Der Nino aus Wien ist gar nicht so alone in Neubau

Shownotes

Der Nino aus Wien hat sein neues Album „Neubau Alone“ aufgenommen – roh, verzerrt und voller Kratzer. In seinem Souterrain in Wien-Neubau spreche ich mit dem Wiener Singer-Songwriter über das Arbeiten im Proberaum, den Zauber junger Songs und darüber, wie schwierig es für ihn am Anfang seiner Karriere war, mit Ablehnung umzugehen. Es geht um einen Poetry-Slam-Versuch als Mutprobe, warum Der Nino aus Wien keine Kunstfigur ist und welche Verantwortung Musik mit sich bringt. Außerdem erzählt Nino Mandl, wie der Musiker bürgerlich heißt, von seinem Engagement für „Das Mädl aus der Vorstadt“ am Theater in der Josefstadt – ein Projekt, das ihn durchaus ein bisschen nervös macht. Wir sprechen über die Kunst des Unfertigen, das Alleinsein und das Songschreiben als ewige Suche.

Die Folge wurde am 3. September 2026 aufgezeichnet.

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Was soll das alles? Philip Dulle spricht im Podcast mit Künstlerinnen, Musikern und Filmemacherinnen. Die dritte Staffel von “Was soll das alles?” erscheint jeden Freitag auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

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Vielen Dank an den Kärntner Musiker Cherry Toast für das wunderbare Intro und Outro. “Slowly Moving Forward” könnt ihr auf Spotify und auf YouTube in voller Länge hören.

Transkript anzeigen

00:00:00: der Zustand eines Liedes, wenn es so ganz neu ist und quasi nur festgehalten wird damit man's nicht vergisst.

00:00:08: Das mag ich eigentlich immer schon ganz gerne weil diesen Zustand gibt es nur ganz kurz im Leben eines Lieder und das wollte ich irgendwie festhalten und teilen.

00:00:48: Flugmodus?

00:00:50: Flugmodos in deinem Studio Oder wie bezeichnest du das da?

00:00:56: Ich nenne es eigentlich Raum.

00:00:58: Nur Raum, aber es ist so eine Mischung aus Komponierzimmer, Schreibkammerl, Proberaum, Studio Büro, Chillout Area.

00:01:15: Also es ist ein multifunktionaler kleiner Raum.

00:01:20: Hast Du das für Dich irgendwie gesucht?

00:01:21: auch so einen Raum?

00:01:23: Ja ich brauche immer so einen Rahmen.

00:01:25: Ich hatte schon davor einen Raum in Simmering, der war ein bisschen größer.

00:01:30: War fast zu groß aber da gab es einige Probleme mit Feuchtigkeit und so im Sommer war's wirklich zu feucht.

00:01:42: Da musste ich dort weg.

00:01:44: Aber es hat schon in meiner Jugend begonnen.

00:01:46: In hier Städten habe ich schon im Keller begonnen Musik zu machen.

00:01:51: Ich brauch immer so eine Art Souterai oder Keller als Arbeitsraum.

00:01:59: Da könnte man ein bisschen raussehen, oder?

00:02:02: Ja, man kann das Fenster auch öffnen.

00:02:06: Aber ich habe dieses Samtvorhänge gekauft von meiner Tante, die hat einen Stoffgeschäft hier im Siebten und irgendwie beruhigen mich diese Vorhänge.

00:02:15: Man kann sich so ein bisschen abschotten, abgrenzen von der Ostenwelt hier und eine schöne Lichtstimmung erzeugen.

00:02:26: Ja, ich bin gerade mit dem Fahrrad hergefahren und das ist ja super anstrengend draußen.

00:02:30: Es ist laut, es sind überall Baustellen, noch Sommerbaustellen.

00:02:34: Es

00:02:35: windet, es ist noch immer heiß... Und da ist es eigentlich extrem ruhig oder?

00:02:41: Ehe, es is sehr ruhig!

00:02:44: Es ist halt auch so konstruiert dieser Rahmen dass kaum Lautstärke von draußen reinkommt und von hier auch keine hinaus kommt.

00:02:55: So eine Raum-in-Raum-Geschichte irgendwie.

00:03:00: Und du kannst dir halt auch den Tag zur Nacht machen, wenn du das abdunkelst vergisst du die Uhrzeit irgendwie.

00:03:11: Aber bist du dann eher am Tag da oder bleibst du dann oft bis in die Nacht?

00:03:17: Ich komme schon mit so einer Regelmäßigkeit her, sonst würde ich ins Büro fahren.

00:03:22: Okay!

00:03:23: So eher am tag... und mache halt immer irgendwas, also ich muss jetzt nicht dauernd wahnsinnig viel machen aber es ist gut wenn man hierher kommt und weiß jetzt macht man mal irgendetwas nimmt eine Gitarre in der Hand oder schreibt irgendwas auf beantwortet E-Mails oder so.

00:03:45: Also irgendwas mach' ich jeden Tag hier fast jeden Tag Und wenn ich irgendwie inspiriert bin quasi dann kann's auch bis in die Nacht gehen.

00:03:56: Ja,

00:03:57: voll.

00:03:58: Wenn du früher Flugmodus gesagt hast bist du dann auch für niemanden erreichbar außer wenn nicht irgendwelche, wenn du freiwillig E-Mails beantwortest?

00:04:06: Naja ich habe ja schon telefoniert also es geht auch.

00:04:13: Und brauchst du das so Rituale wenn du in diesen Raum reinkommst?

00:04:18: Ich ziehe diese alte Taschenur auf wenn ich hinein komme.

00:04:23: In dieser kleinen Uhrenfaszination die ich habe und dann läuft die Zeit einmal auf jeden Fall.

00:04:33: Die muss man aufziehen?

00:04:34: Ja, das ist aus den späten dreißiger Jahren eine alte Tissotaschenuhr und irgendwie beruhigt es mich wenn die immer am Tisch liegt.

00:04:43: als Taschenur würde ich sie nicht verwenden für unterwegs.

00:04:45: das ist nicht wirklich zeitgemäß.

00:04:48: außerdem hab' ich Angst dass sich sie verliert oder dass sie kaputt geht ist wahrscheinlich nicht so robust wie eine Casio Aber irgendwie ist das schon so ein Ritual, sie aufzuziehen und sie zu pflegen.

00:05:07: Und als Tischuhr funktioniert sie ganz gut.

00:05:11: Wer weiß wo sie schon überall war in ihrem Leben?

00:05:14: Seit den Klassikerjahren.

00:05:15: jetzt darf sich hier ausruhen auf diesen Tisch.

00:05:19: Und darf dir lauschen!

00:05:21: Man kann auch ans Ohr halten und ihr lauschnen.

00:05:25: Sie hat schon ein schönes altes Ticken.

00:05:28: Ich halte einmal das Mikro, ich weiß nicht ob man es hört.

00:05:32: Auf dem Album kommt sie auch vor.

00:05:34: beim letzten Lied da hört man auch ihr Dicken weil sie zufällig neben dem Mikrofon lag.

00:05:39: Das war nicht so geplant aber irgendwie auch schön.

00:05:43: Wie lange läuft dann eine Taschenuhe?

00:05:46: Naja... Ich würde sagen an die vierundzwanzig Stunden bleibt es stehen.

00:05:52: Vielleicht lief sie früher länger Aber für eine irgendwie neunzig Jahre alte Uhr ist das eigentlich eh ziemlich, ziemlich gut.

00:06:01: Und die läuft akkurat?

00:06:02: Also

00:06:04: du kannst dich auch auf sie verlassen eigentlich.

00:06:07: oder wie spätest du es?

00:06:09: Halb sechs ungefähr.

00:06:11: Kommt Ungerner, siebzehn und neunzehnt?

00:06:15: Ich stelle es auch immer ein bisschen vor.

00:06:17: Ich stell die Uhr grundsätzlich immer ein bissel vor um mich zu überlisten dass ich irgendwie Denkt, oh Gott so spät ist schon.

00:06:26: Ich muss mich beeilen.

00:06:28: Obwohl ich eh weiß dass es nicht stimmt.

00:06:32: Aber ja ein bisschen die Uhr vorstellen und lebt man auch ein bisschen in der Zukunft, dachte ich

00:06:41: aber Ist das stressig?

00:06:42: Das dann auch wenn du so wie heute jemanden da auch empfängst Und weißt okay, da kommt jetzt in zwei Stunden jemand vorbei und will was von mir?

00:06:50: Ich bin nicht gewöhnt, das ist ein Ort des Austauschs.

00:06:55: Es kommen immer wieder Leute vorbei.

00:06:59: So Kollegen oder Journalisten und so.

00:07:03: Ja ich habe jetzt ein paar Interviews schon hier gehabt auch.

