27:45: Ich bin glücklich, dass ich es machen kann und darf.
01:27:48: Und
01:27:50: wenn ich noch weitermachen darf
01:27:52: – und
01:27:53: wenn sich die Leute einmal daran erinnern, dass das eigentlich was gebracht hat, dass nicht wertlos war ist das der Schönste!
01:28:02: Ich will auf keinen Fall,
01:28:04: dass
01:28:05: diese Art Therapie auf jemanden wirkt sondern dass irgendjemand etwas damit tatsächlich ... dass jemand was wie die Seele sich nimmt.
01:28:15: Schön!
01:28:17: Du.
01:28:17: und irgendwelche letzten Worte für heute?
01:28:20: Letzte
01:28:20: Worte?!
01:28:21: Ja, nur für
01:28:24: heute.
01:28:25: Für unser Gespräch.
01:28:26: Ich bedanke mich
01:28:28: Philipp
01:28:29: bei
01:28:29: dir, dass du Geduld
01:28:30: und Nerven für mich gehabt hast.
01:28:32: Das war total nett bei
01:28:33: dir.
01:28:33: Genau oder wie ich meinen Schüler immer sage das ist ein Satz der universellist Danke für die Mitarbeitung.
01:28:40: geduld Sieht so wie aus fuchziger Jahransatz.
01:28:45: Aber nein, jetzt Spaß auf die Seite!
01:28:47: Danke dir.
01:28:47: das da wasst
01:28:49: dass
01:28:49: wir ein nettes Gespräch gehabt haben.
01:28:51: es ist heiß heute
01:28:52: und wir dürfen
01:28:53: nix heißes essen.
01:28:55: oder gerade deswegen?
01:28:57: ich glaube nicht zu heiß aber
01:29:00: weil ich habe meine frau
01:29:01: provoziert in der früh bevor ich jetzt
01:29:03: im studiogangen bin.
01:29:05: Heute essen wir Pizza, oder?
01:29:06: Wir haben ja genug Teig im Kühlschrank.
01:29:08: Ich habe immer für drei, vier Pizzen genug Teige in dem Kühlischrank.
01:29:13: Das muss sein!
01:29:15: Aber ich meine natürlich war das ein Scherz.
01:29:17: Kommt dich die Frage
01:29:19: erinnern.
01:29:20: Vielleicht nächste Woche wieder.
01:29:23: Auf jeden Fall ... Meine letzte Worte sind...
01:29:27: Ich würde
01:29:28: jedem fehlen
01:29:29: der
01:29:32: kreativ was machen will,
01:29:34: dass
01:29:34: er so viel wie möglich
01:29:36: alle
01:29:36: andere Musikstilrichtungen genießt und dann
01:29:41: als
01:29:41: zweite Instanz viel Literatur
01:29:44: und Malerei
01:29:46: sich
01:29:48: anhört oder durchliest
01:29:50: durch verschiedene Werke und schaut
01:29:53: wo er irgendwie
01:29:54: andere Meinungen
01:29:57: zu
01:29:57: sich holen kann.
01:29:59: Und auf sich wirken lassen kann.
01:30:01: Also ich glaube, dass diese Kommunikation auch wichtig ist.
01:30:04: Dass man sieht eigentlich wie die Gefühle von anderen Menschen sind, wie die Gedanken von anderen Personen sind weil letztendlich weinen wir alle können zumindest theoretisch alle weinen.
01:30:16: aufs Klo müssen wir alle gehen essen muss mal alle und schlafen muss mal.
01:30:21: also jetzt vom dem wenn man sich entfernen will.
01:30:25: auf eine ganz andere Ebene sollten wir In meiner idealen Vorstellung auch die Kunstalb
01:30:33: genießen.
01:30:34: Und ich glaube, dass es dann weniger Kriege gibt und weniger
01:30:36: Probleme,
01:30:37: wenn man alle mit der gleichen Intenz das machen würde.
01:30:44: Vielen Dank!
01:30:45: Die auch danke!
01:31:05: Was soll das alles?
01:31:06: Ist eine Produktion von mir, Philipp Dolle.
01:31:09: Folgen gibt es jeden Freitag überall wo es Podcasts gibt.
01:31:13: Damit ihr keine Folge verpasst, folgt den Podcast auf der Plattform Eurer Wahl.
01:31:17: Vielen Dank fürs Zuhören und ich freue mich schon auf kommende Woche!
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