00:07:08: Dürfen dann gewisse Menschen auch unangekündigt bei dir vorbeikommen?

00:07:13: Ja das kommt selten vor.

00:07:16: aber der Herrweg der Vermieter klopft manchmal an... ...dem

00:07:21: er mich gerade reingelassen hat!

00:07:23: Der Futzmann.

00:07:26: Aber weil du sagst, die Rituale... Ich habe ja auch hier einen Kaktus.

00:07:30: hinter dir ist ein Kaktuz.

00:07:32: Das ist schon der zweite Kaktuse.

00:07:35: ich habe mir gedacht Wenn hier was überlebt dann ein Kakutus Weil den muss man nicht wirklich gießen.

00:07:41: und Ja aber ich hatte schon einen Kakutos und er Ist nach Einen halb glücklichen Jahren leider Verstorben.

00:07:52: Und den habe ich wohl zu oft gegossen Okay.

00:07:56: Und den habe ich jetzt seit einem Monat und hab ihn noch nicht gegossen, ich denke das mag er bis jetzt.

00:08:03: Er schaut ganz gut aus aber natürlich ist das nicht die Sonne.

00:08:08: Er glaubt zwar es ist die Sonnen, aber diese Lampe ist halt leider nicht die peruanische Sonne.

00:08:15: Aber er schaut noch schön aus

00:08:16: Ja?

00:08:17: Aber das heißt du hättest lieber gerne eine Pflanze um die du dich auch ein bisschen kümmern musst oder?

00:08:23: Nein, ich glaube ein Kack... Ideal für hier, hat auch so eine gewisse Präsenz und strahlt so eine Ruhe aus.

00:08:31: Und irgendwie ist es fast ein bisschen wie ein Haarstier diesen Kaktiv stehen zu haben.

00:08:39: Und Ritual meinst du das war oder ist etwas Ritural sich um die Pflanze zu kümmern?

00:08:44: Es war

00:08:44: beim ersten Tag das war ein bissel zu viel das Rituel dass ich ihn gegossen habe, ein bisschen übertrieben gegossen.

00:08:51: Das hat er dann nicht überlebt.

00:08:52: Jetzt ist das Ritual eher in nicht zu gießen

00:08:56: und

00:08:56: hoffen, dass er älter wird als der erste Kaktus.

00:09:02: Und diese Uhr die du da aufziehst, gibt dir da so ein bisschen den Takt vor für den Tag?

00:09:10: Ja ich schaue halt gerne auf die Uhr.

00:09:14: Das habe ich immer schon gemacht.

00:09:20: Ich glaube den Tag muss man sich eh selber geben.

00:09:25: aber einen Blick auf die beruhigt einen schon insofern, dass man weiß das die Zeit weiterläuft und dass man die Zeit wohl schon als wertvoll betrachten sollte.

00:09:42: Und nicht komplett verschwenden soll.

00:09:45: also ich verschwende genug Zeit aber manchmal hilft mir der Blick auf die Uhr dann doch wieder irgendwas zu machen.

00:09:56: Auf der anderen Seite bist du ja sehr produktiv auch oder?

00:10:00: Ja auf eine Art sicher.

00:10:06: Ich meine, wenn man so nach dem Alpen und der Anzahl und den Konzerten sieht dann auf jeden Fall voll.

00:10:14: Aber ich bin auch ein Fahler-Typ.

00:10:20: Ich hätte nichts dagegen den ganzen Tag auf der Couch zu liegen.

00:10:25: Das gehört auch dazu oder das brauche ich vielleicht auch irgendwie um dann im richtigen Moment anzuzahlen.

00:10:37: So ein bisschen wie eine Katze vielleicht, die schonen sich halt lang, liegen den ganzen Tag herum.

00:10:44: aber wenn dann einer Schnake herbeigeflogen kommt, dann sind sie hellwach und jagen sie und fressen sie auf.

00:10:54: gestern erlebt mit meiner Katze ganz entspannt dargelegen, gekuschelt plötzlich ganz große Augen, eine Schnake fliegt hinein und sie hat sich auf sie gestürzt.

00:11:08: Und hat sie getötet und gefressen.

00:11:11: Dann konnte sie

00:11:13: wieder schlafen.

00:11:16: Weil du früher gesagt hast es etwas wie ins Büro zu gehen für dich geht das manchmal ab so ein geregelter Restleben.

00:11:25: vielleicht dass durch andere Menschen auch vorgegeben ist Vielleicht ein Chefin oder einen Chef, wer die sagt.

00:11:33: Nino um neun Uhr bitte antanzen

00:11:37: bis siebzehn

00:11:38: Uhr?

00:11:39: Die Büroarbeit geht mir nicht ab.

00:11:41: ich kenne sie auch eigentlich nicht habe ich nie erlebt.

00:11:45: aber es stimmt schon dass ist eben doch eher ein ungeregeltes Leben ist auf eine Art und man eine Ordnung reinbringen muss selber damit irgendwas passiert.

00:11:58: ich meine das gibt's schon so Fixpunkte an denen man sich anhalten kann, wie Konzerte oder so.

00:12:06: Wo man weiß, da fährt man hin und da spielt man ein Konzert.

00:12:10: aber wenn man sich jetzt die ganze Zeit auf einen anderen verlassen würde dann wird nicht viel passieren.

00:12:18: ja also muss man schon Pläne schmieden und schon auch organisieren eigentlich seine Zeit organisieren.

00:12:30: Aber das mache ich schon ganz gerne, sozusagen.

00:12:35: Ich fahre heute hier ins Büro quasi und schreibe ein Lied oder so.

00:12:40: Das funktioniert oft ganz gut.

00:12:44: Also es ist nie zu lange auf einmal eine Zeit wo ich gar nichts mach.

00:12:55: Ist das auch etwas der Beruhigung für dich?

00:12:58: Dass du dranbleibst auch?

00:13:01: Zu viel Zeit auf der Couch verbringen.

00:13:03: Irgendwie habe ich so diesen Deal mit mir selbst dran zu bleiben und das nicht einfach komplett zu verlieren, dass es so von Anfang an irgendwie meine Einstellung dazu, dass wenn ich dran bleibe es weitergehen wird und wenn ich einfach aufhören würde dann würde auch nichts weiter gehen ja?

00:13:28: Und ich hab schon immer irgendwie was vor

00:13:32: Fünf Jahresplan.

00:13:33: Nein, das nicht!

00:13:37: Ich schaffe ein Spiel zu spiel ich bin eher ein Fußballer im Herzen würde ich sagen aber ja man kann sich schon ein bisschen verlieren auch nur dann kommt auch wieder irgendeine Idee für neues Album oder so und wenn man das fertig hat spürt man schon langsam dass es nächster wieder wächst.

00:14:06: Und die Konzerte hören halt bis jetzt nicht auf, das ist schon so etwas was seit Jahren durchgeht irgendwie und das ist ja schon gut.

00:14:18: Aber könntest du eigentlich so aufhören?

00:14:21: Wenn man jetzt so das finanzielle einmal außen vorlässt und dir da quasi um das keine Sorgen machen müsstest?

00:14:27: aber könntest Du das einfach also vom Typ her?

00:14:33: Schwer zu sagen eine meine großen Musikhelden, Sid Barrett der Pink Floyd gegründet hat.

00:14:42: Hat er nach zwei Soloalben einfach aufgehört.

00:14:46: Irgendwie schon ein faszinierender Gedanke was einem dazu treibt einfach aufzuhören und er die letzten vier Jahrzehnte seines Lebens oder so nicht veröffentlicht und im Keller seiner Mutter gewohnt und er also keiner wusste was er macht hat mich schon immer fasziniert, diese Geschichte aber auch ein bisschen beunruhigt und abgeschreckt würde ich sagen.

00:15:15: Also so ganz aufhören kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

00:15:21: Ich nehme immer wieder eine kleine Pause vor oder so, aber eine richtige Pause hatte ich auch noch nie gemacht.

00:15:29: Ja,

00:15:29: ich habe es mal gerade gedacht irgendwie gelingt er.

00:15:31: das glaube ich nicht so ganz?

00:15:35: Die Frage ist was soll ich sonst... machen.

00:15:39: Im Büro wird mich keiner nehmen oder nicht klaren ist es nicht zu meinen, glaube ich.

00:15:46: Ich habe schon immer wieder überlegt ob ich ein guter Trafikant wäre oder so.

00:15:49: aber ja naa...ich bin schon ziemlich verbunden mit der Musik kann man sagen.

00:15:59: Ich bin sehr gerne ein Singer-Songwriter.

00:16:04: Ist in dir auch eine gewisse Dankbarkeit das quasi machen zu dürfen?

00:16:09: die noch immer da ist.

00:16:11: Ja schon, ich mein es ist wohl schon auch viel Glück dass ich das so machen kann.

00:16:19: Es ist wirklich nicht selbstverständlich.

00:16:22: Ich kenne viele die sich sehr schwer tun Konzerte irgendwie aufzustellen.

00:16:29: obwohl sie ja auch sehr gute Singer-Songleiter sind und Musiker bessere Gitaristen als ich bin ich schon dankbar auf jeden Fall Und kann auch nicht wirklich sagen, wie ist da zu kam eigentlich.

00:16:49: Irgendwie fühlt es sich von Anfang an selbstverständlich ein bisschen.

00:16:54: Es ging eines ins andere über irgendwie und jetzt bin ich immer noch on the road, kann man sagen.

00:17:04: Ist das so dass quasi auch unter diesem Labour der Nino aus Wien, dass dann irgendwann zusammen Selbstläufer geworden ist?

00:17:12: Also dass mal irgendwann so einen Punkt erreicht, wo man so eine gewisse Bekanntheit einfach hat.

00:17:19: Wo das dann von selber auf Art weiter läuft?

00:17:22: Es ist schon anders als am Anfang.

00:17:25: So die ersten Jahre, wo ich gespielt habe, hat mir eigentlich niemand zugehört.

00:17:31: Ich hab meistens allein mit einer Gitarre gespielt und Leute haben geredet.

00:17:36: Und viele haben auch gesagt es ist wirklich gut was ich da mache.

00:17:47: hätte man auch aufgeben können theoretisch, weil das waren doch sehr kritische Stimmen vom Publikum.

00:17:56: Obwohl ich eigentlich dasselbe machte wie jetzt.

00:17:58: in Wahrheit aber in den letzten Jahren ist es doch ein sehr wohlwollendes Publikuum und man kann sich seit einigen Jahren fast darauf verlassen, dass überall in Österreich Leute kommen zu den Konzerten.

00:18:18: Es ist ganz selten, dass irgendwie ein Konzert vor sehr wenig Leuten stattfinden muss.

00:18:26: also das schon cool man hat sich es irgendwie schon erspielt.

00:18:32: auf eine Art glaube ich über die Jahre.

00:18:37: Das erste Mal in Salzburg oder in Graz waren sieben leute und jetzt sind halt ein paar hundert schon cool, aber gibt auch keine Garantie das es für immer so weitergehen muss.

00:18:55: Es gibt nicht die Garantien dass es immer mehr werden oder dass ist immer weniger werden.

00:19:02: man wird herausfinden was passiert wenn man weiter macht und es muss auch nicht immer gleich sein.

00:19:10: ich denke ich bin schon auch realistisch irgendwie dass ich mich nicht darauf verlassen will dass es immer bis zum Ende meines Lebens immer gleich läuft.

00:19:28: Es ist sogar unwahrscheinlich eigentlich, wenn man sich so die Musikgeschichte anschaut gibt's schon so Höhen und Tiefen auf-und ab.

00:19:40: Und ich hab' das schon auch aber in den letzten Jahren schon eher so relativ konstant vom Ansturm der Menschen irgendwie.

00:19:54: Ich finde es schon angenehmer.

00:19:55: Es ist nicht dieses Zittern, ob überhaupt wer kommt zum Konzert aber es ist jetzt auch nichts dieser Stadionrock-Ding wo ich mit einem vierzigköpfigen Diem auf vor bin oder so.

00:20:13: Das ist schon so eine angenehmen Mitte irgendwie.

00:20:17: Hast du dir sowas mal gewünschen?

00:20:20: So

00:20:21: richtig groß zu werden?

00:20:23: Na ganz...

00:20:23: Muss ja nicht das Stadions sein!

00:20:27: Ganz ehrlich, eigentlich nicht.

00:20:29: Also ich habe am Anfang gar nicht mal so dran gedacht überhaupt live zu spielen.

00:20:34: Ich habe mir das alles irgendwie anders vorgestellt wie ich begonnen hab.

00:20:38: Ich habe mich gedacht... ...ich schreib Lieder, ich will Lieder schreiben und schick die dann irgendwem Und dann wird irgendwas damit passieren.. ..und ich schreib wieder ein Lied!

00:20:52: Ich habe gar nicht so diesen Traum gehabt nach Live Livemusik eigentlich so allgemein.

00:21:00: Ich bin dann aber ziemlich schnell draufgekommen, dass das ein sehr wichtiger Teil von dem Ganzen ist.

00:21:07: Aber als Teenager wie ich begonnen habe Musik zu machen, habe ich mir gedacht wo soll ich überhaupt spielen?

00:21:13: Wo könnte ich überhaupt spielen?

00:21:15: Es gibt ja nur die Stadthalle und da hab' ich mich nicht so gesehen.

00:21:25: mittlerweile weiß ich, dass es sehr viele andere das auch gibt Und ich habe jetzt auch an vielen Orten gespielt, an sehr vielen unterschiedlichen Orten.

00:21:37: Ehe auch in der Stadt helle jetzt eigentlich als Gast.

00:21:44: aber die Mischung ist schon spannend so zwischen Clubs und Theatern und manchmal kleine Ausflüge in die große Popwelt kurz und dann wieder ein kleiner Ausflug in die Hochkultur oder so Und dann wieder beim Heiligen voll.

00:22:10: Aber ist es so, dass live spielen denn auch irgendwas was du dir erst so richtig erarbeiten hast müssen?

00:22:15: Also wo du dich auch erst wohlfühlen hast müssen.

00:22:21: Irgendwie hat's mir schon von Anfang an getagt auf der Bühne mit einem Mikrofon zu sein.

00:22:27: ich habe das Mikrophone immer so als eine Art Instrument gesehen oder Waffe und Ich habe schon bemerkt, wenn ich auf der Bühne bin man wird dann doch irgendwie anders.

00:22:42: Man kommt in einen anderen Zustand hinein und hat so eine spannende Art der Kontrolle über das was man macht.

00:22:52: Es war nie so eine Bühnenangst oder so Und mein allererster Auftritt war beim Poetry Slam mit fünfzehn Mit einer Gips Hand Was irgendwie auch absurd ist.

00:23:08: Oder habe ich das schon mal erzählt?

00:23:10: Die

00:23:10: glaubte Geschichte kenne ich noch nicht.

00:23:13: Ich muss schauen, dass sie nicht dieselbe sagt wie beim ersten Mal.

00:23:18: Ja... ...ich hab schon Gedichte geschrieben, schon ziemlich früh und dann hieß es, es gibt einen Poetry Slam in Wien.

00:23:27: Es war einer der ersten Poetry Slams von Wien glaube ich Am Raben steigt oder so im ersten Bezirk.

00:23:34: Und da hab' ich mich angemeldet und hab meinen Freunden gesagt Sie müssen alle kommen weil es war ein Publikumsvoting, der mit den meisten Stimmen gewinnt und ich hatte halt die meisten Leute mit irgendwie.

00:23:48: Und das war mein erster Bühnenauftritt mit einem Mikrofon und ich stand mit seinem Gipsarm was irgendwie auch lustig ist beim ersten Mal auf der Bühne mit dem Gips

00:24:01: da zu stehen.

00:24:02: Was ist da passiert?

00:24:04: Fußballverletzung!

00:24:07: Heldenplatz, Spaßfußball-Kicker.

00:24:11: Und ich wurde böse gefahrt und bin schlecht gelandet

00:24:18: im Tor.

00:24:20: Ich war sogar Spieler.

00:24:22: Aber

00:24:22: ich war immer recht ein fragiler Fußballer.

00:24:27: Aber jedenfalls habe ich diesen Boyacic Slam gewonnen weil ich die meisten Leute mit hatte.

00:24:36: Ich hab sie quasi gezwungen für mich zu woten.

00:24:40: Ich war sicher nicht der beste Performer an dem Abend, aber ich habe gewonnen.

00:24:44: Aber die Freunde kann man dazu zwingen oder?

00:24:47: Für einen zu voten!

00:24:49: Heute würde sich das auch niemand machen ja... ...aber ich war auf fünfzehn und es war schon irgendwie ein Erfolg.

00:25:02: Und ich wurde ziemlich angefahren von den anderen Performern und Performerinnen weil frech eigentlich bei diesem Auftritt.

00:25:16: Es war kein gutes Gedicht.

00:25:21: Weißt du es noch?

00:25:23: Ich habe es verdrängt, was ich gesagt habe aber ich hab improvisiert eigentlich.

00:25:29: Ich hatte einen Zettel mit einem Text aber den habe ich dann ins Publikum geworfen und habe dann irgendwas da geboten.

00:25:40: Ein bisschen eine Mutprobe, glaube ich.

00:25:46: Vorher Taufer oder so was?

00:25:47: Teenager-Mutprobe.

00:25:49: Aber gleichzeitig habe ich mir gedacht okay, eine Bühne ist schon auch etwas Cooles irgendwie... Wenn du eigentlich machen kannst, was du willst hat mich getagt ja aber über die Jahre habe ich schon bemerkt dass Konferte und Auftritte schon noch wahnsinnig anstrengend sein können.

00:26:12: dieses ewige Warten dieses Aufrecht halten, der Konzentration und so.

00:26:20: Ich war letztens zum Beispiel Gast beim Borys Bukowski, achtzigsten Geburtstag, purkastorf oben eher Und ich war irgendwie immer schon so... Immer wieder mal so ein Gasszänger.

00:26:39: von Anfang an war ich öfter so ein Gaszänger.

00:26:42: Das ist so eine eigene Disziplin finde ich, Gaszängern bei einem anderen zu sein Und das ist schon ziemlich hart.

00:26:50: Wenn du dann nur ein oder zwei Lieder singst, oft Lieder die du gar nicht so kannst.

00:26:56: Ein Lied von Boris Bukowski, dass du lernen musst noch und dann wartest du da sieben Stunden auf deinen Aufdrich und stehst plötzlich auf der Bühne.

00:27:11: Das ist schon hart.

00:27:14: Ich habe tatsächlich jetzt auch einen Textfehler gehabt beim Boris Buckowski.

00:27:20: Hat es jemand gemerkt oder?

00:27:21: Ich glaube, der Boris hat's gemerkt.

00:27:27: Ein paar Fans werden das auch bemerkt haben und ein paar Bukowski-Fans.

00:27:31: Aber ja... Es kann immer passieren.

00:27:35: Es passiert selten aber es kann passieren.

00:27:40: Dadurch dass es selten passiert ist es dann eher ein Thema irgendwie.

00:27:47: Aber beschäftigt dich so was im Nachhinein?

00:27:51: schon drei Tage beschäftigt, ein bisschen.

00:27:55: Weil das ist so ein seltener Fall von Textschwierigkeiten.

00:28:06: Aber ich denke es war okay.

00:28:07: Ich bin jetzt ausgesöhnt mit dem Auftritt.

00:28:12: Man könnte ja annehmen dass du es vielleicht absichtlich gemacht hast und

00:28:16: wir

00:28:16: ein bisschen...

00:28:17: Man kann

00:28:18: es einfach

00:28:20: schön reden oder sagen, ich habe den Text einfach geändert.

00:28:26: Weißt du wie viele Fertige Lieder du veröffentlicht hast?

00:28:31: Nein, ich hab's nie zählt!

00:28:34: Ich bin nicht so der Statistiker mit den Liedern und ich zähle das nie wirklich.

00:28:40: Ich weiß nicht mal ungefähr... Also ich kann's mal zählen aber Es hat mich glaube ich nie wirklich interessiert, weil es für mich keinen Unterschied macht.

00:28:52: Ob das jetzt hundert oder dreihundert sind?

00:28:57: Mit der Zahl kann sich irgendwie nichts anfangen.

00:29:01: Aber es sind wohl schon einige... Ich weiß nicht mal wie viele Alpen wir sind eigentlich.

00:29:07: Was du wieviele Alme siehst.

00:29:10: Ich schätze so vierzehn oder so.

00:29:13: Vierzehn und fünfzehn hätte ich geschätzt.

00:29:16: Ich weiß es gar nicht wo sie gestehen.

00:29:19: Ich habe nur die Frage, weil ich mir gedacht habe ob du noch... also du kannst dir wahrscheinlich selber nicht jeden Text jetzt oder sofort?

00:29:29: Nein jedem nicht.

00:29:32: Aber ich komme schon recht schnell wieder drauf.

00:29:37: Die Akkorde sind manchmal schwieriger als die Texte bei manchen Liedern.

00:29:43: aber wenn ich so ein uraltes Lied ausgrabe komme ich meistens ohne fremde Hilfe drauf, aber ich schaue manchmal auf Google den Text weil irgendjemand stellt es immer wieder online.

00:30:02: Aber die sind meistens fehlerhaft dieser Texte.

00:30:05: dann denke ich mir so das stimmt überhaupt nicht was da steht.

00:30:08: Es sind bei jedem dieser Textes mindestens zwei Wörter einfach falsch verstanden worden Was ich eher auch lustig finde.

00:30:17: irgendwie Ich wollte auch selten die Texte abdrucken, weil ich dachte es ist spannend aber wenn jeder ein bisschen was anderes versteht oder wenn man genau hinhören muss.

00:30:29: Aber nachdem all diese Google Texte irgendwie fehlerhaft sind überlege ich schon mal so einen Songbook rauszubringen mit allen Texten vielleicht ja.

00:30:41: Aber hast du gar nicht so einen dicken Ordner wo alle Texte drinnen sind?

00:30:45: Nein!

00:30:48: Nein, ich bin leider ein bisschen chaotisch.

00:30:52: Ich habe auch viel verloren durch verschiedene technische Schwierigkeiten, Computerabstürze und so.

00:31:01: Ich hab Lieder verloren, Texte verloren – alles etwas unübersichtlich bei mir.

00:31:08: Es gibt schon eine gewisse Grundordnung im Kopf aber sobald es an das Gerät geht ist es eigentlich ... Chaos.

00:31:21: Es ist so ein Kampf mit der Technik und mit den Geräten, Laptop und so.

00:31:28: Handy, das schaut's einfach aus!

00:31:34: Wünschst du dir manchmal irgendwie so eine Archivarin?

00:31:38: Archivar irgendjemand, der sich quasi um deine Werke kümmert?

00:31:44: Nein ich glaube es ist auch ein Teil von dem Ganzen dass es so ist.

00:31:52: Ich glaube, vielleicht ist es auch so eine Art Antrieb.

00:31:56: Man weiß man hat ein gewisses Chaos und man weiß man verliert auch immer wieder Sachen.

00:32:04: Und ich traue dem nicht nach.

00:32:07: dann wenn ich mal ein Lied verliere meistens.

00:32:13: Bist du froh dass du manche Lieder vielleicht vergessen hast?

00:32:19: Ja... Es gibt sicher einige Lieder die Um dies nicht.

00:32:25: schade ist, dass ich sie vergessen habe.

00:32:28: Aber so vereinzelte Sachen würde ich gern wieder hören aus der Frühzeit aber die gibt es nicht mehr.

00:32:36: So die allerersten Lieder hätte ich gerne irgendwie auf einer CD, aber die hab' ich verloren.

00:32:45: Waren das noch Lieder, die auf MySpace waren oder ist das noch davor quasi?

00:32:50: Ja also noch vor MySpace würde ich gerne nochmal reinhören wie das klang aus analytischen Gründen irgendwie.

00:33:01: Wie hast du die damals aufgenommen?

00:33:06: Ganz am Anfang hatte ich einen PC und habe es mit Magix Music Maker aufgenommen, Magix Musik Maker-Zwischenfünf ein sehr lustiges Programm wo man auch sich sehr schön spielen kann mit verschiedenen Effekten und so.

00:33:24: ja aber dieser Laptop also dieser PC ist irgendwann glaube ich explodiert und alles war weg.

00:33:33: aber ich habe jetzt auch mit diesem Neubau-Album kam ich wieder ein bisschen zurück zu dorthin wo ich begonnen hab, mit einem einfachen Musikprogramm und witzigen Effekten zu arbeiten.

00:33:52: Ein bisschen revival

00:33:57: Wie kam es da dazu?

00:33:59: Oder was war das so?

00:34:01: der Gedanke oder passiert bei dir so was da in dem schönen

00:34:07: Studio?

00:34:07: Nein, ich nehme eigentlich immer so auf.

00:34:10: Über die Jahre nehme ich immer meine Lieder auf die Art auf und ich höre es einfach sehr gern an.

00:34:16: Ich mag den Sound, die Soundestätik auch die Stimme weil die Stimmen ist nicht so auf diesen Live- oder Studiumodus sondern sinkt mehr in sich hinein auf der Couch ganz ausformulierten Art und ich mag diese lo-fi Ästhetik eigentlich immer.

00:34:44: Und... Ich habe mir gedacht, einmal kann ich das teilen mit anderen weil normal höre ich das immer nur selbst an und irgendwie war der Zeitpunkt da dass mal als quasi offizielles Album raus zu bringen und die Lieder so ein bisschen verstecken unter dem Raschen finde ich irgendwie ganz spannend, wenn man sich die Lieder so ein bisschen freischaufeln muss.

00:35:15: Wenn man will.

00:35:19: Sind Menschen dann auch irritiert von den Liedern?

00:35:21: Kriegst du da irgendwas mit?

00:35:23: Von dem Album ist ja eigentlich vor allem das Label war irritiert.

00:35:31: also der Charlie Bader war eindeutig irritiert.

00:35:36: Man kann es auch verstehen sicherlich nicht ein Album nach den üblichen Vorgehensweisen im Musikgeschäft.

00:35:50: Es hat keine Single, es ist nicht radio-taglicher von der Art also zumindest nicht ötrei oder so und es ist vielleicht nicht klassisch schön... Also ich find's schön aber der Charlie offensichtlich nicht so schön, ja nur die meisten Stimmen waren eigentlich sehr positiv direkt emotional eigentlich.

00:36:25: ich habe sehr schöne Nachrichten bekommen irgendwie so dankbare schönen Nachrichten.

00:36:33: also manchen Leuten scheinen das zu gefallen.

00:36:36: Ich würde es jetzt auch nicht nur auf den Zahn reduzieren sind schon noch Schöne Lieder, finde ich.

00:36:45: Also ich hör's mir gern an und ich glaub das Leben hat sich jetzt auch schon gewöhnt dass es so ist wie es ist.

00:36:55: Aber kann das vielleicht auch sein, dass dann die Lieder an sich anders strahlen können?

00:37:04: Vielleicht auch wenn man nicht zu viele Gedanken an die Produktionen überhaupt verlieren muss sich da überhaupt weniger Gedanken darum machen muss, wie es jetzt so quasi schön ausproduziert und der Anführungszeichen wäre.

00:37:23: Dass man sich mehr um den Kern kümmern kann quasi?

00:37:28: Es hat schon eine eigene Magic.

00:37:31: irgendwie wenn du es so aufnimmst in dieser Keller-Raume-Aesthetik finde ich Und auf dem Album sind alles eigentlich brandneue Lieder in dem Sinn, dass sie aufgenommen worden sind wenn sie ganz frisch waren.

00:37:49: Oft wenn du ein Album aufnimmst im Studio sind manche Lieder dann schon älter aber so ganz frische Lieder haben etwas was nur ganz friche Lieder habe so eine gewisse Unsicherheit noch nicht ganz sicher sein wo es hingeht Aber auch so eine jugendliche Frische die die sich dann woanders hin entwickelt.

00:38:17: Es gibt natürlich Lieder, die über Jahre immer besser eingespielt werden oder die man immer besser singt.

00:38:26: aber der Zustand eines Liedes wenn es so ganz neu ist und quasi nur festgehalten wird damit man's nicht vergisst das mag ich eigentlich immer schon ganz gerne weil diesen Zustand gibt es nur ganz kurz im Leben eines Liedes.

00:38:47: Und das wollte ich irgendwie festhalten und teilen.

00:38:54: Mir kommt vorbei unserem ersten Gespräch für den Podcast, dass du ja gemeint hast... ...dass du oft wenn dann das Album fertig ist,... ...das du gar nicht mehr so verbunden dich fühlst dem Ganzen weil du wahrscheinlich eh schon zu viel Zeit damit verbracht hast.

00:39:10: Ist das jetzt, fühlt sich das jetzt anders auch an?

00:39:13: Ja Also das Album ist jetzt schon zwei Wochen draußen oder so und ich habe es heute noch angehört.

00:39:22: Ist das klar?

00:39:24: Das ist verblüffend, oft höre ich dann gar nicht mehr nach zwei Wochen und dann erst wieder nach Jahren.

00:39:34: aber irgendwie spricht mich dasselbe an des Albums.

00:39:38: Es war halt irgendwie ein bisschen persönliches Ding für mich selbst.

00:39:45: auch Ich habe auch niemandem erzählt, dass ich das mache.

00:39:48: Ich hab das sehr so im Geheimen still in dem Keller gemacht und erst hergezeigt wie es schon fertig war eigentlich.

00:39:59: Ich wollte mich auch nicht irgendwie beeinflussen lassen oder abhalten lassen oder so.

00:40:10: Ein vernünftiger Mensch würde sagen, willst du das noch überlegen?

00:40:17: Willst du's nicht doch... gescheit im Studio mit der Band aufnehmen, mit den Produzenten und so.

00:40:25: Ich wusste das wenn ich das herum erzähle dass es mindestens eine Person sagen würde und das wollte ich verhindern.

00:40:37: Das einfach durchziehen aus einer gewissen Gringlichkeit heraus.

00:40:46: Und irgendwie ja... ich finde es irgendwie schön das zu machen ist heißt Neubau alone.

00:40:55: Es ist ja auch zu einem großen Teil hier in Wien Neubau entstanden, aber Neubauer ist ja vielleicht auch so etwas wie ein bisschen zurück irgendwie von neu beginnen und ich glaube bevor es wieder ein ausformuliertes hoch produziertes Bandalbum geben kann musste das jetzt geben.

00:41:27: Das ist wie so ein Reset-Knopf.

00:41:29: Ja, das ist wahrscheinlich das Wort voll auf einer Art.

00:41:35: Du hast früher gemeint dass du auch so viel positives Feedback bekommen hast oder dass das Menschen auch so berührt dieser rauere Sound anscheinend und dieser Lieder?

00:41:47: Ist es auch dem geschuldet vielleicht, dass man heutzutage auch durch... Dass man sich oft so beim hören kann immer sicher sein kann ob da jetzt noch ein Mensch quasi dahinter steckt und künstlicher Intelligenz und so, dass man da einfach merkt okay das sitzt einfach jemand in seinem Kellerstudio und dobt sich aus.

00:42:12: Ja vielleicht ja es ist jetzt nicht direkt ein KI Album wobei es ist auch nicht völlig so und unbehandelt, das sind ja schon auch Effekte drauf und so.

00:42:29: Dadurch ist sie auch ein bisschen technologisch oder so.

00:42:37: aber grundsätzlich ist es doch eher was ganz anderes als KI Musik.

00:42:45: Ich habe noch nie KI Musik probiert ich will gar nicht beginnen weil... Es wird mir sicher viel Spaß machen Dieser Spieler rein und ich habe es von anderen mitbekommen, dass sie sehr viel Spaß haben.

00:43:00: Aber da bin ich vorsichtig weil... Ich glaube, ich will kein KI-Album rausbringen und ich stelle es mir so vor wie Playstation spielen oder so, das man dann einfach voll ran kippt sowie GTA spielen und dann Stunden lang KI Musik programmieren will Und das führt zu nichts vielleicht.

00:43:29: Ich meine mit Chat, wie die habe ich schon oft gechattet auch weil... ...ich chatte einfach sehr gern und das ist der Chat-Partner, der am schnellsten antwortet immer.

00:43:42: Es ist unglaublich viel schneller antwortete.

00:43:45: Hat sich schon ein paar gute Gespräche mit ihm.

00:43:48: Über was kratzt du?

00:43:48: Ich

00:43:48: glaube es ist eine Ehe.

00:43:49: irgendwie Ja, alles mögliche.

00:43:54: Was sprichst du da so?

00:43:56: Alles mögliche.

00:43:57: aber ich lese auch gar nicht mehr wirklich was er antwortet.

00:44:02: Ich finde es eher spannender was ich im Schreib weil in jeder Situation oder jeden Gerät schreibt man ja ein bisschen anders.

00:44:14: Wenn ich mit dem Coolschrauber schreibe, schreiber ich anders als wenn ich einen SMS schreib.

00:44:19: Oder wenn ich am Laptop Invert schreipe schreibe ich anders als mir eine Schreibmaschine.

00:44:25: Und wenn ich ein Gegenüber habe, wie diesen Computer ChatGBT, schreiber auch anders und irgendwie würde ich gern... Ich weiß nicht ob das geht aber ich würde gerne alles was ich an ChatGBt geschrieben hab so rausfiltern und abspeichern und da los ein Buch machen oder so.

00:44:57: Kein Wort von der

00:44:58: K.E.,

00:44:59: alles vor mir, was ich ihm schreibt.

00:45:06: Spannende Idee!

00:45:09: Das ist ja dann ziemlich blödes Buch.

00:45:13: Ist das wie früher so ICQ?

00:45:16: Obwohl... Da hat man

00:45:17: eher

00:45:19: mit Menschen gechattet.

00:45:20: Da hat er natürlich auch anders geschrieben als jetzt.

00:45:24: SMS wahrscheinlich

00:45:27: Ehe, man schreibt schon immer anders irgendwie.

00:45:31: Ich hab hier einen Kugelschrauber.

00:45:34: das ist eher sowas für so feine kurze Texte oder auch Einkaufslisten und wenn ich sehr schnell schreiben will, ist halt der Laptop am besten.

00:45:51: Ich habe keine Schraubmaschine.

00:45:52: vielleicht sollte ich mir eine Schraubenmaschine mal endlich kaufen, so ne alte.

00:45:58: Das wird ja irgendwie gut reinpassen.

00:46:03: Wie schreibst du deine Texte auf?

00:46:05: jetzt für Neubau Alone?

00:46:10: Von den Liedern, die ich aufgeschrieben habe.

00:46:14: Ich glaube einige oder die meisten als Mail-Email an mich selbst vom Laptop aus aber manche auch in zwei Notizbücher mit einem Kurschreiber.

00:46:30: Aber dann besteht ein Lied aus unzähligen Mails.

00:46:34: oder wie kann man sich das vorstellen?

00:46:36: Ja, ich bekomme schon sehr viele E-Mails von mir selbst.

00:46:44: Und im besten Fall ist der Betreff der Titel des Lieders, damit ich es auch wieder finde und wenn das Lied fertig ist setze ich auf den Titel noch einen Finn in Betreffen F-I-N.

00:47:03: So finde ich oft Lieder wieder.

00:47:07: Es ist schon so ein Moment, wo du die E-Mail schreibst und den Titel schreibest und dann einen Film.

00:47:15: Dann ist es fertig!

00:47:19: Das ist dann meistens wenn das schon hell wird.

00:47:23: Der Sonnenaufgang ist die Zeit um Lieder fertig zu machen, finde ich.

00:47:28: Egal wie ausgereift Sie vielleicht auch sind?

00:47:34: Ja... Sie sind für mich fertig, weil ich sie kann.

00:47:38: Wenn ich sie auswendig kann... Ich spiele die dann den ganzen Nacht durch und ändere dann immer noch irgendwas.

00:47:50: Und irgendwann kommt der Moment, wo ich denke, das passt

00:47:54: voll.

00:47:55: Aber kann sich trotzdem noch ändern am nächsten Tag auch?

00:48:00: Dann muss ich dieses Finn wieder durchstreichen und...

00:48:03: Finn Version zwei quasi!

00:48:04: Finn

00:48:04: zwei oder so, ja voll.

00:48:10: Aber das scheint ja irgendwie dann... oder anders gefragt, sind diese Texte für das Album auch natürlicher entstanden?

00:48:26: Weil du es nicht vielleicht in so einem Bandgefüge einfügen hast müssen.

00:48:30: Nein ich würde sagen die Lieder an sich sind so entstanden wie die anderen Lieder.

00:48:41: Es ist schon eher so meine Technik zu schreiben, die sich ein bisschen durchzieht.

00:48:48: Durch alle Alben und ein oder zwei Lieder waren schon etwas älter noch aus der Anfangspandemie Zeit.

00:48:58: Und da habe ich eigentlich noch gar nicht gewusst dass das Album irgendwann gibt.

00:49:03: Neuber Alone.

00:49:04: Das war doch ein, zwei glaube ich auch für Band geschrieben.

00:49:13: Manchmal kommen Lieder nicht auf Alpen, für die sie geplant gewesen wären und brauchen dann halt noch ein paar Jahre um woanders drauf zu kommen.

00:49:30: Ein Tag im Süden oder so gibt es einen Lied von dem Album.

00:49:34: das war definitiv ein Lied für die Band geschrieben.

00:49:39: ja aber ich weiß nicht.

00:49:41: vielleicht hat der Band nicht so dark oder so.

00:49:46: Dann kam es halt jetzt erst.

00:49:48: Sagen Sie das dann auch so direkt?

00:49:51: Ja, meistens sagen sie eher nichts.

00:49:57: Ich muss mich dran gewöhnen und ich habe mich über die Jahre dran gewohnt wenn man ein neues Lied vorspielt Und man selber denkt es ist schon ein ziemlich gutes Lied und so... ...und ich bin gespannt was jetzt die Reaktionen sind.

00:50:14: Dann ist es zu neunzig Prozent so dass einfach niemand irgendwas sagt.

00:50:20: aber Ich habe es dann schon verstanden, warum?

00:50:22: weil sie halt schon im Modus sind und sich überlegen was sie dazu spielen könnten.

00:50:32: Aber es kommen dann doch Zeitverzögern immer wieder Reaktionen.

00:50:39: aber direkt nachdem ich ein Lied vorspiele kommen eigentlich wenig Reaktionen voll.

00:50:47: Ich bekomme keiner Blasen.

00:50:49: so bin ich ein neues Liedvorspiel.

00:50:54: Wünschte dir das manchmal?

00:50:56: Ich habe es mir irgendwie schon gewunscht.

00:51:02: Aber es ist halt Arbeitsatmosphäre offenbar.

00:51:13: Dieses Zurückblicken auch, weil jetzt gibt er zerrissene Figuren das Lied wo du ja so vor allem die musikalische Karriere Revue basieren lässt Wenn du sowas schreibst und auch sagst, du wolltest der Junge Dylan zum Beispiel werden.

00:51:35: Ist das was wo du bist ein bisschen wehmütig dann auch?

00:51:39: Also das Lied klingt jetzt gar nicht so aber wenn du dich an einen Text setzt

00:51:45: Das Lied habe ich ehrlich gesagt jetzt nie so wahnsinnig ernst genommen.

00:51:51: Ich finde es lustig dass gerade das Liet irgendwie gut ankommt, viele sagen es ist ihr Lieblingslied von dem Album.

00:52:00: Es war auch das letzte Lied, dass ich schrieb.

00:52:02: für dieses Album glaub' ich.

00:52:04: und ich hab's ziemlich schnell geschrieben und ich habe mir gedacht... Ich weiß nicht ob ich das überhaupt drauf geben soll.

00:52:16: Ich fand's halt so ein bisschen lustig irgendwie und ich war irgendwie nicht sicher mit diesen Jahreszahlen, ob das so cool ist mit dem Jahr im Jahr und im Jahr.

00:52:30: Aber irgendwie habe ich es dann draufgegeben.

00:52:36: Es war gar nicht so ein emotionales Schreiben eigentlich, das war eher so ein bisschen aus einer spaßigen Laune heraus.

00:52:47: eigentlich.

00:52:49: nur manchmal täusche ich mich selbst halt auch weil... Ich habe mir gedacht soll ich das Lied überhaupt rauf geben oder ist es überhaupt notwendig und so?

00:53:05: Und das sind dann oft die Lieder, die die meisten Leute mögen irgendwie anscheinend.

00:53:12: Aber weil da das auch ein bisschen unangenehm ist quasi so selbst reflektiv zu sein...

00:53:17: Ja wahrscheinlich ist es auch bei solchen Liedern immer vielleicht denkt man macht sich ja ein bisschen angreifbar wenn man zu so zu direkt über sich sinkt oder so.

00:53:35: Gleichzeitig sind auch einige Übertreibungen und Schmese in dem Lied verpackt, und im Jahr two-thousand drei wollte ich sicher nicht der neue Dillen werden.

00:53:48: das ist übertrieben.

00:53:50: da kannte ich Bob Dill noch gar nicht glaube ich

00:53:55: Das sind so Zuschreibungen die dir dann wahrscheinlich irgendwann gemacht wurden?

00:53:58: Der Dylan aus hier städt

00:54:01: noch so.

00:54:02: Ja,

00:54:04: stimmt ja.

00:54:06: Aber in Wien sagt man ja Dünn oder?

00:54:08: Dünnen!

00:54:09: Bob-Dünn.

00:54:12: Er kommt auch wieder nach Wien.

00:54:14: Ich habe ihn ja schon dreimal gesehen und ich glaube es weicht normal.

00:54:20: Das letzte Konzert war super im Konzerthaus.

00:54:24: Es gab einen kleinen Location

00:54:27: für Bob-dünnen.

00:54:31: Und das war ein sehr schönes Konzert, aber ich glaube Stadthalle wird es nicht toppen.

00:54:40: Außerdem habe ich keine Zeit, stimmt!

00:54:42: Ich kann gar nichts.

00:54:43: Bist du selber?

00:54:44: Ja, Theater nämlich.

00:54:45: Ich bin im Theater da ist die Premiere von Mädels der Vorstadt in Josefstadt Theater und ich mache Musik mit den Parten.

00:55:03: Da bin ich schon sehr aufgeregt.

00:55:06: Weil es beginnen bald die Proben, am einundzwanzigsten beginnen die Probe und ich muss einiges schreiben und so neue Texte.

00:55:13: Und ihr spielt's?

00:55:15: Ja wir werden wohl als Musikanten auftreten und vereinzelt auch Sätze sprechen.

00:55:23: ja aber meine Hauptaufgabe ist glaube ich Texte zu schreiben zu den Couplés vom Nestroy neuer Texte und die mit den Nestor Texten, mit den Originaltexten vermischen.

00:55:39: Das ist schon irgendwie ein Abenteuer.

00:55:42: Es definiert sich gerade irgendwie... Okay

00:55:44: das sind noch nicht so ganz klar also?

00:55:46: Ja grundsätzlich ist es schon in etwa klar was meine Aufgabe ist aber es ist noch nicht klar wie genau ich damit umgehe und ich brauche noch ein bisschen um reinzukommen.

00:56:02: Es ist doch eine ganz andere Sprache, auch... ...Achzehnhundertvierzig hat man anders geschrieben als ich auf Neubauer Loan oder so.

00:56:13: Ja aber es ist irgendwie ein Abenteuer und ich fand die Anfrage halt schon spannend Und ich habe schon oft irgendwas abgesagt oder nicht gemacht was vielleicht auch spannend gewesen wäre.

00:56:30: und diesmal hab' ich gedacht ja machen wir das mal Joseph-Stadttheater zu einer Anfrage kommt wohl selten.

00:56:41: Es ist irgendwie fast ein bisschen absurd, weil so wenn ich Theater machen würde wäre ich wahrscheinlich eher für einen Rabenhof prädestiniert als für das Josef-Stadtheater.

00:56:54: aber irgendwie fand ich es dann doch reizvoll nur... Ich fühlte mich ein bisschen wert

00:57:02: Aber vielleicht willst du das ja wieder ein bisschen haben, oder?

00:57:05: So eine leichte Furcht.

00:57:06: Oder halt so eine positive

00:57:08: Aufregung.

00:57:10: E-Fall, fall!

00:57:12: Sich selber herausfordern...

00:57:14: Genau es ist auf jeden Fall eine Herausforderung und das ist definitiv was anderes als mein musikalischer Alltag.

00:57:22: Ja aber es klingt auch nach viel Arbeit.

00:57:28: Man isst der Premiere.

00:57:31: Zwölfter November ich glaube da spielt er Dylan.

00:57:35: Das kann sein.

00:57:38: Es sind jetzt, glaube ich zwei Monate Proben und dann wird es ziemlich oft aufgeführt.

00:57:44: Ich glaube, thirty-fünfmal bis April.

00:57:48: Also das ist schon so ein konstantes Ding über Monate.

00:57:54: Und vielleicht ist es dann eher ein bisschen wie ins Büro gehen immer ins Theater gehen am Vormittag unter der Woche jeden Tag ins Theater proben.

00:58:09: Aber vielleicht findest du da ja auch etwas, was dir voll zusagt.

00:58:12: und das ist erst ein Start quasi dann für weitere Theaterabenteuer.

00:58:19: Ich übernehme mich dann durchs Josefstadt-Theater oder

00:58:22: so?

00:58:22: Der weiß, ja!

00:58:25: Ja toll, man würde es nie erfahren wenn man's nicht ausprobieren wird.

00:58:32: Setzt dich doch auch ein bisschen... Freust du dich auch, quasi jetzt so fokussiert arbeiten zu müssen?

00:58:39: Weil das muss ja dann stehen.

00:58:41: Also das muss irgendwann...

00:58:44: Ehe!

00:58:44: Und ich glaube es ist kein Improtheater oder so, wo man jeden Tag was anderes machen kann.

00:58:50: Eher nicht.

00:58:52: Ja, es ist eine Herausforderung, weil ich für die Schauspielerinnen schreibe.

00:59:00: Ich werde etwas schreiben, was die dann singen Und ich kenne sie halt noch nicht so gut.

00:59:07: Ich kenn ihre Namen teilweise, aber ich kenn sie nicht persönlich und ich weiß nicht wie sie singen und so.

00:59:15: Also das wird schon ein Weg irgendwie dahin zu kommen.

00:59:22: Eine gewisse Verantwortung natürlich auch.

00:59:26: Aber es kann ja auch sehr schön sein oder?

00:59:28: Es kann

00:59:28: schön sein voll!

00:59:29: Ja ich hoffe es wird schön.

00:59:31: Das ist dann eigentlich das krasse Gegenteil... Ich mache jetzt heimlich ein Album, ein Solo-Album.

00:59:40: Ist das eigentlich das krasse Gegenteil oder?

00:59:42: Für so viele Menschen auch irgendwie verantwortlich zu sein.

00:59:46: Es passt aber irgendwie gut.

00:59:47: nach dem Album dann sowas zu machen ist fast wie ein Beweis für die Abwechslung in meinem Leben.

01:00:00: Was ich mich so ein bisschen gefragt habe vor unserem Gespräch heute Ob dir quasi dieses, wenn wir so auch von diesem ... der Nino aus Wien als Selbstläufer zuerst geredet haben.

01:00:10: Ist dir das manchmal auch zu viel geworden?

01:00:13: Auch was du als Projektionsfläche dann auch bist?

01:00:19: also wolltest du das einmal auch abstoßen in den letzten?

01:00:23: Ich weiß nicht wann du dich das erste mal so genannt hast quasi auch.

01:00:27: Du weißt es gar nicht.

01:00:28: Weißt du's

01:00:29: noch?

01:00:29: Ich war schon ja... Das war zum meisten Bisszeiten Sieben wahrscheinlich.

01:00:35: Da hieß sich vorher Flowers of Vienna.

01:00:40: Kurz haben wir dann ziemlich schnell, habe ich gecheckt dass das nicht der Name ist.

01:00:45: Dann hieß ich Ninos House Band Obwohl ich gar keine Band war

01:00:50: alleine

01:00:52: Ich glaube inspiriert von Hermes Hausband wie man so eine Techno

01:00:57: Gruppe oder so.

01:01:00: und dann habe ich den Fernseherinnen gehabt und hört in Antonos Tirol.

01:01:05: Ich bin so schön, ich bin so toll!

01:01:09: Und dann habe ich mich der Nino aus Wien genannt.

01:01:13: Aus Spaß auch irgendwie als Gag inspiriert vom Antonos-Tirol.

01:01:20: aber das war dann komischerweise der Moment wo wir zum ersten Mal an Leute geschrieben haben auf MySpace.

01:01:27: Das gehört Ralla oder so.

01:01:30: War einer der Ersten der mir geantwortet hat auf die Musik und dann habe ich in meiner Aufregung vergessen den Namen zu ändern.

01:01:39: Ich wollte ihn eigentlich eh ändern wieder, ich habe mir gedacht man kann ja bei meist was die Namen ändern.

01:01:44: also man konnte sie leicht ändern und ich hab sie immer wieder geändert und da war ich so aufgeregt dass mir Leute zum ersten mal schrieben als ich Daniels Wien hieß das ich es dann behalten habe.

01:02:04: Mit der Zeit habe ich schon bemerkt, dass es eigentlich schon ein recht guter Name ist.

01:02:10: Weil... Es ist ja auch gar nicht wirklich ein Künstlername, weil ich heiße ja wirklich Nino und komme wirklich aus Wien Und das ist ziemlich nah bei mir.

01:02:22: Ich hab nur dieses Wien Habe ich nie so gemeint als irgendwie der Lokalpatriot oder so steht für diese Stadt oder so.

01:02:38: Das hat man dann teilweise hineininterpretiert auch, es war einfach ein ziemlich einfacher, anfassloser Name in Wahrheit aber auf jeden Fall besser als Flowers of Vienna und irgendwie hielt das sich dran ja und man hat sich gewöhnt ich habe mich gewöhnet sprechen mich auch daran, als wäre das so ein Wort.

01:03:13: So, hey bist du den Ninosvind?

01:03:15: Das finde ich irgendwie lustiger aber es ist schon zwanzig Jahre her eigentlich wie ich auf den Namen gekommen bin.

01:03:30: Schon lange Zeit oder?

01:03:31: Natürlich passiert

01:03:32: einiges.

01:03:33: ja wenn man zwanzige Jahre Konzerte spielt und Musik macht passieren natürlich Sachen.

01:03:44: Irgendwann habe ich schon bemerkt, dass die Texte manche Leuten sehr nahegehen.

01:03:51: Das ist schon verblüffend gewesen irgendwie Dass mir Leute Seitenlange Nachrichten schrieben und eigentlich gesagt haben das das Lieder über sie ist Und Ich kannte die leute nicht so irgendwie.

01:04:13: es hat mich schon auch ein bisschen verwirrt ja aber auch spannend dass manche Leute so einen Zugang zu den Texten haben können.

01:04:26: Aber manche dieser Nachrichten fand ich dann auch ein bisschen anstrengend, muss ich sagen.

01:04:32: Ja das ist dann wahrscheinlich oft so eine Gratwanderung oder auf der einen Seite ist man wahrscheinlich irgendwie total berührt selber wenn man sowas bekommt aber es wird dann wahrscheinlich auch sehr schnell dann zu viel.

01:04:46: So Seitenlange Nachrichten können einen schon überfordern.

01:04:53: Aber hast du dann auch irgendwie so eine Verantwortung recht schnell auch gespürt, weil wenn die Leute auf dich zukommen und dir sagen eigentlich schreibst du da über mich?

01:05:04: Und ich habe mich immer so gefühlt aber hab das vielleicht halt selber nicht zu ausdrücken können.

01:05:10: Ja voll!

01:05:11: Ich denke ihr hat eine Verantwortung grundsätzlich Und ich habe schon auch schnell bemerkt, dass ich mich auch nicht ausreden kann auf meine Künstlerfigur oder so.

01:05:29: Ich kann nicht sagen ja das schreibt nur der Nino Aswin aber ich bin Nino Mandel und ich hab damit nichts zu tun.

01:05:42: Ich muss wohl zu allem stehen was ich schreibe die Figur oder so, halt sehr nah an mir selbst ist.

01:05:54: Ich würde es gar nicht als Kunstfigur bezeichnen eigentlich.

01:06:00: Ich schreibe aus meiner Sicht... ich gehe nicht in eine Rolle um ein Lied zu schreiben.

01:06:11: Ich bin mit allem was ich bin und was ich weiß und nicht weiß und erlebt habe auf der Bühne oder in den Songs.

01:06:31: Aber wünschst du dir das manchmal?

01:06:32: Also quasi auch vielleicht in einer, wenn man das ist, wer jetzt da genauer gegenwürft zu diesem Neubau alone aber quasi so eine Band aufzugehen wo du halt immer, du machst es ja hin und wieder mit anderen Musikern, dass du ... Quasi nicht!

01:06:51: Aber du bist ja trotzdem immer der Nino aus Wien dann.

01:06:55: Aber dass du jetzt wünschst, dir das manchmal so aufzugehen in einem Kollektiv vielleicht wo du nur so ein Teil eines Rädchen bist?

01:07:05: Ja ich weiß nicht wie du das jetzt meinst.

01:07:09: Ich meine es kommt wohl aufs Kollektif an auch

01:07:17: Wo du dich so mehr verstecken könntest vielleicht auch.

01:07:21: ja ich habe mal in der Clemens Band Denk die ist so nicht Clemens Denkband, sondern Clemens Band-Dank.

01:07:32: Habe ich mal Gitarre gespielt?

01:07:34: Nur Gitarren gespielt.

01:07:35: Das weiß ich gar nicht!

01:07:37: Es war schon cool auch nur Rhythmusgitarist zu sein.

01:07:45: Aber in Wahrheit interessiert mich schon vor allem so ein Singer Songwriter zu sein.

01:07:54: aber letztens habe ich einen Album Produziert hier mit dem Alex Migsch, also ein Alex-Migsch-Album.

01:08:01: Gemeinsam mit dem Manuel Poppe von Wander.

01:08:05: Das haben wir zusammen in diesem Raum.

01:08:08: Produzierte ein Solo Album mit Gästen.

01:08:11: Es kommt dieses Jahr noch raus!

01:08:14: Das war schon auch ein Abenteuer irgendwie... Ein anderes als Josefstadttheater wieder.

01:08:21: aber solche Sachen mache ich schon gerne zwischendurch mal was was Neues machen.

01:08:30: Und in Wahrheit als Produzent geht es vor allem darum, dem Alex Mixch eine schöne Atmosphäre zu schaffen wo er sich wohlfühlt und gut performen kann.

01:08:49: und den Rest macht er eigentlich.

01:08:54: und der Manu macht die Technik vor allem.

01:08:58: Ja, war schon noch schön.

01:09:00: Viele schöne Abende hier und ich freue mich dass das Album fertig wird jetzt voll.

01:09:11: Also es kann immer sein, dass ich irgendwas mal mache, irgendwas anderes aber...

01:09:18: Aber so komplett zurückziehen und quasi nur als Produzent nach in Erscheinung zu treten im Hintergrund zu arbeiten?

01:09:26: Nein!

01:09:27: Ich wollte ursprünglich bei der Anfrage für's Josephstadt Theater nur schreiben, wäre auch eine Möglichkeit gewesen.

01:09:37: Aber irgendwie hat mich die Bühne dann doch wiedergerufen und jetzt bin ich auch bei all diesen Vorstellungen auf der Bühnen dabei voll.

01:09:47: Das wolltest du schon?

01:09:49: Ja irgendwie zieht es mich halt schon auf die Bähne.

01:09:58: Vielleicht so abschließend nach das neue Album ist das auch etwas, was du so wie es quasi jetzt auf Platte erschienen ist.

01:10:07: Dass du das auch so im Solo-Gewand auch auf der Bühne präsentieren willst oder kommt das dann doch vielleicht irgendwie wieder in Bandgewand her?

01:10:18: Ja ich habe das Album nie unbedingt so gesehen dass sich diese Lieder jetzt alle live spielen muss weder solo noch mit Band.

01:10:29: Ich hatte es eher als in sich geschlossene Kellerrahmplatte gesehen Aber es gab ja eine Release Show im Theater in Park.

01:10:37: Da habe ich allein mit verschiedenen Überraschungsgästen gespielt und da habe ich dann drei Lieder von dem Album gespielt.

01:10:49: Ich werde schon immer wieder mal was davon spielen, vielleicht auch mit Band.

01:10:55: Die müssen halt die Lieder lernen.

01:10:56: Dann müsste ich ihnen vorspielen.

01:11:00: Sie werden nichts sagen!

01:11:03: Ist die Band beleidigt wegen so einem Album?

01:11:05: Nein, ich habe auch von der Band eigentlich sehr nette Reaktionen bekommen.

01:11:11: Das kann ja auch sein oder?

01:11:12: Ja toll!

01:11:12: Dass sie sich denken okay er will uns nicht mehr dabei haben.

01:11:16: Es ist wohl auch ein Teil einer Band das manchmal jemanden beleidigt ist.

01:11:24: Das sind ja jetzt schon sehr langen Band.

01:11:27: Aber nein es waren schöne Stimmen zu dem Album von der Band.

01:11:36: Aber so eine Solo-Tour mit dem Alben, dann das denkst du jetzt gar nicht?

01:11:41: Ich spiele schon gern solo auch, ja... Das musste ich irgendwie lernen!

01:11:46: Ich habe ja solo begonnen und merke erst in letzter Zeit wie ich das eigentlich machen kann.

01:11:54: Weil früher hab' ich immer gedacht es fehlt etwas wenn ich allein auf der Bühne bin.

01:11:58: aber jetzt nutze ich das Fehlen als Stärke eigentlich.

01:12:07: Und seit ich die Solo-Konzerte im Sitzen spiel, macht es irgendwie mehr Sinn.

01:12:14: Früher bin ich immer gestanden auch bei Solo-konzerten aber ich habe jetzt irgendwie das Sitzen gelernt.

01:12:22: Die Bewegung des Sitzens, der Kraft des Sizzens für die Performance voll und ich werde sicher ein paar Solo Konzerte spielen dieses Jahr oder nächstes Jahr Und ein paar Lieder von dem Album.

01:12:39: Aber grundsätzlich gehe ich eigentlich fast auf jedes Konzert mit allen Alben, die ich habe und mische das so.

01:12:51: Ich spiele selten dann nur das Neueste oder so.

01:12:56: Manchmal grabe ich über alte Lieder aus, mal ein paar ganz neue... aber ich will auf jeden Fall weiter Konzerte machen, mit Band oder allein im Duo soll nicht fahrt werden.

01:13:20: Du hältst es dir immer irgendwie selber spannend?

01:13:25: Ja manchmal ist es sogar sehr spannend wie jetzt in Theater bin ich schon ein bisschen aufgeregt.

01:13:32: Ich treffe heute auch noch den Party.

01:13:35: wir müssen uns das Medley anschauen das Quotli bet wie wir das machen können, voll.

01:13:47: Tonino vielen Dank!

01:13:48: Ich will jetzt gar nicht länger aufhalten.

01:13:51: Jetzt haben wir das zweite Mal miteinander gesprochen

01:13:55: und

01:13:55: eigentlich wollte ich nur sagen dass es super war, dass du der erste Gast warst bei mir.

01:14:02: Ja danke für die Einladung auch damals und heute auch.

01:14:08: Ich

01:14:08: komme auch ein drittes mal in vier Jahren.

01:14:14: Schau mal was dann los ist.

01:14:17: Vielen Dank!

01:15:51: Danke!

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